Kuriose Pläne in MannheimStadtrat lädt zur Swinger-Party ins Rathaus – und droht schon mit Richtern

Ausgerechnet im Rathaus soll es zur Sache gehen.
Der Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat (35) will dort eine politische Swinger-Party veranstalten. Die Stadt hat allerdings erhebliche Zweifel an seinen Plänen. Ferrat kündigt schon jetzt an: Im Streitfall will er notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Julien Ferrat plant Swinger-Party im Mannheimer Rathaus

Der Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat sorgt mit einer ungewöhnlichen Ankündigung für Aufsehen. Der 35-Jährige will eine Swinger-Party im Rathaus veranstalten und hat seine Pläne am Donnerstag öffentlich gemacht. Ferrat sitzt für die Wählervereinigung „Die Mannheimer” im Gemeinderat.
Warum ausgerechnet das Rathaus? Ferrat erklärt: „Das Rathaus ist zentral gelegen.“ Nach seiner Auffassung gebe es außerdem „keine Hausordnung oder kommunale Satzung, die Swingerpartys im Rathaus explizit verbietet“.
Wann die Party stattfinden und wie sie genau ablaufen soll, ist bislang noch offen.
Stadt Mannheim hat „erhebliche Zweifel“
Ob Ferrat seine Pläne tatsächlich umsetzen darf, ist fraglich. Auf Anfrage des SWR erklärt die Stadt Mannheim, dass ihr bislang keine konkreten Informationen zur geplanten Veranstaltung vorliegen. Nach dem bisherigen Stand bestünden jedoch erhebliche Zweifel an der Zulässigkeit und Durchführbarkeit. Eine RTL-Anfrage ließ die Stadt zunächst unbeantwortet.
Die Stadtverwaltung will deshalb Kontakt mit Ferrat aufnehmen und klären, was genau er vorhat. Der Stadtrat stellt sich bereits auf Widerstand ein: Sollte seine Veranstaltung untersagt werden, will er den Rechtsweg beschreiten – nach eigenen Worten „notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht“. Eine höchstrichterliche Entscheidung zu einem solchen Fall gebe es bislang nicht.
Ferrat will „FKK-Swinger-Paradies“ für Mannheim
Hinter der Party steckt nach Ferrats Darstellung auch eine politische Forderung. Er möchte in Mannheim ein „FKK-Swinger-Paradies“ etablieren und verspricht sich davon zusätzliche Einnahmen für die Stadt. Ein solches Angebot könnte seiner Einschätzung nach „jährlich Millionen in die Stadtkasse spülen“. Mit der Rathaus-Party will er dieser Forderung Nachdruck verleihen.
Für Ferrat ist das Thema nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr organisierte er eine „politische Bildungsfahrt“ ins südfranzösische Cap d’Agde. Insgesamt 20 Teilnehmer reisten damals in das dortige „Village naturiste“, das für FKK- und Swinger-Angebote bekannt ist. Nach der Reise sprach Ferrat von „touristischem Potential“, das er auch für Mannheim sehe.
Vewendete Quelle: Pressemitteilung Julien Ferrat/ SWR/ eigene RTL-Recherche/ rsa
































