Nach SuizidversuchEx-Trigema-Chef Wolfgang Grupp sitzt wieder am Schreibtisch

Grupp schrieb einen Brief an seine früheren Mitarbeiter. (Archivbild)
Grupp schrieb einen Brief an seine früheren Mitarbeiter. (Archivbild)
Bernd Weißbrod/dpa

„Unser Vater kommt regelmäßig ins Büro und arbeitet mit.”
Ein Jahr voller Angst, Zweifel und Hoffnung liegt hinter der Familie Grupp. Jetzt gibt es ein bewegendes Update zu Ex-Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Seine Kinder sprechen in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen offen über die schwere Zeit – und wie wichtig der 83-Jährige weiterhin ist.

Wolfgang Grupp nach Suizidversuch zurück bei Trigema

Es sind Worte, die aufatmen lassen – nach Monaten voller Sorgen. Wolfgang Grupp hatte Mitte 2025 selbst öffentlich gemacht, dass er einen Suizidversuch unternommen hatte. Hintergrund laut dpa waren demnach auch Zweifel, ob er noch gebraucht werde. Ein Thema, das seine Kinder bis heute bewegt. „Wir hatten ein herausforderndes Jahr“, resümiert sein Sohn Wolfgang junior im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen.

Familie Grupp - Trigema
Wolfgang Grupp im Kreise seiner Familie (Archivbild)
Bernd Weißbrod/dpa

Vermutlich auch im Namen seiner Schwester und Grupps Frau Elisabeth ergänzt er: „Wir sind froh, dass es mit meinem Vater dann doch so gut ausgegangen ist. Wir hatten Glück und sind dankbar dafür.” Inzwischen ist der 83-Jährige wieder regelmäßig im Familienunternehmen anzutreffen. Der 83-Jährige unterstützt seine Kinder, Bonita und Wolfgang junior, denen er zum 1. Januar 2024 die Geschäftsführung übertragen hat. „Wir Grupps halten zusammen”, so Wolfgang junior, „natürlich zieht sich unser Vater immer mehr zurück. Er kommt später ins Büro und geht auch mal früher. Doch er ist immer noch da und hilft uns. Das ist schön.”

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„Meinem Vater geht es gut”

Sein Arbeitsplatz ist derselbe geblieben: Grupp sitzt an seinem Schreibtisch im Großraumbüro der Firmenzentrale in Burladingen (Baden-Württemberg). Für Tochter Bonita ist das ein gutes Zeichen. „Meinem Vater geht es gut. Wir fragen ihn regelmäßig um Rat“, erklärt sie im Interview.

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Die Erfahrung des Vaters ist „sehr wertvoll” für die Geschwister Grupp. „Wir haben das Glück, mit ihm den Unternehmensberater im eigenen Haus zu haben“, sagt Wolfgang Grupp Junior der Augsburger Allgemeinen. Ein zentraler Punkt dabei: die Werte, für die Grupp senior steht. Laut dpa hat er in all den Jahren weder betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen noch Kurzarbeit eingeführt – ein Kurs, den seine Kinder weiterführen wollen. Wolfgang Grupps Know-how ist also auch in Zukunft weiter gefragt – und gibt ihm hoffentlich das Gefühl, weiter wichtig für seine Familie und sein Unternehmen zu sein. (lha)

Verwendete Quellen: Augsburger Allgemeine, dpa

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