Liveticker zum Großeinsatz in München „Unrealistisch” – Wiesn-Chef sieht wenig Chancen für Oktoberfest-Verlängerung

von Katharina Reichardt, Yannick Seeber, Selina Römer, Tobias Haas, Christof Lang, Lea Haberbosch und Johanna Grewer

Großalarm am Mittwoch in der bayerischen Landeshauptstadt!
Erst stehen am in den frühen Morgenstunden im Münchener Norden plötzlich ein Wohnhaus und mehrere Autos in Flammen. Dann gibt es eine Bombendrohung für das Oktoberfest. Wie die Stadt auf ihrer Homepage mitteilte, gibt es einen Zusammenhang und „ein entsprechendes Schreiben des Täters”. Am Nachmittag kommt zumindest für das Oktoberfest die Entwarnung. Was die Ermittlungen zu der Großlage bisher ergeben haben und wie es für die Wiesn weitergeht, lest ihr in unserem Ticker.

Lea Haberbosch

"Unrealistisch" – wenig Chancen für Wiesn-Verlängerung 

Nach der stundenlangen Sperrung des Oktoberfestes wegen einer Bombendrohung bringt der Gastgewerbeverband Dehoga eine Verlängerung der Wiesn ins Spiel. Wiesn-Chef Christian Scharpf (SPD) sieht wenig Chancen: "Eine spontane Wiesn-Verlängerung ist aus meiner Sicht unrealistisch", sagte der Münchner Wirtschaftsreferent zur dpa. "Von den Beschäftigten in den Bierzelten über die Schausteller bis hin zum Security-Personal ist alles bis Sonntag disponiert. Viele haben ab Montag wieder andere Verpflichtungen."
Auch Wirte-Sprecher Peter Inselkammer sieht den Vorschlag kritisch und ist in seinem Urteil noch etwas klarer: "So kurzfristig ist das tatsächlich nicht möglich", sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR). "Für dieses Jahr können wir uns das nicht vorstellen."
Der Vorschlag sei "nicht die Entscheidung, die wir Wirte befürworten", sagte Inselkammer. "Wir haben ja laufende Arbeitsverträge, die Mitarbeiter sind ja meistens dann am nächsten Tag schon wieder weg." Außerdem sei unklar, inwiefern Besucher das Angebot annehmen und auch am Montag noch einen Tisch reservieren würden. 
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ist skeptisch. "Das ist eine Entscheidung der Stadt München. Ganz einfach wäre das nicht", sagte er dem BR. 
Lea Haberbosch

Dehoga rudert nach Verlängerungsvorschlag zurück

 Nach der stundenlangen Sperrung des Oktoberfestes wegen einer Bombendrohung hatte der Gastgewerbeverband Dehoga eine Verlängerung der Wiesn ins Spiel gebracht. Darüber könne man nachdenken, es wäre auch ein Zeichen, dass man sich die Lebensfreude nicht verderben lasse, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Angesichts ablehnender und skeptischer Reaktionen ist eine Umsetzung aber unrealistisch. Auch der Dehoga hat inzwischen erklärt, dies zu respektieren. 
Lea Haberbosch

Nach dramatischem Großeinsatz wird Leiche aus Haus geborgen 

Einen Tag nach dem Großbrand mit Explosionen im Münchner Norden ist eine Leiche aus dem Gebäude geborgen worden. Ob es sich dabei um den 90-jährigen Vater des Tatverdächtigen handelt, wollte die Polizei am Donnerstag vorerst nicht bestätigen. Das müsse noch ermittelt werden, auch im Rahmen der rechtsmedizinischen Untersuchung, sagte eine Sprecherin. 
Der Vater wurde noch im Gebäude vermutet. Die Einsatzkräfte konnten aber das Haus wegen der großen Hitze und der Sprengfallen lange nicht betreten. Auch ein Statiker musste noch zurate gezogen werden. 
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Polizei ermittelt weiter in Lerchenau

Am Tag nach dem Brand ist der Schaden schon von weitem sichtbar. Das Wohnhaus ist weiträumig abgesperrt. Polizisten sind weiterhin vor Ort und gehen ihren Ermittlungen nach. Anwohner werden zu ihren Häusern eskortiert. 
Das ausgebrannte Haus in Lerchenau
Das ausgebrannte Haus in Lerchenau. RTL