Wir halten also noch mal fest: Die AfD ist deutlich stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Und bei jeder anderen Partei ginge es jetzt darum, Gespräche zu führen mit allen anderen, die es in den Landtag geschafft haben. Doch dieses Mal ist alles anders. Wie geht es also weiter? Unser Politikchef Nikolaus Blome, der sagt: Jetzt muss die AfD liefern und verhandeln. Die Frage ist nur: wie. Hier die Meinung am Morgen.
Es ist eine Wahl für die Geschichtsbücher. Ein Erdrutsch wegen der enormen Wahlbeteiligung, von der die AfD profitiert, wegen ihres radikalen Programms, das so viele Menschen gut finden. Die Bundesrepublik steuert auf das erste rechtsextremistische Regierungsexperiment ihrer Geschichte zu. Das kann niemanden kalt lassen. Das wird auch die Bundesregierung erschüttern. Der unfassbar unbeliebte Kanzler taumelt ja eh schon. Die Wähler haben gesprochen, die AfD jubelt. Jetzt muss sie aber auch liefern. Wer so klar gewinnt, muss versuchen, eine Regierung zu bilden. Kneifen gilt da nicht. Aber dazu müsste die AfD auf die anderen Parteien zugehen, die ihr zur nötigen Regierungsmehrheit verhelfen sollen. Ganz normal eigentlich. Doch bislang konnte und wollte diese Partei das genau nicht. Alles oder nichts. Die AfD hat sich eingemauert und jetzt mehr als 40% der Wähler gleich mit. Die anderen Parteien wiederum sind keineswegs gezwungen, am Ende mit der AfD zu regieren. Aber reden müssen sie. Demokratie darf auch mal wehtun.