Die Krebs-Bloggerin starb mit nur 29 Jahren an Brustkrebs„Nichts ist stärker als die Liebe“ – so lebt Mia de Vries (†29) in ihrem Sohn Levi weiter

„All das würde sie unfassbar stolz machen.”
Doch Mia de Vries durfte nicht mehr erleben, wie ihr kleiner Junge groß wird. Die liebende Mutter und Ehefrau ist erst 29 Jahre alt, als der Brustkrebs ihr das Leben raubt – und dem damals vierjährigen Levi seine Mama. Nun sind rund sechs Jahre vergangen, in denen viel passiert ist. Im RTL-Interview erzählt ihr Witwer Michel, wie es den beiden heute geht – und warum Mia trotzdem jeden einzelnen Tag bei ihnen ist.
„Uns geht es sehr gut” – aus Mias kleinem Jungen ist ein Gymnasiast, Klassensprecher und Fußballer geworden!
Es sind die Momente, auf die Mia laut Michel „unfassbar stolz” gewesen wäre: „Der erste Tag in der Grundschule, der erste Turniersieg mit seiner Mannschaft im Fußball, seine Wahl zum Klassensprecher in seiner neuen Schule.” Ihr kleiner Levi wird groß – nur seine Mama kann all das nicht mehr miterleben.
Mehr als sechs Jahre ist es her, dass Mia de Vries mit nur 29 Jahren an Brustkrebs starb. Levi war damals gerade einmal vier Jahre alt – viel zu jung, um sich von seiner Mutter zu verabschieden. Doch aus dem kleinen Jungen von damals ist inzwischen ein offener und höflicher junger Mann geworden, der seinen Papa mächtig stolz macht. „Levi hat in diesem Sommer von der Grundschule ins Gymnasium gewechselt“, berichtet Papa Michel im RTL-Interview. Mit seiner neuen Schule, seinen Lehrern und Mitschülern habe Levi „sehr viel Glück“.

Und auch abseits der Schule hat Levi eine große Leidenschaft gefunden: Fußball! Mittlerweile sei er laut seinem Papa sogar „sehr gut“ darin. Ein Hobby, das Vater und Sohn noch enger zusammenschweißt: Vier- bis fünfmal pro Woche geht es nach Schule und Arbeit zum Training oder zu Spielen. Stunden auf dem Fußballplatz, die für Michel heute unglaublich kostbar sind. „Wir genießen die Zeit zusammen und ich spüre, dass das eine besondere Zeit unseres Lebens ist, positiv und intensiv“, erzählt er.
Alles in allem kann Michel de Vries daher heute sagen: „Uns geht es sehr gut“ – Worte, die Mia wohl nur zu gern gehört hätte. Schließlich habe seine Ehefrau ihn vor ihrem Tod noch gebeten, dass Michel „nicht aufhören soll zu leben und zu genießen“.
Für Mia war klar: Nur wenn Michel selbst weiter nach Glück sucht und es auch zulässt, könne er „der beste Vater für Levi sein“. Ein Versprechen, an das sich Michel offenbar bis heute hält: „Trotz aller Schmerzen haben wir selbst in diesen dunklen Stunden positiv gedacht“, erzählt der Vater im Interview.
Denn Michel ist überzeugt: „Nichts ist stärker und wichtiger als die Liebe. Sie hält alles zusammen und gibt Kraft auch über jede Krankheit und den Tod hinaus.“
„Ich liebe dich, Mama“ – Levi und Michel denken jeden Tag an Mia
Doch „uns geht es sehr gut“ bedeutet nicht, dass Mia heute weniger fehlt. Im Gegenteil: Auch mehr als sechs Jahre nach ihrem Tod gehört sie ganz selbstverständlich zum Alltag von Vater und Sohn. Noch heute fahren Michel und Levi täglich mit dem Auto an Mias Ruhestätte vorbei – und jedes Mal richtet der inzwischen deutlich ältere Levi dieselben vier Worte an seine Mama: „Ich liebe dich, Mama.“
Da Levi noch so klein war, als seine Mutter starb, sind manche Erinnerungen inzwischen verblasst. Deshalb fragt er seinen Vater von Zeit zu Zeit nach ihr. Dann helfen laut Michel die unzähligen Fotos auf Papas Handy dabei, die Erinnerungen wieder lebendig werden zu lassen.
Doch einmal im Jahr kommt Mia ihrem Sohn auf eine ganz besondere Weise wieder ganz nah. Denn bevor sie starb, sorgte die damals 29-Jährige dafür, dass Levi noch viele Jahre neue Worte seiner Mama lesen kann: Mia schrieb ihrem Sohn Briefe – für jeden Geburtstag bis zu seinem 21. Lebensjahr.
„Jedes Jahr zu seinem Geburtstag öffnen wir einen neuen Brief von ihr”, erklärt Michel. Ein Moment, auf den sich beide zunächst freuen – und der sie dann doch jedes Mal überwältigt. „Am Anfang freut man sich, ihn endlich zu öffnen“, erzählt Michel. Doch sobald Mias Worte vor ihnen liegen, „kullern viele Tränen“, so Michel.
Denn plötzlich liegt da nicht irgendeine Erinnerung an Mia vor ihnen. Da sind ihre Worte. Ihre Handschrift. Ein Stück von ihr. Und dann ist es beinahe so, als wäre Mia für einen kurzen Moment wieder bei ihnen. „Wenn man ihre Schrift sieht, hören wir ihre Stimme sprechen“, beschreibt Michel diesen herzzerreißenden Moment.
„Levi ist ganz und gar DU!“ – Michel erkennt Mia immer wieder in seinem Sohn
Dabei muss Michel nicht einmal einen Brief öffnen, um seine Frau in seinem Sohn wiederzuerkennen: Levi ist Rechtshänder, schneidet mit dem Messer aber mit links – eine Eigenheit, die Michel zuvor nur von Mia kannte. Vor allem aber erkennt er sie im Wesen ihres Sohnes wieder.
Könnte er seiner Frau heute erzählen, was aus dem kleinen Jungen von damals geworden ist, würde er ihr sagen: „Levi ist ganz und gar DU!“ Herzlich sei er, aufmerksam, bewusst und „liebevoll ohne Ende“ – und einfach „ein cooler Typ“ in seinem Alter.
Und Michel kann sich genau vorstellen, wie anders manche Dinge wären, wenn Mia heute noch an Levis Seite wäre. Folgende Worte würde er an seine Frau richten: „Er würde mit dir besser und gesünder essen, er würde mit dir mehr lachen und ganz bestimmt auch mehr singen und Musik hören.“ Ihre Antwort darauf hört Michel förmlich: „Ich kann halt besser kochen als du…“ – und dann, so stellt er es sich vor, würde sie herzlich lachen.
„Mia liebte das Leben!” Das sollen Menschen heute aus Michels und Levis Geschichte mitnehmen
Dass heute noch so viele Menschen Anteil an Mias Geschichte nehmen, ist kein Zufall: Über Jahre sprach die Bloggerin öffentlich über ihre Brustkrebserkrankung, zeigte ihren mehr als 200.000 Followern nicht nur schöne Momente, sondern auch Ängste, Schmerzen und Rückschläge – eine Aufgabe, aus der Mia „sehr viel Kraft” gezogen habe.
„Sie hat gekämpft bis zum letzten Moment und wollte allen Frauen da draußen mit ähnlichem Schicksal Mut geben, es genauso zu tun”, berichtet Michel. Denn Mia selbst klammerte sich an jeden einzelnen Tag mit ihren Liebsten. Nach ihrer Diagnose sei ihr zunächst eine statistische Lebenserwartung von nur 13 Monaten genannt worden, erinnert sich Michel. Doch Mia lebte deutlich länger. „Jeder Tag mehr mit ihrem Sohn und ihren Liebsten war es wert zu kämpfen.”
Zum Brustkrebstag am 1. Oktober ist es deshalb vor allem diese Lebensfreude, an die Michel erinnern möchte: „Wir alle lieben das Leben. Mia liebte das Leben“, sagt er. Doch seine Frau habe vielleicht etwas früher als viele andere verstanden, wie kostbar jeder einzelne Tag ist: „Sie wusste und spürte, was jeder Tag wert war.“
Und genau deshalb richtet Michel am Ende eine Frage an uns alle: „Wissen wir das?”
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche






























































