Live-Ticker: Mordprozess um getöteten Fabian„Hätte ich ihn ermordet, hätte ich sicher das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten“ – Gina H. bestreitet Tat

01.07.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Die Angeklagte kommt zur Fortsetzung des Mordprozesses im Fall Fabian. Der Angeklagten wird vorgeworfen, am 10.10.2025 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen den zur Tatzeit achtjährigen Fabian aus Güstrow getötet zu haben.
Gina H. verdeckt am 1. Juli im Gerichtssaal ihr Gesicht.
Jens Büttner/dpa

Gina H. bricht ihr Schweigen!
Im Prozess um den getöteten Fabian aus Güstrow äußert sich am 24. August erstmals die Angeklagte vor dem Landgericht Rostock. Die Anklage wirft ihr vor, den Achtjährigen mit einem Messer getötet zu haben. Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 und wurde vier Tage später tot aufgefunden – ausgerechnet von Gina H. selbst. Alle Entwicklungen im Prozess lest ihr im Live-Ticker auf RTL.de.

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Wichtige Updates
Johanna Kroke

Gina H. streitet Mord an Fabian ab

Es sind die letzten Sätze ihrer Einlassung, in denen Gina H. über ihre Beziehung zu Fabian spricht. Dabei streitet sie deutlich die Vorwürfe gegen sich ab: „Hätte ich ihn ermordet, hätte ich sicher das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten." 

Ihre Beziehung zu Fabian sei nicht immer einfach gewesen. Gerade zu Anfang habe es einige Schwierigkeiten gegeben. "Fabian tat sich schwer damit, dass sein Vater eine Freundin hatte. Ich hatte das Gefühl, dass er seinen Vater am liebsten für sich allein hätte." 

Dennoch habe sie sich auch in Fabian wiedererkannt, erklärt die 30-Jährige. "Dass er in der Schule geärgert wurde und wenig Freunde hatte. Und dass er schnell aus der Haut fahren konnte. Er wirkte auf mich oft nicht glücklich", meint Gina H.. Fabian habe zudem ihre Nähe gesucht und habe gern mit ihr geredet.
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Christian D. habe die Angeklagten zum Fundort geführt

Drei Tage nach Fabians Verschwinden, fährt Gina H. mit Christian D. zu dem Tümpel, an dem kurz darauf die Leiche des Kindes gefunden wird. Zur Fahrt am 13. Oktober sagt die Angeklagte: „Wir hatten kein festes Ziel und wollten nur Zeit verbringen."

Sie habe einfach gewollt, dass D. sehe, wie sehr sie sich für Fabian einsetze. Die Gegend für die Suche sei „natürlich Quatsch“ gewesen, meint Gina H. In der Nähe des Ortes Klein Upahl zu suchen, sei ein Tipp aus dem Internet gewesen. 

„Ich bin so gut wie nachtblind und kann mich im Dunkeln schwer orientieren. Keiner hätte damit gerechnet, dass wir Fabian finden würden. Wir wollten Zeit miteinander verbringen. Wenn ich wirklich Fabian hätte suchen wollen, hätte ich das bestimmt nicht in der Nacht getan. Und nicht mit dem Mann, mit dem ich nicht gesehen werden sollte." 

Die Bezeichnung für den Tümpel als „Schweinesule" sei zuerst von Christian D. gekommen. Er sei es gewesen, der Gina H. dort hingeführt habe, erklärt sie. 
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Verständnis für Fabians Mutter

Im Prozess hat Gina H. bislang wenig verständnisvolle Worte für Dorina L. übrig. Das ändert sich jedoch zum Ende ihrer Einlassung: „Wenn ich schlecht über Fabian sprach, wollte ich nicht ihn treffen, sondern Fabians Mutter. Dass es unfair seiner Mutter gegenüber war, habe ich längst erkannt. Sie war alleinerziehend und längst nicht so privilegiert wie ich, was ich ausgeblendet habe."

„Was ich nach Fabians Tod über Dorina gesagt habe, war schlimm", erklärt die Angeklagte. Dass sie Fabians Mutter verdächtigt habe, sei „nicht ernst gemeint“ gewesen, sondern eine Ausflucht, weil sie von der Presse belagert worden sei.  „Ich habe mir leider nie Gedanken gemacht, wie sie sich fühlen musste", sagt sie. 
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"Das Ganze hat er mit Sicherheit arrangiert" – Gina H. erhebt Vorwürfe gegen Olaf K. 

Der ältere Nachbar der Angeklagten soll laut Gina H. vor Gericht gelogen haben. Demnach stimme seine Behauptung, die Angeklagte habe bei ihm nach der Tat Schuhe verstecken wollen, nicht.  „Warum sollte ich sämtliche Turnschuhe verstecken? Wo doch jeder wusste, dass ich solche Turnschuhe jeden Tag trage." 

Doch das ist nicht der einzige Vorwurf: Gina H. habe sich gewundert, dass Olaf K. nach dem Verschwinden von Fabian ein Messer gesucht habe. Olaf K. hatte sein Campingmesser nach eigenen Angaben in seinem Schuppen vermisst. Kurz nachdem er Gina H. darauf angesprochen hatte, war es laut seiner Zeugenaussage an einer anderen Stelle wieder aufgetaucht – überraschenderweise in einem Karton. „Das Ganze hat er mit Sicherheit arrangiert. Ich bin erstaunt, wie gerissen er sein kann."

Auch die Flasche mit dem flüssigen Grillanzünder bringt Gina H. mit ihrem Nachbarn in Verbindung. „Ich kann mir vorstellen, dass er die Flasche wie das Messer gesäubert hat. Auch wenn mir die Psychiater nur eine durchschnittliche Intelligenz zuschreiben, wäre ich nicht so doof, die Flasche mit Brennflüssigkeit zurück in den Schuppen zu stellen." 

Fabian (8) aus Güstrow verschwand am 10. Oktober 2025. Vier Tage später wurde seine Leiche von der Angeklagten Gina H. an einem Tümpel in einem Waldstück bei Klein Upahl gefunden. Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Laut der Anklage starb Fabian durch mehrere Messerstiche. Der Leichnam soll teilweise verbrannt worden sein, offenbar um Spuren zu verwischen.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Anfang November 2025 wurde Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater, als Tatverdächtige festgenommen. Gegen sie wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen, seither befindet sie sich in Untersuchungshaft. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sie Fabian am 10. Oktober 2025 aus der Wohnung seiner Mutter gelockt, mit ihm zu einem abgelegenen Tümpel nahe Klein Upahl gefahren und ihn dort mit mehreren Messerstichen getötet haben. Anschließend soll sie versucht haben, Spuren zu verwischen, indem sie den Leichnam in Brand setzte. Diese Vorwürfe sind bislang nicht rechtskräftig festgestellt.