BKA analysiert Chats der AngeklagtenGina H. zeigt elf Verhaltensmuster – ausgerechnet am Tattag fragt sie nach getötetem Fabian (†8)

Gina H. im Gericht
Gina H. scheint in ein Konstrukt aus Lügen verwoben zu sein (Archivbild)
RTL

BKA-Analytiker haben hunderte Nachrichten von Gina H. ausgewertet.
Im Prozess um den getöteten Fabian (8) hat ein Spezialist am 6. August erklärt, welche elf Verhaltensmuster die Ermittler bei der angeklagten Gina H. festgestellt haben und was sich nach Fabians Tod veränderte.

Starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit

Hunderte Text- und Sprachnachrichten sollen den Ermittlern einen tieferen Einblick in das Verhalten von Gina H. gegeben haben. Sechs BKA-Analytiker, darunter ein Psychologe, untersuchten ihre digitale Kommunikation. Im Fokus stand der Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis zum 6. November 2025.

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Die entscheidende Frage lautete, ob sich das Kommunikationsverhalten der heute 30-Jährigen vor und nach dem Tod des achtjährigen Fabian verändert hatte.

Vor Gericht stellte ein 58 Jahre alter BKA-Spezialist die Ergebnisse der Analyse vor. Er arbeitet laut Bericht seit 1999 im Bereich der operativen Fallanalyse. Die Experten leiteten aus den Nachrichten insgesamt elf wiederkehrende Verhaltensmuster ab. Dazu zählen unter anderem ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bestätigung, Kontrollverhalten und Eifersucht gegenüber Matthias R. sowie eine Tendenz, bei Konflikten die Verantwortung bei anderen zu suchen.

Im Video: Die Lügen der Gina H.

Außerdem beschreiben die Ermittler Gina H. in ihrer digitalen Kommunikation als teilweise sehr emotional. Sie habe häufig schnell Unterstützung gesucht und verfüge demnach eher über ein oberflächliches soziales Netzwerk. Hinzu kommen laut Analyse finanzielle Probleme und eine nur zeitlich begrenzte Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Menschen und Situationen einzustellen.

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Pferde spielen in ihren Nachrichten eine auffällige Rolle

Pferde und das Reiten nahmen in Gina H.s digitaler Kommunikation offenbar großen Raum ein. Nach Einschätzung der Analysten war das Thema sogar präsenter als ihr eigener Sohn. Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass Gina H. finanziell von Matthias R. abhängig gewesen sein dürfte. Gleichzeitig habe sie trotz angespannter finanzieller Situation den Anspruch vertreten, weiterhin ein Pferd zu unterhalten.

Nach Fabians Tod verändert sich die Kommunikation

Auch Fabians Rolle in den Nachrichten nahmen die BKA-Experten genauer unter die Lupe. Bis zum 10. Oktober 2025 habe der Achtjährige darin „kaum eine Rolle“ gespielt. Das habe ebenso für Gina H.s leiblichen Sohn gegolten. Ausgerechnet am Tag von Fabians Tod bemerkten die Analysten jedoch eine Abweichung. Gina H. erkundigte sich bei Matthias R. nach Fabian und äußerte gegenüber einem Bekannten die Vermutung, dass etwas mit dem Jungen sein könnte.

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Der BKA-Spezialist erklärte vor Gericht, man habe es als auffällig bewertet, dass Gina H. entgegen ihren üblichen Gewohnheiten nach Fabian gefragt habe. In einer Nachricht bezeichnete sie den Achtjährigen außerdem als ihren „Ziehsohn“. Die Auswertung der Kommunikation habe nach Angaben des Experten allerdings kein enges Verhältnis zwischen beiden bestätigt.

Gina H. muss sich vor dem Landgericht Rostock verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 mit einem Messer getötet und anschließend seine Leiche in Brand gesetzt zu haben. (ppe)

Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherchen