Gerichtsentscheidung macht HoffnungMega-Urteil! Sonnenliegen ständig reserviert – Urlauber bekommt Geld zurück

So nicht: Viele Hotels haben inzwischen Regeln eingeführt, die das Reservieren von Liegen mit Handtüchern verbieten.
Wer eine Liege am Hotelpool ergattern möchte, muss meist früh aufstehen.
Clara Margais/dpa/dpa-tmn

Urlauber zieht im Liegenkampf vor Gericht!
Es ist nicht immer leicht, sich im Urlaub die Sonnenliegen am Hotelpool zu sichern, oft sind sie mit Handtüchern reserviert. Das will sich ein Reisender nicht gefallen lassen und fordert Geld zurück – mit Erfolg!

Trotz Hotel-Regeln: Sonnenliegen ab 6.00 Uhr morgens reserviert

Die meisten dürften es kennen: Endlich Urlaub, aber am Hotelpool sind die Sonnenliegen jeden Tag von anderen Urlaubern mit Handtüchern blockiert. Das Amtsgericht Hannover hat nun in einem solchen Fall entschieden, dass der Reiseveranstalter einschreiten muss – oder sich der Reisepreis entsprechend mindert.

Im konkreten Fall hatte ein Reisender gegen den Veranstalter geklagt und 986,70 Euro vom Reisepreis zurückgefordert – worauf er laut Gericht einen Anspruch hat. Ein Gerichtssprecher sagte, es handele sich um eine Einzelfallentscheidung.

Der Kläger hatte den Angaben zufolge beim Veranstalter eine Pauschalreise im August 2024 auf der griechischen Insel Kos gebucht, für 7.186 Euro. Er wandte sich vergeblich an Reiseleitung und Hotelpersonal, weil die Liegen am Pool gegen die herrschenden Regeln ab 6.00 Uhr morgens mit Handtüchern reserviert waren, ohne dass Gäste diese genutzt hätten. Dabei sei der Pool für seine Familie und die Kinder wichtig gewesen.

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Gericht entscheidet für den Urlauber – doch der Reiseveranstalter weigert sich

Für das Gericht stand fest, dass die Reise wegen der blockierten Liegen Mängel hatte. Und damit darf der Reisepreis für die geltend gemachten zehn Tage täglich um 15 Prozent gemindert werden. Daraus ergeben sich demnach 986,70 Euro. Dabei sei auch berücksichtigt, dass es sich bei der gebuchten Unterkunft um ein Angebot im gehobenen Preissegment handelte.

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Gegen einen Mahnbescheid über die Summe legte der Veranstalter Widerspruch ein, zahlte aber 350 Euro. Das Gericht entschied, dass der Kläger Anspruch auch auf die restliche Summe von 636,70 Euro hat. Der Sprecher erklärte, es entspreche der ständigen Rechtsprechung des Amtsgerichts Hannover und anderer Gerichte, dass in solchen Fällen ein Reisemangel vorliegen könne. (dpa)

Verwendete Quelle: dpa