Im Gericht werden Telefonaufnahmen abgespieltDiese Lüge tischte Gina H. Fabians (†8) Vater zum Leichenfund auf

„Das stellt sie immer schon so dar, wie sie es braucht”
Im Prozess um den Mord an Fabian (†8) aus Güstrow werden an Tag 14 nicht nur verschiedene Polizeibeamte in den Zeugenstand gerufen, sondern auch diverse Aufnahmen von Telefonaten abgespielt, die Gina H. nach dem Verschwinden von Fabian geführt hat. Eine davon offenbart die Lüge, die die Angeklagte Fabians Vater Matthias R. nach dem Leichenfund erzählt hat.
Gina H. dachte, dass ihre Telefonate sicher sind
Am Dienstag (23. Juni) wird auch der Ermittlungsbeamte Frank F. (49) in den Zeugenstand gerufen. Er war Leiter der Ermittlungen in der erweiterten Mordkommission im Fall Fabian und hat Zeugenbefragungen vorgenommen. Vor Gericht äußert sich der Beamte aber auch zur Telefonüberwachung von Gina H.
Direkt nach dem Leichenfund habe Gina H. ihr Handy abgeben müssen. Vor Gericht kommt nun heraus: Als Beamte darauf ihre alten Chats nachverfolgen konnten, aber keine früheren Telefonate, habe die Angeklagte daraus die Konsequenz gezogen, von nun an lieber zu telefonieren als zu schreiben. So habe sie in Telefonaten, die dann abgehört wurden, sehr offen gesprochen. Erst als ihr Verteidiger Andreas Ohm ihr sagte, dass sie vermutlich abgehört wird, habe sich ihr Telefonverhalten geändert.
So kommt es, dass vor Gericht diverse Telefonmitschnitte abgespielt werden können, in denen sich Gina H. unbedacht etwa mit Fabians Vater Matthias R., der Zeugin Heike M. oder dem Zeugen Christian D. unterhält.
In Gesprächen mit Matthias R. ging es Gina H. um sich selbst
In einem Telefonat vom 16. Oktober 2025 – zwei Tage nach dem Leichenfund – spricht Gina H. beispielsweise mit Matthias R. über den Leichenfund in Klein Uphal. Ermittler Frank F. berichtet vor Gericht, dass Matthias R. in der Kommunikation oft unterwürfig gewesen sei, Gina H. hingegen sehr Ich-bezogen. Sie habe die Situation um sich herum nach dem Leichenfund hervorgehoben.
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So sagt sie im weiteren Gesprächsverlauf etwa: „Was mit Fabian passiert ist, ist schlimm genug. Aber dass ich jetzt hier fertig gemacht werde”. Den Leichenfund nennt sie in diesem Telefonat „Scheiß beschissener bekackter Zufall” und weiter: „Am liebsten hätte ich ihn nie gefunden. (...) Warum immer ich?”
Das erzählte Gina H. Fabians Vater über den Leichenfund
In dem Gespräch wird Gina H. in Sachen Leichenfund aber noch konkreter: „Sei froh, dass du das nicht gesehen hast”, sagt sie. Und als Matthias R. erwähnt, dass erst am kommenden Tag das Ergebnis der DNA-Analyse bekannt gegeben werde und dass bis dahin nicht klar sei, ob es Fabian sei oder nicht, antwortet Gina H.: „Ich weiß aber, dass er es ist. Ich habe das Gesicht erkannt. Es war nichts übrig von dem kleinen Körper.”
Und dann sagt sie etwas, von dem heute bekannt ist, dass es eine Lüge war: Gina H. berichtet Matthias R., dass sie mit Heike M. und Olaf K. die Leiche gefunden habe. Sie sei bei einem Pferde-Heilpraktiker in der Nähe – in Lähnwitz – gewesen, die Hunde seien ausgerissen und hätten Fabian gefunden.
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Sie erzählte die Geschichte jedem, „wie sie es braucht”
Heute wissen wir aus den Zeugenaussagen von Olaf K., Christian D. und Heike M., dass es anders war. Olaf K. wurde bereits am Abend des 13. Oktober von Gina H. zu dem Tümpel geführt, an dem Fabians Leiche lag. Stunden vor Olaf K. führte die Angeklagte bereits Christian D. zu dem Tümpel in Klein Upahl – einige Kilometer von ihrem Zuhause weg.
Und am 14. Oktober kam Gina H. dann mit Zeugin Heike M. erneut zurück zum Fundort. Wie Heike M. vor Gericht bereits schilderte, sei die Angeklagte zielstrebig mit zwei Hunden über einen Acker zum Fundort bei Klein Upahl gegangen. Währenddessen sei Heike M. nach eigenen Aussagen in einiger Entfernung mit ihrem Rollator stehen geblieben.
All diese Aussagen lassen vermuten, dass Gina H. ganz genau wusste, dass sich an dem Tümpel Fabians Leiche befand. Allerdings hatte die Angeklagte den Zeugen und auch Fabians Vater Matthias R. jeweils unterschiedliche Geschichten rund um den Leichenfund erzählt. Ermittler Frank F. hält dazu vor Gericht fest: „Das stellt sie immer schon so dar, wie sie es braucht”.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


