Serienkiller Khalil Wheeler-WeaverSarah verschwand nach einem Date – dann stellte die Familie dem Täter selbst eine Falle

Defense attorney Shevelle McPherson, left, stands next to her client, Khalil Wheeler-Weaver, 20, of Orange, center, as Wheeler-Weaver appears in Superior Court in Newark to be arraigned for the murder of Robin West, 19 of Philadelphia. Wheeler-Weaver previously pleaded not guilty to the strangling deaths of Joanne Browne, 33, and Sarah Butler, 20. March 13, 2017 (Patti Sapone/NJ Advance Media via AP, Pool)
Der Serienkiller Khalil Wheeler-Weaver (20) beteuerte bis zum Prozess-Ende seine Unschuld.
picture alliance/AP Photo | Patti Sapone

Ein falsches Dating-Profil. Ein gefährlicher Plan. Und die Hoffnung, einen mutmaßlichen Killer zu stoppen.
Sarah, eine junge Frau, verschwindet nach einem Date spurlos. Weil die Ermittlungen nur langsam voranschreiten, nehmen Familie und Freunde die Suche selbst in die Hand – und locken den mutmaßlichen Täter mit einem erfundenen Profil in eine Falle.

„Du bist doch kein Serienmörder, oder?” – Sarah Butler kehrte nach einem Date nie zurück

Es ist der 22. November 2016, als Sarah Butler, eine 20-jährige Medienkunst-Studentin, zu einem Date aufbricht. Dafür leiht sie sich extra das Auto ihrer Mutter aus – verspricht dieser, um 20 Uhr wieder Zuhause zu sein. Doch Sarah kehrt nicht zurück – weder in dieser Nacht noch in den Wochen darauf.

Ihre Familie meldet sie als vermisst, die Suche beginnt. Wenige Tage später wird der Mini-Van der Mutter vor einer alten Fabrik gefunden, darin: Sarahs Handtasche und eine abgerissene Haarsträhne ihrer Extensions – Entdeckungen, die die Familie Grausames befürchten lassen.

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Während die Polizei ermittelt, kann Sarahs Familie nicht untätig abwarten. Ihre Schwester und Freundinnen durchsuchen auf eigene Faust ihre E-Mails und Social-Media-Konten. Dabei stoßen sie auf die Dating-App Tagged. Schnell wird klar: Sarah hat sich an dem Tag ihres Verschwindens mit einem unbekannten Mann getroffen, der sich „LilYachtRock” nennt.

„Du bist doch kein Serienmörder, oder?”, lautet dabei ihre letzte Nachricht an ihren Killer, wie die RTL+-Doku „Der Catfish Killer” offenlegt. Die zweite Folge der RTL+Doku-Reihe „Tödliches Dating – Wenn das Match zur Falle wird“ zeichnet den erschütternden Fall nach. Zu Wort kommen dabei unter anderem ein Dating-Coach, Strafverteidiger und die einzige bekannte Überlebende des Serienmörders.

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Sarahs Familie erstellt ein Fake-Dating-Profil – um den mutmaßlichen Täter zu überführen

Nachdem Sarahs Schwester und Freundinnen die beunruhigenden Chatverläufe gefunden haben, sind sie sich sicher: „LilYachtRock” hat etwas mit dem Verschwinden der 20-Jährigen zu tun. Um Sarah zurückzuholen, treffen sie eine wagemutige Entscheidung: Sie erstellen ein Fake-Profil, wollen den mutmaßlichen Täter in eine Falle locken.

Ein Like reichte dabei aus, um seine Aufmerksamkeit zu erwecken: „LilYachtRock” meldet sich, drängt auf ein sexuelles Treffen, bietet sogar Geld für eine Beziehung an. Er ist weder geduldig noch höflich, sondern vor allem fordernd.

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Sarahs Angehörige versuchen, ihn zunächst hinzuhalten, um möglichst viele Informationen sammeln zu können. Schließlich vereinbaren sie ein Treffen – doch anstatt einer jungen Frau erwartet „LilYachtRock” am Treffpunkt die Polizei. Es folgt eine Befragung, doch für eine Festnahme reichen die damaligen Beweise nicht aus.

Der Mann, der im realen Leben den Namen Khalil Wheeler-Weaver trägt, bleibt auf freien Fuß.

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Mit Sarahs Leiche wird klar: Khalil Wheeler-Weaver hat sie angegriffen

Am 1. Dezember 2016 endet die Hoffnung auf ein glückliches Wiedersehen. Im Eagle-Rock-Reservat entdecken die Ermittler Sarahs Leiche im Unterholz nahe einem verlassenen Wohnwagen. Druckspuren an ihrem Hals deuten darauf hin, dass die 20-Jährige erstickt wurde.

Jetzt wird aus der Vermisstensuche ein Mordfall – und nicht nur einer. Drei tote Frauen wurden schließlich mit Khalil Wheeler-Weaver in Verbindung gebracht. Neben den Standort-Daten liefert schließlich Sarahs Untersuchung einen entscheidenden Beweis: Unter ihren Fingernägeln finden sich DNA-Spuren von Khalil – eine Spur, die allerdings auch zeigt, wie stark sich Sarah gegen ihren Angreifer gewehrt hat.

Damit jedoch nicht genug: Während der Ermittlungen meldet sich plötzlich eine junge Frau bei der Polizei. Die 34-jährige Tiffany Taylor gesteht: „Ich bin die einzige Überlebende, ihr solltet euch meine Geschichte anhören.”

Tiffany Taylor ist die einzige Überlebende des Serienmörders – und bringt ihn schließlich ins Gefängnis

Wie Tiffany in der RTL+-Doku schildert, entkam sie im April 2016 nur knapp einem Angriff desselben Mannes. Sie habe ihn lediglich nach Hause fahren wollen, als er sie bewusstlos schlug: Tiffanys Taylor wachte gefesselt auf der Rückbank auf – während sie vergewaltigt wurde. „Ich dachte, er will mich umbringen”, gesteht sie in der Doku.

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Doch Tiffany kann ihren Angreifer überlisten: Sie gab an, ihr Handy im Motelzimmer vergessen zu haben. Aus Angst, man könne ihn durch die Chatverläufe finden, bringt er Tiffany dorthin. Diese kann jedoch fliehen und damit als wichtigste Zeugin im Prozess gegen Khalil Wheeler-Weaver auftreten – und den Kampf um Gerechtigkeit, den Sarah Butlers Familie mit ihrem Fake-Profil begonnen hat, endlich beenden.

Nachdem Geschworenen den Angeklagten in elf Anklagepunkten für schuldig gesprochen haben – darunter Mord, versuchter Mord und Leichenschändung – wird er am 6. Oktober 2021 schließlich zu 160 Jahren Haft verurteilt.

Verwendete Quellen: RTL+-Doku „Tödliches Dating – wenn das Match zur Falle wird” – Folge 2 „Der Catfish-Killer”