Dramatischer E-Scooter-Unfall in FrankfurtZwillinge Minh und Quang (23) totgerast – Urteil gegen Todesfahrer gefallen!

Die Zwillinge Minh & Quang sterben bei einem Unfall.
Die Zwillinge Minh und Quang (23) starben bei dem E-Scooter-Unfall.
gofundme
von Bella Christophel und Jan Luhrenberg

Ist das eine gerechte Strafe für den Tod zweier junger Menschen?
Die 23-jährigen Zwillinge Minh und Quang sterben, ihr Freund verliert einen Unterschenkel. Jetzt ist im Prozess um den verheerenden E-Scooter-Unfall in Frankfurt das Urteil gegen den 24-jährigen Autofahrer gefallen. Er stand womöglich unter Einfluss von Lachgas.

Urteil gefallen! Richterin spricht von einer „Tragödie”

Drei Jahre Gefängnis. Das ist das Urteil nach einer Nacht, die zwei jungen Männern das Leben gekostet und das eines weiteren für immer verändert hat. Die Vorsitzende Richterin sagt: „Man kann von einer Tragödie sprechen“.

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Das Landgericht Frankfurt verurteilt Mohammad S. am Mittwoch (16. September) wegen der fahrlässigen Tötung der 23-jährigen Zwillingsbrüder sowie wegen versuchten Mordes an einem weiteren E-Scooter-Fahrer. Zusätzlich muss der 24-Jährige dem schwer verletzten Überlebenden 350.000 Euro zahlen. Dessen Versicherung hatte zuvor bereits 150.000 Euro geleistet.

Bei dem Unfall waren Zwillingsbrüder ums Leben gekommen. (Archivfoto)
Der Angeklagte Mohammad S. wurde heute verurteilt (Archivfoto).
Hannes P. Albert/dpa

Zwillinge Minh und Quang (23) sterben bei Scooter-Unfall

Es ist die Nacht auf den 6. Juli 2025. Die Zwillinge Minh und Quang sind mit Freunden in Frankfurt unterwegs. Auf dem Heimweg fahren die Brüder gemeinsam auf einem E-Scooter über den Fahrradstreifen der Mainzer Landstraße.

Zur gleichen Zeit sitzt Mohammad S. am Steuer eines Autos. Vor der Fahrt hat er nach Angaben aus dem Prozess Lachgas konsumiert, außerdem fährt er deutlich zu schnell. Später ergibt ein Gutachten: Statt mit den erlaubten 50 km/h soll er mit 87 km/h unterwegs gewesen sein – in der Innenstadt! Er verliert die Kontrolle über den Wagen.

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Sein Auto gerät auf den Fahrradstreifen und trifft zuerst den Roller der Zwillinge, dann den ihres Freundes. Einer der Brüder stirbt noch am Unfallort. Der andere wird ins Krankenhaus gebracht, doch auch für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Wenige Stunden später ist auch er tot. Zwei Brüder. Beide 23 Jahre alt.

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Freund der toten Zwillinge (23) verliert einen Unterschenkel

Der dramatische E-Scooter-Unfall in Frankfurt hat auch für den damals 27-jährigen Freund der Zwillinge schlimme Folgen: Er wird auf die Motorhaube geschleudert, sein Kopf durchschlägt die Windschutzscheibe. Sein Bein verhakt sich am Fahrzeug.

Trotzdem fährt Mohammad S. weiter. Erst nach rund 150 Metern fällt der schwer verletzte Mann von der Motorhaube. Er überlebt, doch ein Unterschenkel muss amputiert werden.

Genau dieses Verhalten spielt für das Urteil eine entscheidende Rolle. Während das Gericht den Tod der Zwillinge als fahrlässige Tötung wertet, verurteilt es Mohammad S. im Fall des überlebenden Mannes wegen versuchten Mordes. Die juristische Begründung dreht sich unter anderem darum, dass der Angeklagte weiterfuhr und keine Hilfe holte.

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Angeklagter Mohammad S. floh zunächst vom Unfallort

Nach den Zusammenstößen fährt Mohammad S. einfach weiter. Das beschädigte Auto stellt er einige Kilometer entfernt ab. Kennzeichen werden entfernt. Erst rund zwei Stunden später kehrt Mohammad S. zurück und stellt sich den Behörden.

Im Prozess ging es deshalb nicht nur um die Frage, wie es zu der tödlichen Fahrt kommen konnte. Das Gericht musste auch bewerten, warum Mohammad S. danach nicht anhielt und dem schwer verletzten Mann half.

Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte dagegen auf eine Strafe, die noch zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können. Das Gericht entscheidet sich nun für drei Jahre Gefängnis.

Für die Familien der beiden getöteten Zwillinge kann auch dieses Urteil nichts zurückbringen. Minh und Quang waren gerade einmal 23 Jahre alt, als eine gemeinsame Fahrt durch Frankfurt tödlich endete.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DPA, Frankfurter Rundschau