Es ist paradox: Nachdem der Hinrichtungsversuch mit zwei Giftspritzen gescheitert ist, kämpfen jetzt Ärzte in einem Krankenhaus in Nashville um Christa Pikes Leben.
„Wir wissen, dass sie im Moment am Leben ist und lebensrettende medizinische Versorgung erhält.“
Ihr Zustand sei kritisch. Mediziner halten es für möglich, dass das verwendete Giftmedikament Pentobarbital zumindest teilweise nicht in Pikes Blutbahn, sondern in das umliegende Gewebe gelangte.
„Das Exekutionsteam versuchte eine Stunde lang, einen intravenösen Zugang zu legen. Ich zählte allein an ihrem linken Arm mindestens sieben verwendete Nadeln.“
Während des Hinrichtungsversuchs habe sich ihr Arm violett verfärbt. Inzwischen gebe es nach Angaben der Verteidigung Blasen und Verbrennungen rund um die Einstichstellen.
Zeugen berichteten, sie hätten Pike noch lange atmen und nach Luft ringen gehört.
„Nachdem sie mehr als 20 Jahre in Einzelhaft verbracht und einen vollständigen Versuch, sie durch die Injektion zu töten, überlebt hat, hat Christa eine Strafe erdulden müssen, die größer ist als die jeder anderen Person in der Geschichte der amerikanischen Todesstrafe. Der Gouverneur muss Christas Strafe jetzt umwandeln.“
Tennessee könnte grundsätzlich aber auch einen neuen Hinrichtungstermin beantragen. Nach dem gescheiterten Versuch hat der Bundesstaat jedoch alle für dieses Jahr geplanten Hinrichtungen zunächst ausgesetzt.