Südkorea diskutiert über krassen Fall Schwangere will Abtreibung kurz vor Geburt! Mutter und Ärzte wegen Mordes verurteilt

Kam das Baby lebend zur Welt?
2024 postet eine junge Frau aus Südkorea ein Video auf Youtube, in dem sie von ihrer Abtreibung erzählt. Der Clip löst einen riesigen Aufschrei in Südkorea aus, denn die Frau, die in Medienberichten nur mit ihrem Nachnamen Kwon identifiziert wird, ist bereits in der 36. Schwangerschaftswoche, als sie den Abbruch durchführen lässt.
Mutter will Schwangerschaft zuerst gar nicht bemerkt haben
Wie der Sender BBC berichtet, nimmt die Polizei nach einer Beschwerde des Gesundheitsministeriums damals Ermittlungen auf. Und dabei kommen offenbar schlimme Details ans Licht. In der Anklage gegen die Frau, den behandelnden Arzt und den Klinikleiter heißt es, dass das Kind damals lebte, als es zur Welt kam.
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Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International soll die Frau sich an eine Klinik in Incheon gewandt haben. Wegen einer Vorerkrankung soll sie die Schwangerschaft lange nicht bemerkt haben und erst vier Tage vor dem Eingriff herausgefunden haben, dass sie schwanger ist.
Baby soll nach der Geburt im Gefrierschrank erfroren sein
Vor Gericht in Seoul erklärt Kwon, dass sie damals kein stabiles Einkommen gehabt habe, um das Kind vernünftig groß werden zu lassen. Außerdem hätte sie weiter Alkohol getrunken und geraucht, weil sie nichts von der Schwangerschaft gewusst habe, berichtet die BBC. Darum habe sie Angst gehabt, dass ihr Kind Fehlbildungen haben könne und sich für die Abtreibung entschieden.
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Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Baby 2024 durch einen Kaiserschnitt lebend zur Welt kam. Der Arzt, der die OP durchführte, und der Klinikleiter sollen das Baby dann in einen Gefrierschrank gelegt haben, wo es erfror. Dann sollen sie die Patientenakte gefälscht haben, dass alles nach einer Totgeburt aussah. Dafür wurden die beiden zu vier und sechs Jahren Haft verurteilt.
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Abtreibungen sind in Südkorea rechtlich gar nicht geregelt
Die Mutter des toten Babys bekam eine dreijährige Bewährungsstrafe und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit aufgebrummt, denn auch bei ihr ist das Gericht überzeugt, dass sie wusste, dass ihr Kind gesund war und lebte, bevor der Kaiserschnitt durchgeführt wurde. Die Strafe für Kwon fällt allerdings milder aus, weil das Gericht das rechtliche Vakuum im Bezug auf Abtreibungen mit ins Urteil einfließen lässt.
In Südkorea sind Abtreibungen nicht klar geregelt. Das Land hat Schwangerschaftsabbrüche 2021 zwar entkriminalisiert, aber seit Jahren kein Gesetz auf den Weg gebracht, das Abtreibungen regelt. Es gibt also keine rechtliche Grenze, bis zu welchem Zeitpunkt eine Abtreibung noch durchgeführt werden darf.
Frauenrechtsorganisationen fordern, dass rechtliche Grauzone geklärt wird
Frauenrechtsorganisationen kritisieren das seit Jahren. „Abtreibung bleibt in einer legalen Grauzone, die Unsicherheit erzeugt, wo und wie Frauen und Mädchen Zugang zu bezahlbaren und sicheren Abtreibungen bekommen“, heißt es auf der Website International Campaign for Woman’s Right to Safe Abortion.

„Abtreibung ist eine essenzielle Gesundheitsversorgung und ein Menschenrecht gemäß internationalem Menschenrechtsrecht und Standards – sie ist kein Verbrechen“, erklärte Sarah Brooks von Amnesty International nach dem Urteil. Auch sie kritisiert die fehlende Gesetzeslage für Schwangerschaftsabbrüche in Südkorea.
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„Aufgrund dieser mangelnden Regulierung könnten schwangere Menschen in die Fänge ausbeuterischer und unregulierter medizinischer Praktiken geraten, unangemessene Verzögerungen erleben oder gänzlich keinen Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung haben“, meint sie.
Verwendete Quellen: BBC, Amnesty International, International Campaign for Woman’s Right to Safe Abortion
































