Schlimme Parallelen zum Fall PelicotEhemann betäubt und vergewaltigt seine Frau über 20 Jahre

A man, believed to be Jonathan Kirk, one of the accused, arrives at Minshull Street Crown Court, as 13 men go on trial charged with serious sexual ‌offences against the same woman, who is the wife of one of the accused, in Manchester, Britain, September 14, 2026.
Dieses Foto soll einen der Angeklagten zeigen, wie er am 14. September vor Gericht in Manchester erscheint.
REUTERS/Temilade Adelaja

Sie musste unfassbar Schlimmes ertragen – mehr als 20 Jahre lang!
Mehr als zwei Jahrzehnte lang macht ein Mann seine eigene Ehefrau zum Opfer sexualisierter Gewalt. Vor Gericht bekennt sich der Brite jetzt in 60 Anklagepunkten schuldig, darunter 21 Vergewaltigungen. Der Fall erinnert in zentralen Punkten an das Martyrium von Gisèle Pelicot.

Ehefrau sitzt bei den Geständnissen in der ersten Reihe

Am Manchester Minshull Street Crown Court räumt ein Mann in seinen 60ern aus dem englischen Stockport ein, seine eigene Frau über Jahre sexuell missbraucht zu haben. Nach seinem Geständnis steht fest, dass der Ehemann seine Ehefrau betäubt und vergewaltigt hat.

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Die sitzt am Montag, 14. September, selbst im Gerichtssaal! Aus der ersten Reihe der Zuschauertribüne verfolgt sie gemeinsam mit Familienangehörigen, wie ihr inzwischen von ihr getrennt lebender Mann eine Schuld nach der anderen eingesteht. Britische Medien berichten, dass sie während der Anhörung von Angehörigen getröstet wird und sich zeitweise die Augen wischt.

Ab 2004! Ehemann betäubt seine Ehefrau über Jahre

Die Taten reichen bis ins Jahr 2004 zurück: Der Mann gesteht unter anderem Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe. Außerdem räumt er ein, seiner Frau eine Substanz verabreicht zu haben, um sie zu betäuben oder außer Gefecht zu setzen und sexuelle Handlungen an ihr vorzunehmen. Intime Fotos oder Videos seiner Frau verbreitete er demnach ebenfalls ohne ihre Zustimmung und zur eigenen sexuellen Befriedigung.

Bereits im Juni hatte der Brite einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. Damals bekannte er sich unter anderem der Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und mehreren Übergriffen durch Penetration schuldig. Nun folgen weitere 45 Schuldbekenntnisse. Insgesamt bekennt er sich damit in 60 Anklagepunkten schuldig, darunter in 21 Fällen wegen Vergewaltigung. Die Vorwürfe erstrecken sich nach den vor Gericht behandelten Anklagepunkten von 2004 bis 2025.

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Lud er andere zur Vergewaltigung ein? 12 andere Männer vor Gericht

Doch der Ehemann ist nicht der einzige Mann, mit dem sich die Justiz in diesem Fall beschäftigt. Die Ermittler werfen weiteren Männern vor, an Sexualstraftaten gegen dieselbe Frau beteiligt gewesen zu sein. Nach Angaben britischer Medien soll der Ehemann andere Männer eingeladen haben, seine bewusstlose Frau sexuell zu missbrauchen. Die entsprechenden Vorwürfe gegen die übrigen Beschuldigten betreffen einen Zeitraum ab 2018.

Zwölf Männer im Alter von Ende 20 bis Mitte 70 bestreiten die gegen sie erhobenen Vorwürfe. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Unter ihnen befinden sich unter anderem ein Rettungssanitäter, ein ehemaliger DJ und ein früherer Funktionär eines Fußballvereins.

Die erschreckenden Parallelen zum Fall Gisèle Pelicot

Wer die Details hört, denkt unweigerlich an den Pelicot-Fall in Frankreich. Auch Dominique Pelicot betäubte seine damalige Frau Gisèle über Jahre mit Medikamenten und vergewaltigte sie. Zusätzlich holte er zahlreiche fremde Männer in das gemeinsame Haus und ließ sie die bewusstlose Frau vergewaltigen. Die Taten filmte er.

Gisèle Pelicot meldet sich nach dem Urteil zu Wort
Gisèle Pelicot entschied sich bewusst für einen Prozess in der Öffentlichkeit (Archivbild).
Reuters

Im Dezember 2024 verurteilte ein französisches Gericht Dominique Pelicot zur Höchststrafe von 20 Jahren Haft. Auch seine 50 Mitangeklagten wurden wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung oder sexueller Nötigung schuldig gesprochen.

Trotz der auffälligen Parallelen handelt es sich um zwei voneinander unabhängige Fälle. Im aktuellen britischen Verfahren ist zudem noch nicht geklärt, ob und in welchem Umfang die zwölf Männer, die ihre Schuld bestreiten, tatsächlich an Straftaten gegen die Frau beteiligt waren.

Verwendete Quellen: BBC, Guardian, Sky News