Der Jubel ist groß, als AfD Spitzenkandidat Ulrich Siegmund die Bühne betritt. Ein historischer Tag für seine Partei. Das Ergebnis mit knapp 44 % mehr als verdoppelt. Seit zehn Jahren der beste Wert für eine Partei bei einer Landtagswahl. „Diesem Vertrauen werden wir gerecht. Wir werden uns nicht verbiegen. Wir werden uns nicht selbst aufgeben. Wir werden niemals so werden wie die, die heute Abend zu Recht abgestraft wurden. Wir sind die Alternative für Deutschland.“
Seine demokratische Hand sei ausgestreckt zu Siegmund. Eine Koalition hatte er vor der Wahl allerdings ausgeschlossen. Doch ohne geht es nicht. Denn für eine absolute Mehrheit fehlen der AfD drei Sitze. Parteichefin Weidel macht deshalb Druck. „Wir nehmen diesen Regierungsauftrag ganz klar entgegen. Und wir werden Regierungsverantwortung übernehmen. Hier in Sachsen-Anhalt mit Ulli als Ministerpräsident.“
Ein möglicher Partner, das BSW. Die Wagenknechtpartei, schafft es mit 5,3 % in den Landtag und hat eine Kooperation mit der AfD als einziger Partei nicht ausgeschlossen. Die Linke verliert Stimmen, SPD und Grüne gewinnen hinzu. Doch der große Wahlverlierer ist die CDU, die ihr Ergebnis mehr als halbiert. Lange Gesichter bei den Christdemokraten Ministerpräsident Schulze ist abgewählt. „Zuallererst wir leben in einer Demokratie, möchte ich dem Wahlsieger gratulieren. Der Wahlsieger, die AfD, ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt.“ Unterstützung aus Berlin? Fehlanzeige. Und die Reaktionen aus der Bundespartei sind auch eher schmallippig. „Die AfD steht für ein diametral anderes Politikverständnis als für das Politikverständnis der CDU. Da suchen wir eine inhaltliche Auseinandersetzung um so entschlossener nach dem heutigen Abend.“ Klingt nicht danach, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD möglich wäre als Steigbügelhalter für Siegmund. Bleibt also wohl nur das BSW.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche