Die Zeit wird knappMordanklage gegen Christian B.! Wird dem Maddie-Verdächtigen jetzt in Großbritannien der Prozess gemacht?

Christian B. vor Gericht
Christian B. vor Gericht (Archivbild)
picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Fast 20 Jahre nach dem Verschwinden von Madeleine McCann nimmt der Fall wieder Fahrt auf. Ermittler sehen offenbar genug Hinweise für eine Anklage.
19 Jahre sind vergangen – doch der Fall Madeleine McCann lässt die Ermittler nicht los. Jetzt kommt neue Bewegung in die Ermittlungen rund um den Hauptverdächtigen Christian B. Berichten zufolge drängt die britische Polizei darauf, dass er sich bald vor Gericht verantworten muss.

Ermittler wollen Anklage noch vor Jahrestag

Die Londoner Polizei will den Deutschen noch vor dem 20. Jahrestag des Verschwindens von Madeleine McCann anklagen. Demnach geht Scotland Yard davon aus, genügend Beweise sammeln zu können, damit der Fall in Großbritannien verhandelt werden kann. Das berichtet die britische Zeitung The Telegraph.

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Schon länger gilt Christian B. als Hauptverdächtiger im Fall Madeleine McCann. Die deutschen Behörden hatte ihn als solchen identifiziert, während er eine Haftstrafe wegen einer anderen Tat verbüßte. Eine Anklage im Zusammenhang mit Maddie gab es bislang jedoch nicht.

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Angst vor seiner Flucht wächst

Besonders brisant: Laut Berichten soll Christian B. planen, Deutschland zu verlassen und sich eine neue Identität zuzulegen. Die Sorge der Ermittler ist groß, ihn dann aus den Augen zu verlieren. Seine elektronische Fußfessel würde außerhalb Deutschlands nicht mehr funktionieren.

Deshalb wächst der Druck, schnell zu handeln. Ein Insider von Scotland Yard wird mit deutlichen Worten zitiert: „Nächstes Jahr jährt sich das Verschwinden von Madeleine McCann zum 20. Mal. Wenn die Beweislage stark genug ist, um den Hauptverdächtigen auszuliefern und ihn hier vor Gericht zu stellen, würden wir genau das anstreben.”
Natürlich gäbe es zahlreiche Hürden, aber die Priorität läge derzeit darauf, die stichhaltigsten Beweise gegen den Hauptverdächtigen zu sammeln.

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Rechtliches Problem könnte alles blockieren

Doch genau hier liegt das große Problem. Deutschland liefert eigene Staatsbürger grundsätzlich nicht an Länder außerhalb der EU aus. Großbritannien gehört seit dem Brexit 2020 nicht mehr dazu.
Das könnte zu einem juristischen Tauziehen führen. Sollte eine Auslieferung scheitern, wollen die Behörden dennoch sicherstellen, dass Christian B. vor Gericht gestellt wird – notfalls in Deutschland oder Portugal.

Die Londoner Polizei betont, dass die Ermittlungen weiterhin laufen, schreibt auch die britische Zeitung The Sun. Ein Sprecher erklärt: „Die Ermittlungen der Londoner Polizei zum Verschwinden von Madeleine McCann laufen seit 2011. „Ein spezielles Team untersucht weiterhin die Ereignisse des Abends des 3. Mai 2007 in Praia da Luz und hält Madeleines Familie auf dem Laufenden.”
Im Rahmen der laufenden Ermittlungen stünden sie weiterhin in engem Austausch mit ihren Kollegen bei den Polizeibehörden in Deutschland und Portugal. „Wir werden weiterhin alle vielversprechenden Ermittlungsansätze verfolgen.“

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Familie von Maddie gibt die Hoffnung nicht auf

Während die Ermittler weiter nach Antworten suchen, bleibt der Schmerz für die Familie ungebrochen. Zum 19. Jahrestag versammelten sich Madeleines Eltern gemeinsam mit ihren Kindern zu einer Gedenkfeier. In einer Erklärung schreiben sie: „Neunzehn Jahre. Die Suche nach ihr geht weiter, um Gerechtigkeit zu erlangen und die Welt ein Stück sicherer zu machen.”

„Wir sind nach wie vor sehr dankbar für all die Unterstützung von Freunden und Familie, von Menschen, die wir kennen, und solchen, die wir nicht kennen – sowie von der Polizei und den Behörden für ihre anhaltende Entschlossenheit und ihren Einsatz. Für Madeleine, die wir lieben und jeden Tag vermissen, werden wir niemals aufgeben. Kate, Gerry und Familie.“

Der Fall Madeleine McCann bleibt damit einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Europas. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit und die Antwort auf die Frage, was mit dem Kind passiert ist, lebt weiter. (ajo)

Verwendete Quellen: The Sun, The Telegraph