Neue Vermutung zur MordwaffeHat Gina H. den kleinen Fabian (†8) mit diesem Messer getötet?

von Carsten Kulawik, Janina Beck und Jan Luhrenberg

Ist DAS die Mordwaffe?
Es waren sechs Stiche, zwei davon mitten ins Herz! Die Staatsanwaltschaft hofft im Fall Fabian (†8) aus Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) endlich eine Antwort auf diese Frage: Mit welchem Messer wurde der kleine Junge so brutal umgebracht? Bei den Ermittlungen rückt eine Waffe immer wieder in den Mittelpunkt.

Das ist die Theorie der Staatsanwaltschaft zur Mordwaffe im Fall Fabian (†8)

Die Ermittler sind sich längst sicher: Die Angeklagte Gina H. hat den kleinen Fabian heimtückisch erstochen. Und ein Messer ihres Nachbarn Olaf K. könnte eine entscheidende Rolle spielen!

Olaf K. hatte, nachdem Fabians Leiche gefunden wurde, sein Messer im Schuppen vermisst. Normalerweise lagert er es immer an derselben Stelle. Auch zu Gina H. soll er wohl gesagt haben, dass das Messer fehlt und er es sucht. Als das Messer plötzlich wieder auftaucht – allerdings in einer Kiste, in der es noch nie gewesen sein soll – kommt ihm das Ganze komisch vor.

Lese-Tipp: Rätsel um Mordwaffe im Fall Fabian (†8)! Mysteriöses Messer plötzlich wieder aufgetaucht

Gina H.s Nachbar informiert die Polizei. Die Ermittler stellen das Campingmesser sicher, finden darauf allerdings überhaupt keine Fingerabdrücke. Nicht einmal von Olaf K. selbst, obwohl er es regelmäßig nutzte. Es findet sich darauf auch keine DNA von Gina H. oder Fabian. Laut den Ermittlern wirkte das Messer gereinigt.

Die Vermutung der Staatsanwaltschaft: Gina H. könnte das Messer für die Tat genommen, im Anschluss gereinigt und es danach in die Kiste zurückgelegt haben. Sie hatte ständig Zugang zum Haus von Olaf K. und auch zu seinem Schuppen. Wollte Gina H. ihren Nachbarn möglicherweise mit hineinziehen?

Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Mehr Details in unserem Text: Die Chronologie im Fall Fabian (†8) aus Güstrow

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Mysteriöses Messer war schon Thema beim Prozess

Das Messer war am Donnerstag (9. Juli) auch großes Thema beim Mordprozess im Landgericht Rostock. Auf den Leinwänden und Monitoren des Saals wurden Fotos eingeblendet: unter anderem vom braunen Pappkarton, in dem das Messer gefunden wurde, und vom Messer selbst. Es hat eine zehn Zentimeter lange Klinge und einen schwarzen Gummigriff. Olaf K. nutze es, um Dachpappe zu schneiden.

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Doch das Messer passt laut den Ermittlern auch zu Fabians Verletzungen. Eine Gerichtssprecherin sagt RTL: „Das Messer kommt ja prinzipiell auch als Tatmesser in Betracht. Von der Länge und der Breite und der Sticheignung. Deswegen wird da noch mal geschaut: Wann ist dieses Messer aufgetaucht und unter welchen Umständen?”

Die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L. fordert, dass das Messer noch einmal genauer unter die Lupe genommen wird. Denn bisher reichen die Spuren nicht als Beweis aus.

Gina H. führte auch Olaf K. zu Fabians (†8) Leiche

Auch schon vor dem Messer-Mysterium ist Olaf K. im laufenden Prozess kein Unbekannter: Er ist der andere von zwei Männern und eine von insgesamt drei Personen, die Gina H. zu Fabians Leiche führte, noch bevor sie die Polizei rief. Als Zeuge vor Gericht sagte er Mitte Juni aus, dass sie nach dem Leichenfund gelacht habe.

Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater, ist tatverdächtig.
Gina H. muss sich vor dem Landgericht Rostock verantworten.
dpa/Schwarck Media

Anfang November wurde Gina H. festgenommen und muss sich seit dem 27. April vor Gericht verantworten. Ihr mögliches Motiv laut Staatsanwaltschaft: Sie habe mit der Tat die Streitigkeiten mit Fabians Vater beenden wollen und gehofft, die Beziehung mit ihm so fortsetzen zu können. Die Angeklagte schweigt weiterhin beharrlich zu den Vorwürfen. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche