Auch an diesem Wochenende schauen Jennifer Brenner und ihre Kollegen der DLRG ganz genau auf den Neckar bei Heidelberg. Die großen Frachtschiffe inklusive Sog und Wellengang sind schon ein Grund, hier besser nicht baden zu gehen. Trotzdem begeben sich immer wieder Menschen in Lebensgefahr.
„Das ist nicht so, wie man es in den Filmen kennt, die planschen, rumschreien groß um Hilfe, sondern es ist immer das genaue Gegenteil, dass sie da schnell untergehen. Wenn man nicht hinschaut, sieht man es nicht und die Leute sind plötzlich weg."
Zwei Schwimmer müssen auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Es sind zwei Männer. Keine Überraschung, wenn man auf die Zahl der Badetoten im Juni schaut. Fast alle der 99 Opfer waren männlich.
„Oftmals sicherlich damit zu tun, dass da mehr Selbstüberschätzung als bei Frauen mit dazugehört, mehr Leichtsinnigkeit."
Dazu kommen Gruppendynamiken, für die Männer anfälliger sind, sagen Ärzte. Oder wie es heute an einem Bremer See heißt Testosteron.
„Überschätzung, Alkohol, denke ich mal, und die üblichen Spielchen Wer ist der Stärkere? Wer ist der Schnellere? Wer kann mehr?"
„Klar werden gewisse Situationen ein bisschen provoziert, dass man vielleicht ein bisschen weiter raus schwimmt."
Und gerade das kann gefährlich werden. An so heißen Tagen wie jetzt heizt sich unser Körper auf. Wenn wir dann in den See springen, der an der Oberfläche noch knapp über 20 Grad hat, weiter unten aber viel weniger, dann verengen unsere Gefäße die Gefahr für einen Herzinfarkt steigt aber auch das Risiko für Muskelkrämpfe. Wir verlieren die Kontrolle über unsere Bewegungen.
Deswegen:
„Nicht überhitzt ins Wasser gehen und nicht schnell ins Wasser gehen. Sich abkühlen von den Füßen hin zum Oberkörper, nicht unter Alkohol und Drogeneinfluss baden gehen."
Und die Gefahren des Wassers nicht unterschätzen. Egal wie groß die Lust auf eine Abkühlung ist.