Der Mordprozess im Live-TickerProzess-Ende rückt näher – Urteil könnte am 10. November fallen 

Fabian-Prozess neigt sich dem Ende!
Der 31. Verhandlungstag im Fall des getöteten achtjährigen Fabians aus Güstrow war relativ kurz. Zeugen wurden nicht gehört. Am Donnerstag hat ein psychiatrischer Gutachter das Wort. Dann könnte es noch einmal spannend werden, denn es soll dabei auch um die Schuldfähigkeit der Angeklagten (30) gehen.  Alle Entwicklungen rund um den Prozess lest ihr jederzeit hier im Live-Ticker auf RTL.de.

Alle Details zum Prozess im Live-Ticker

Wichtige Updates
Johanna Kroke

31. Prozesstag beendet

Weiter geht es am kommenden Donnerstag (8. Oktober). Dann soll unter anderem ein psychiatrischer Sachverständiger gehört werden, der Gina H. begutachtet hat. Das teilte der Vorsitzende Richter, Holger Schütt, heute zum Abschluss des 31. Verhandlungstages mit. In dem Gutachten geht es auch um die Schuldfähigkeit der 30-jährigen Angeklagten. 

Urteil könnte am 10. November fallen

Danach dürfte die Beweisaufnahme abgeschlossen und am 29. und 30. Oktober vor dem Landgericht Rostock die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gehört werden, so dpa. Vermutlich wird sich auch die Angeklagte in einem letzten Wort äußern. Die Urteilsverkündigung wäre dann am 10. November. „Das ist der Plan des Gerichtes“, so Schütt.
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Whatapp-Nachrichten von Gina H. nach dem Leichenfund

Vor Gericht werden nun weitere Whatsapp-Sprachnachrichten vorgespielt, die Gina H. nach dem Leichenfund empfangen oder geschickt hat. Auffällig ist, dass Trauer um Fabian dabei keine Rolle in den Nachrichten spielt, obwohl die Angeklagte laut ihrer Aussage im Prozess den Jungen „wie einen eigenen Sohn" geliebt haben will. Widersprüche, die bereits aus vorherigen Prozesstagen bekannt sind.

Weiter bleibt die Feststellung, dass Gina H. ihren Kommunikationspartnern jeweils andere Varianten vom Leichenfund und ihren Aussagen bei der Polizei berichtet hat.
Johanna Kroke

Täterwissen oder Gerüchte aus der Region? 

In einem Telefonat mit einem Freund am 20. Oktober 2025 berichtet die Angeklagte, wie ihr die Berichterstattung und die Ermittlungen der Polizei zusetzten. Sie fragt sich, warum die Polizei einen Misthaufen an ihrer Pferdekoppel durchsucht hat. "Was wollen die denn da finden?", fragt sie.

„Ich weiß nicht, mit was Fabian umgebracht wurde, angeblich aber mit sieben oder acht Messerstichen.“ Ob es sich dabei um Täterwissen handelt oder zum Beispiel entsprechende Gerüchte in der Region gegeben hat, ist unklar. Die Behörden jedenfalls hatten sich zu dem Zeitpunkt noch nicht zu den genaueren Todesumständen geäußert. Auch die genaue Anzahl der Messerstiche ging erst aus der Anklage hervor.
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"Ich werde ihm bestimmt nicht die Geschichte erzählen, wie es komplett war“

Es werden weitere Telefonate zwischen der Angeklagten und Olaf K. gehört. Wieder sind nur Fragmente zu verstehen darunter diese Worte von Gina H. im Anschluss an das Gespräch mit Fabians Vater: "Ich werde ihm (Matthias R.) bestimmt nicht die Geschichte erzählen, wie es komplett war.“

Am Morgen des 17. Oktober telefoniert Gina H. erneut mit Olaf K. Dieser beschwert sich in dem Gespräch, dass die Angeklagte verschiedenen Menschen unterschiedliche Versionen vom Leichenfund erzählt habe. Dabei soll sie auch seine Rolle dabei falsch dargestellt haben.

Die Erwiderung der 30-Jährigen hinterlässt den Eindruck, dass sie selbst den Überblick verloren habe, wem genau sie was erzählt hat.

Am Abend desselben Tages beklagt sich Gina H. in einem weiteren Telefonat mit Olaf K. ausgiebig über die Berichterstattung der Presse, Gerüchte in den sozialen Medien und die Polizei. Sie werde von allen zur Schuldigen gemacht. "Das kann sich keiner vorstellen." Eine weitere Sorge in dem Gespräch gilt ihrem Auto, welches zu diesem Zeitpunkt bei der Polizei zur Untersuchung ist: "Was ist, wenn die was finden?" fragt Gina H. 

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Mehr dazu in unserem Text: Fall Fabian (†8) aus Güstrow – die Chronologie des Verbrechens

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.

In dem seit dem 28. April laufenden Indizienprozess wurden bereits Dutzende Zeugen gehört und zahlreiche Gutachten vorgelegt. Eigentlich sollte der letzte Verhandlungstag bereits am 10. September laufen. Durch neue Zeugenaussagen und die Befragung der Angeklagten zieht sich der Prozess aber nun weiter in die Länge.

Verwendente Quellen: eigene RTL-Recherche