Was Christa Pikes Anwälte jetzt planen“Sie ist sich bewusst, was man ihr angetan hat”

Pikes Anwalt lässt alle Beweise rund um die fehlgeschlagene Hinrichtung sichern. Diese könnten wichtig sein, sollte der Bundesstaat erneut versuchen wollen, die 50-Jährige hinzurichten.
Pikes Anwalt lässt alle Beweise rund um die fehlgeschlagene Hinrichtung sichern. Diese könnten wichtig sein, sollte der Bundesstaat erneut versuchen wollen, die 50-Jährige hinzurichten. 
GW, AP Photo/George Walker IV

Zwei Dosen Pentobarbital konnten sie nicht töten!
Nach einem Hinrichtungsversuch in der vergangenen Woche ist die Mörderin Christa Pike wieder ansprechbar, kämpft im Krankenhaus jedoch mit den Folgen der Giftspritze. Die Anwälte der 50-Jährigen lassen derweil alle Beweise der fehlgeschlagenen Tötung sichern. Denn noch hat der US-Bundesstaat Tennessee einen erneuten Hinrichtungsversuch nicht ausgeschlossen.

Anwälte sammeln Beweise und fordern lebenslange Haft

Die Anwälte der verurteilten Mörderin Christa Pike fordern eine Umwandlung des Todesurteils. Man müsse sich fragen, wie viel Leid genug sei, erklären sie zu ihrem Gesuch. Am Mittwoch erklärt einer der Vertreter vor Gericht in Nashville, dass der Bundesstaat Tennessee bislang keine Zusicherung gegeben habe, Pike nicht doch noch zu exekutieren.

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Richterin I’Ashea Myles gab allerdings der Forderung von Pikes Anwälten statt, jegliche Beweismittel im Zusammenhang mit Pikes fehlgeschlagener Hinrichtung zu sichern. Dies sei relevant, sollte Pike einen künftigen Hinrichtungsversuch anfechten müssen, erklärte Ihnen.

Pike wisse, was „man ihr angetan hat”

Christa Pike sei sich nach Angaben ihrer Anwälte im Klaren darüber, dass der Bundesstaat Tennessee versucht hatte, sie hinzurichten. „Sie ist sich sehr wohl bewusst, was man ihr angetan hat”, sagte Pikes Anwalt Randy Spivey.

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Doch genau das könnte für den Bundesstaat zum Argument für eine erneute Hinrichtung werden. Denn der Bundesstaat Tennessee könnte dies so auslegen, dass Christa Pike den Grund für ihre Bestrafung rational nachvollziehen könne. In den USA ist das eine rechtliche Voraussetzung für den Vollzug der Todesstrafe.

Zuvor hatte die New York Times darauf hingewiesen, dass Pikes Gesundheitszustand wahrscheinlich für einen möglichen neuen Hinrichtungsversuch entscheidend sein werde.

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Bei Bewusstsein aber „kognitiv immer noch sehr verwirrt”

Anwalt Spivey sagte außerdem, er glaube, Pike sei im Moment „wütend und verwirrt” wegen all dem. Der verurteilten Mörderin waren vor rund einer Woche zwei Dosen des Mittels Pentobarbital bei dem Hinrichtungsversuch verabreicht worden. Die 50-Jährige überlebte beide Injektionen und wurde in ein Krankenhaus zur Behandlung gebracht, wo sie künstlich beatmet wurde. Obwohl Pike wieder bei Bewusstsein sei, sei sie „kognitiv immer noch sehr verwirrt”.

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April 12, 2012; Nashville, TN, USA; Christa Gail Pike, on death row for a slaying, appears in court Thursday to fight a conviction in a 2001 attack on an inmate. Mandatory Credit: Dipti Vaidya-USA TODAY NETWORK via Imagn Images
Christa Pike wurde 1996 wegen Mordes an einer damaligen Mitschülerin verurteilt. Colleen Slemmer wurde vor ihrem Tod festgehalten und gefoltert.
IMAGN IMAGES via Reuters Connect / Tennessee-USA TODAY NETWORK via

Noch am Montag gehen die Anwälte davon aus, dass Christa Pike im Krankenhaus hirntot sein könnte. Lebenserhaltende Maßnahmen hätten schon am Dienstag abgeschaltet werden können. Doch entgegen aller Erwartungen wachte Pike am Dienstag auf. Ihre ersten Worte nach dem Aufwachen seien gewesen: „Wo bin ich und wer seid ihr?“

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Pike ermordete 1995 eine Mitschülerin

Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schließlich getötet worden. Pikes Hinrichtung wäre die erste einer Frau in Tennessee seit mehr als 200 Jahren gewesen.

Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist kein vergleichbarer moderner US-Fall bekannt, in dem die vorgesehenen Hinrichtungsmedikamente verabreicht wurden und der Verurteilte weiterlebte. (okr)

Verwendete Quellen: dpa