„War das Sinnbild für unser Trauma“Mehr als ein Jahr nach Magdeburg-Anschlag – Familie Willer hat endlich Gewissheit

Auf diese Antworten haben sie so lange gewartet!
Monatelang kämpfen Christina Willer und ihre Familie mit den schrecklichen Bildern, die sich seit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt in ihr Gedächtnis eingebrannt haben. Vor ihren Augen wird eine junge Frau schwer verletzt, schreit um Hilfe. Hat sie den Terror überlebt – und wenn ja: Wie geht es ihr heute?
Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Familie Willer sucht verletztes Opfer
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Michael und ihren beiden Kindern besucht Christina Willer am 20. Dezember 2024 den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Was als ausgelassener Familienabend beginnt, endet im Grauen. Attentäter Taleb A. tötet mit seinem Auto sechs Besucher und verletzt mindestens 323 Menschen – so auch ebendiese junge Frau, die vor Christina Willer mit verdrehtem Unterleib am Boden liegt.
Jetzt auf Youtube: Doku „Terror in Magdeburg”
Sie habe dem Unfallopfer unbedingt helfen wollen, erklärt die Mutter im Gespräch mit RTL. „Aber ich wusste, ich muss als allererstes meine Kinder in Sicherheit bringen.“ Das Bild der verletzten jungen Frau, der Wille, ihr zu helfen, es aber nicht zu können, all das plagt die Familie seit dem Tag des Anschlags. Sie machen sich Vorwürfe, die nicht verstummen. „Hätte ich ihr helfen können? Geht es ihr gut? Ist sie unter den Todesopfern?“
Lese-Tipp: Niclas (16) überlebt Anschlag in Magdeburg: So geht es ihm neun Monate später

Also macht sich Christina auf die Suche nach der Verletzten. Über ihren Anwalt, bei einer Veranstaltung für Betroffene und auch beim Prozess im Januar 2026 – ohne Erfolg. Doch dann: „Wir haben heute tatsächlich unerwartet die junge Frau gefunden, nach der wir seit dem Anschlag tatsächlich suchen. Die quasi unser Sinnbild für unser Trauma war.“
Video-Tipp: Menschen in Magdeburg zwischen Trauer und Nächstenliebe
„Sie konnte lächeln. Das beruhigt uns“ – so geht es dem 13-jährigen Opfer heute
Die gerade einmal 13-Jährige tritt ausgerechnet am selben Tag von Familie Willers Besuch als Zeugin auf. „Ich zittere immer noch, weil ich es kaum glauben kann“, sagt Christina im RTL-Interview. Es sei „unglaublich“ zu sehen, dass es „ihr gut geht, dass sie sich durch all das durchgekämpft hat und laufen kann. Sie konnte lächeln. Das beruhigt uns. Und eine riesengroße Last fällt jetzt von unseren Schultern!“
Lese-Tipp: Mutter von getötetem André (†9) erinnert in Tränenaussage an „kleinen süßen Chaot“

Das Mädchen bricht sich Bein und Becken, kämpft sich aber zurück ins Leben und kann mittlerweile wieder eigenständig laufen. Von den vielen medialen Aufrufen der Willers hat sie nichts mitbekommen.
Rührend verläuft das zufällige Treffen während des Prozesses, das vor allem der Familie dabei hilft, ein Stück weit mit den grauenvollen Minuten des Magdeburg-Anschlags abschließen zu können.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
































