Bei RTL spricht Mutter Franziska über den tödlichen Unfall„Mama, hol mich bitte ab!“ Kurz danach stirbt Stella (†14) bei Horror-Crash von Nidda

Plötzlich bewegt sich der Standort ihres Kindes nicht mehr.
Beim schweren Unfall nahe Nidda sterben am Mittwoch (19. August) zwei Jugendliche, sechs weitere werden teils schwer verletzt. Eine der Toten ist Stella (†14). Nur wenige Minuten zuvor bittet sie ihre Mutter noch, sie von der Schule abzuholen. Jetzt erzählt Franziska von den quälenden Momenten, in denen sie verzweifelt nach ihrer Tochter sucht.
Stella steigt zu Nikita ins Auto
Stellas Mama Franziska hat RTL Fotos ihrer Tochter zur Verfügung gestellt und ausdrücklich darum gebeten, das Mädchen offen zu zeigen. Für die Mutter sind die letzten Tage seit dem tödlichen Unfall ihres Kindes am Mittwoch (19. August) ein einziger Albtraum. Nur wenige Minuten vorher haben Mutter und Tochter noch Kontakt. „Mama, hol mich bitte ab!“, bittet Stella ihre Mutter. Franziska macht sich auf den Weg zur Schule.
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Doch Stella wartet nicht auf sie. Die 14-Jährige entscheidet sich um und steigt zu Nikita und weiteren Jugendlichen ins Auto. Franziska weiß davon zunächst nichts. Sie steht an der Schule und wartet auf ihre Tochter. Irgendwann schaut die besorgte Mutter auf den Standort von Stellas Handy. Doch der bewegt sich nicht mehr.

Franziska befürchtet zunächst, ihre Tochter sei entführt worden
Was Franziska in diesem Moment durch den Kopf geht, ist kaum auszuhalten. „Ich habe schon befürchtet, sie sei entführt worden, weil sich ihr Standort nicht mehr verändert hat. Meine Befürchtung war, irgendwer hat ihr Telefon bei Ober-Lais einfach auf die Straße geworfen und ist mit meinem Kind auf und davon“, erzählt sie.
Die Mutter fährt von Nidda nach Ober-Lais. Zehn quälende Minuten ist sie unterwegs. Dann sieht sie die Unfallstelle. Ein zerstörtes Auto, Rettungswagen und Hubschrauber.
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Franziska will zu ihrer Tochter, doch die Einsatzkräfte lassen sie nicht passieren. „Ich stand am Absperrband, man hat mich nicht durchgelassen, ich bin durch die Hölle gegangen“, erinnert sie sich. Wenig später steht fest, dass ihre Tochter zu den beiden Todesopfern gehört.
Das sagt Stellas Mama über ihr Kind
In einer bewegenden Nachricht, die Stellas Mutter Franziska uns schickt, schreibt sie: „Als Mutter von Stella-Sophie möchte ich einfach, dass meine Tochter nicht nur ‚das Opfer’ oder ‚die 14-Jährige’ genannt wird.” Denn Stella sei ein sehr liebevolles, glückliches, aufgewecktes und toughes Mädchen gewesen und für jeden Spaß zu haben. „Sie hatte ein sehr großes Herz, versuchte immer all ihren Freunden zu helfen und hat sich dabei meist selbst vergessen.” Jeder habe zu ihr aufgeschaut, auch die Kleinsten.

Und weiter: „Wir waren nicht nur Mutter und Tochter, wir waren beste Freundinnen! Ihre Freunde waren auch meine Freunde und gaben jedem ein Zuhause.” Die sehr große Lücke, die sie bei all denen, die sie geliebt haben hinterlasse, sei nur sehr schwer bis gar nicht zu schließen. „Abgesehen von den unerträglich, wiederkehrenden Schmerzen 😓😞🙏🏻🪽🫶”
Sie wünscht sich, dass „Jugendliche trotz aller Gruppendynamik lieber zweimal darüber nachdenken, was sie tun und bei wem sie einsteigen, und sie auch keine TikTok Challenge nachahmen sollen.”
Auch wenn Franziska ihr Kind verloren hat, ist es ihr ein Anliegen, sich bei allen Ersthelfern und Einsatzkräften an der Unfallstelle zu bedanken, die „alles Menschenmögliche getan haben”. Sie sei dankbar für die große Anteilnahme. Der gesamten Familie sei bewusst, dass „derzeit viele Informationen und Aussagen über den Unfall in den sozialen Medien kursieren”. Sie bittet um Ruhe und Privatsphäre, um Abschied von Stella nehmen zu können und die Trauer zu bewältigen. „Wir bitten um Respekt für unsere Familie und darum, von Spekulationen abzusehen.”
Acht Jugendliche sitzen in dem gestohlenen Auto
Stella sitzt gemeinsam mit sieben weiteren Jugendlichen im Alter von 14 und 15 Jahren in einem Mazda CX-5, als das Auto am Mittwoch gegen 13.15 Uhr auf einer Landstraße zwischen Ober-Lais und Michelnau verunglückt. Der Wagen prallt laut Polizei frontal und ungebremst gegen einen Anhänger, der dort für Markierungsarbeiten steht.
Der 15 Jahre alte Fahrer Nikita und Stella sterben. Die übrigen sechs Jugendlichen erleiden teils schwere Verletzungen. Auch zwei Straßenarbeiter werden verletzt. Rund 100 Einsatzkräfte sind vor Ort.
Der Mazda hatte lediglich fünf Sitzplätze und war nach Angaben der Polizei gestohlen. Warum das Auto von der Fahrspur abkam und mit dem Anhänger kollidierte, ist weiterhin unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln. Ein Sachverständiger soll den Unfallhergang rekonstruieren.

Mehr als 150 Menschen nehmen Abschied von Stella und Nikita
Am Freitagabend kommen mehr als 150 Freunde zusammen, um sich von den beiden Teenagern zu verabschieden. Auch Stellas Mutter Franziska ist dabei. Am Bismarckstein in Nidda lassen die Trauernden Luftballons steigen und erinnern gemeinsam an Stella und Nikita.
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Eine Arbeitskollegin von Franziska hat inzwischen eine GoFundMe-Spendenseite für die alleinerziehende Mutter eingerichtet. „Lasst uns gemeinsam für Franziska da sein und ihr in dieser dunkelsten Zeit ein kleines Stück Unterstützung und Halt geben“, schreibt sie dort. Für Franziska bleiben neben der Trauer auch die Erinnerungen an jene letzten Minuten. An den Anruf ihrer Tochter, das vergebliche Warten vor der Schule und die zehn Minuten Fahrt, an deren Ende sie vor einer abgesperrten Unfallstelle steht.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, GoFundMe


