Prozesstag 14 im Mordfall FabianHat Gina H. eine „Borderlineerkrankung”? Polizist erinnert sich an Tag des Leichenfunds

Er war die „emotionale und moralische Stütze”.
Am 14. Prozesstag im Mordfall Fabian aus Güstrow wird als erstes Polizist Dennis K. (35) befragt. Er war derjenige, der am 14. Oktober 2025 nach dem Leichenfund in Klein Uphal die ganze Zeit bei der Angeklagten Gina H. und der Zeugin Heike M. stand und mit ihnen über die Auffindesituation gesprochen hat. Vor Gericht beschreibt er das Verhalten der beiden Frauen und erinnert sich an diverse Aussagen der Angeklagten.
Polizist Dennis K. hat auf Gina H. und Heike M. „Acht gegeben”
Um 9.33 Uhr eröffnet Richter Holger Schütt den 14. Prozesstag. Um 9.35 Uhr wird der Polizeibeamte Dennis K. in den Zeugenstand gerufen. Er war es, der am Tag des Leichenfunds auf Gina H. und Heike M. „Acht gegeben” hat, wie er selbst sagt.
Er sei den beiden Frauen eine „emotionale und moralische Stütze” gewesen und habe darauf geachtet, dass sich Gina H. und Heike M. nicht vom Fundort entfernen. Dabei sei Dennis K. mit den Frauen ins Gespräch gekommen, weil „Frau M. sehr emotional war. Sie weinte immer wieder sehr stark”, erklärt er zu Beginn seiner Befragung. Während Heike M. die ganze Zeit über viel geweint habe, habe er die Angeklagte Gina H. „nicht so emotional” erlebt.
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Gina H. erzählte von „Borderlineerkrankung”
Stattdessen habe sie beispielsweise unaufgefordert erwähnt: „Sie könnte nicht weinen, sie hätte in der Vergangenheit, auch am Wochenende, viel geweint. Jetzt würde es nicht mehr gehen.”
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Nachdem Heike M. erwähnt habe, dass sie „unter Panikattacken” leide, habe auch Gina H. angefangen, über ihre mentale Gesundheit zu sprechen. Sie habe gesagt, dass sie auch an Panikattacken „und einer Borderlineerkrankung litt”, so der Polizist. Außerdem habe H. ihm „Wunden ihres Suizidversuchs gezeigt”.
Was ist das Borderline-Syndrom?
Doch was ist überhaupt eine Borderlineerkrankung? Das Wort Borderline kennen viele, wissen aber oft nicht genau, was dahintersteckt. Der Begriff bezeichnet eine komplexe Persönlichkeitsstörung, auch „emotional instabile Persönlichkeitsstörung“ genannt. Bezeichnend für Borderline sind ein selbstverletzendes Verhalten, sowie extreme Gefühle und Stimmungsschwankungen.
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Die extremen Stimmungsschwankungen zeigen sich vor allem in Beziehungen. Patienten beschreiben es Birger Dulz, Psychiater aus Hamburg und Borderline-Experte, zufolge oft so: „Es geht nicht mit anderen, und es geht nicht ohne andere.” Sie schwanken zwischen dem Aufbauen von Nähe und Distanz. „Ich hasse dich, verlass mich nicht” lautet der Titel eines Buches über die Erkrankung – dies fasse laut Dulz die Störung treffend zusammen.
Der Name der als Persönlichkeitsstörung klassifizierten Krankheit basiert auf der Tatsache, dass sie hinsichtlich der Symptome sowohl neurotische als auch psychotische Merkmale aufweist. Das heißt, es gibt Symptome, die der Betroffene bewusst als Teil seiner Krankheit wahrnimmt und über die er rational reflektieren kann. Bei den psychotischen Symptomen, die bei Borderline vor allem paranoide oder schizophrene Anklänge haben, ist dies hingegen nicht der Fall.
Psychische Probleme von Gina H. sind nicht zum ersten Mal Thema im Prozess
Schon am 21. Mai berichtete eine Polizeibeamtin, dass Gina H. bei einem Besuch der Polizei während der Vermisstensuche über einen Suizidversuch nach der Trennung von Matthias R. gesprochen hatte. Auch der Beamtin hatte H. verheilte Schnittwunden gezeigt.
Außerdem habe die Angeklagte damals erzählt, dass sie wegen Vergewaltigungen traumatisiert und psychisch krank sei und daher nicht arbeiten könne.
Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen
Solltet ihr selbst von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.
Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche


