Gibt es für alles eine Erklärung? Angeklagte Gina H. will im Fabian-Prozess ihr Schweigen brechen

Bisher hat sie zu allem geschwiegen!
Doch das könnte sich bald ändern. Die Hauptangeklagte im Mordprozess um den getöteten Fabian aus Güstrow will offenbar bald vor Gericht aussagen. Ihr Verteidiger Thomas Löcker kündigte an, dass seine Mandantin sich bald einlassen könnte.
Was will Gina H. vor Gericht aussagen?
Gina H.s anderer Anwalt Andreas Ohm bestätigte das Vorhaben seiner Mandantin im RTL-Interview. Er glaubt, dass sich dadurch viele offene Fragen klären ließen. „Ich sehe, dass hier Indizien sind, die gegen die Mandantin sprechen“, räumt er ein. Wie wichtig die Indizien für den Fall seien, müsste aber am Ende das Gericht bewerten. „Ich will mich da aus Spekulationen oder Glaubensfragen raushalten“, erklärt Ohm.
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Für viele Punkte, die Gina H. verdächtig wirken lassen, gebe es eine einfache Erklärung. Gina H. soll zum Beispiel schon kurz nach Fabians Verschwinden über ein mögliches Alibi gesprochen haben. „Das sind keine juristischen Personen“, erklärt Gina H.s Anwalt. Sie habe vielleicht „unbedarfte Sachen“ gesagt und die Bedeutung des Wortes nicht richtig eingeordnet.
Gina H.s Anwalt hat Zweifel an einigen Zeugenaussagen
Auch für die Frage, warum Gina H. nach dem Leichenfund so gefühlskalt gewirkt habe, liefert ihr Anwalt eine Erklärung. „Jeder Mensch ist vom Gemütsverhalten unterschiedlich“, meint Ohm. Die Angeklagte sei bereits zweimal am Fundort gewesen, bevor sie zusammen mit einer Bekannten schließlich die Polizei gerufen habe. Sie sei beim dritten Mal vielleicht einfach nicht mehr so geschockt gewesen. Außerdem habe sie ausgesagt, schon vorher „genug geweint“ zu haben.
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Ohm betont auch, dass er Zweifel an einigen Zeugenaussagen hat. „Es ist doch schon eine sehr merkwürdige Situation, die die Zeugen geschildert haben“, so der Anwalt. Viele Punkte ließen sich besser verstehen, wenn Gina H. ausgesagt habe, kündigt er an.
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Gina H. könnte Anfang August vor dem Landgericht Rostock aussagen
Der Prozess soll vom 9. Juli bis 6. August für eine Sommerpause unterbrochen werden. Danach könnte die Hauptangeklagte aussagen, wie die Verteidigung durchblicken lässt. In welchem Umfang und zu welchen Themen Gina H. sich einlassen wird, müsse aber noch geklärt werden. Die Anwälte bräuchten noch Zeit, um mit Gina H. genau vorzubereiten, was sie aussagen wolle, meint Ohm im Gespräch mit RTL.
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Die Kammer des Landgerichts wird nach Angaben des Richters den Vormittag des 6. August für Gina H.s Einlassung reservieren. Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-jährigen Deutschen vor, Fabian am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Der Junge wurde erst am 14. Oktober an einem Tümpel in Klein Upahl gefunden. Gina H. wurde Anfang November 2025 festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa


