Plötzlich hat sie ein NeugeborenesSchwangere geht schlafen – als sie aufwacht, ist ihr Baby da

Die Fortschritte der Medizin manifestieren sich besonders im Leben der kleinsten Erdenbuerger, den Fruehgeborenen . Konnten frueher Saeuglinge mit einem Geburtsgewicht von unter 1000 g kaum ueberleben, ist es heute durchaus moeglich , dass Kinder mit einem Gewicht von 500g ohne Schaden eine gute Chance haben. Sorgfalt, Zuwendung und Pflege tun ein uebriges. Die Fotos entstanden auf der Intensivstation fuer Fruehgeborene beim Bethanienkrankenhaus. Das Foto zeigt: Blutentnahme bei einem Frühchen durch die Kinderärztin. Foto: Klaus Rose
Carolina Moreno brachte ihren Sohn offenbar im Schlaf zur Welt. Erst Stunden später bemerkte sie, dass ihr Baby bereits geboren war. (Symbolbild)
picture alliance / Klaus Rose
von Martina Lewinski

Mit einer solchen Geburt hat Carolina Moreno niemals gerechnet.
Die Kanadierin schlief während der Wehen nach einer Periduralanästhesie (PDA) erschöpft ein – und wurde Stunden später von einer Krankenschwester geweckt. Der Grund: Der Herzschlag ihres Babys schien plötzlich verschwunden zu sein. Doch das, was wirklich passierte, haute alle im Krankenhaus um.

Eigentlich sollte die PDA nur die Schmerzen lindern

Carolina Moreno (27) aus der kanadischen Provinz Alberta erwartet im April ihr drittes Kind. Zunächst verläuft die Geburt ganz normal. Eigentlich möchte sie auf Schmerzmittel verzichten, doch als die Wehen immer heftiger werden und kaum noch Pausen dazwischen liegen, entscheidet sie sich für eine PDA.

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Da die Betäubung zunächst kaum wirkt, erhält sie zusätzlich Lachgas und darf über ein spezielles System selbst weitere Schmerzmittel anfordern. Erst nach einiger Zeit lassen die Schmerzen nach. Weil sie die ganze Nacht über kaum zur Ruhe gekommen war, schläft sie schließlich völlig erschöpft ein.

Zu diesem Zeitpunkt ist ihr Muttermund erst vier Zentimeter geöffnet. Dass die Geburt kurz bevorsteht, hält sie deshalb für ausgeschlossen.

Plötzlich war der Herzschlag des Babys verschwunden

Gegen sieben Uhr morgens wird Moreno von einer Krankenschwester geweckt. Das Überwachungsgerät zeigt keinen Herzschlag ihres Babys mehr an. Zunächst bleibt sie noch ruhig, denn der Sensor hatte zuvor bereits gelegentlich den Kontakt verloren. Doch als die Suche nach dem Herzschlag ungewöhnlich lange dauert, bekommt sie Panik. „Ich dachte sofort, dass etwas Schlimmes passiert ist“, erzählt die 27-Jährige der Daily Mail. „Ich habe schon damit gerechnet, in den OP gebracht zu werden.“

Auch der Krankenschwester fiel auf, dass sich Morenos Bauch plötzlich ungewöhnlich anfühlte. Kurz darauf die unglaubliche Entdeckung: Ihr Sohn war bereits geboren – und lag zwischen den Beinen seiner Mutter. Offenbar hatte Carolina Moreno ihr Baby vollständig im Schlaf zur Welt gebracht.

Für Mutter und Kind ging die ungewöhnliche Geburt glücklicherweise gut aus. Doch für Moreno war das Erlebnis alles andere als schön.

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„Ich dachte wirklich, mein Baby sei tot“

Obwohl viele Menschen ihre Geschichte für außergewöhnlich oder sogar beneidenswert halten, empfindet die Kanadierin die Geburt bis heute als traumatisch. „Ich dachte wirklich, mein Baby sei tot“, sagt sie. Selbst nachdem ihr Sohn geschrien habe und sie ihn im Arm halten konnte, sei die Angst geblieben, dass ihm doch noch etwas passieren könnte.

Besonders belastet sie jedoch ein anderer Gedanke: „Ich habe die Geburt meines eigenen Kindes verpasst. Das ist ein Moment, den keine Mutter verpassen möchte.“

Sie und ihr Mann hatten das Geschlecht ihres dritten Kindes bewusst bis zur Geburt geheim gehalten. Eigentlich hatten sie sich einen emotionalen Moment ausgemalt, in dem ihr Mann verkündet, ob sie einen Jungen oder ein Mädchen bekommen haben. „Stattdessen hörten wir nur: ‘Es ist ein Junge – bitte sorgt dafür, dass er lebt.’ Die ganze Freude über diesen besonderen Moment war in diesem Augenblick verschwunden.“

Heute sind Mutter und Sohn gesund und wohlauf. Auch wenn die Geburt ganz anders verlief als erhofft, zählt für Carolina Moreno am Ende vor allem eines: Sie kann ihren kleinen Jungen endlich in den Armen halten.

Verwendete Quelle: Daily Mail