Adoptiert, verloren, wiedergefundenJahrzehntelang beste Freundinnen! Dabei sind Meena und Minal Schwestern
Es ist eine Geschichte, wie sie sonst nur Hollywood schreibt!
Zwei Frauen wachsen in den Niederlanden auf, werden im Teenageralter beste Freundinnen und nennen sich aus einer tiefen Intuition heraus „Schwestern“. Jahrzehnte später bringt ein Gentest die unglaubliche Wahrheit ans Licht: Sie teilen sich dieselben biologischen Eltern.
Unsichtbares Band seit dem ersten Treffen
Als sich Meena Geltink (43) und Minal Tijssen (44) Mitte der Neunzigerjahre das erste Mal in die Augen blicken, ist es, als würden sie in einen Spiegel schauen. Beide sind damals Teenager, die Anfang der 1980er Jahre in Mumbai (Indien) geboren wurden. Kurz nach der Geburt wurden sie in zwei verschiedenen Waisenhäusern abgegeben. Von dort aus nahmen zwei niederländische Paare sie unabhängig voneinander auf. Meena wuchs in einem kleinen Dorf in den Niederlanden auf, ihre Eltern arbeiteten als Lehrer an einer Privatschule, Minal in einer anderen Region des Landes. Rund 130 Kilometer lagen zwischen ihren neuen Heimatorten.
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Bei einem Treffen der Adoptionsagentur in den Niederlanden kreuzen sich 1996 ihre Wege zum ersten Mal. „Alle adoptierten Kinder wurden zusammengebracht, um Zeit miteinander zu verbringen, Freundschaften zu knüpfen und gemeinsam zu Abend zu essen“, erinnert sich Meena heute. Sofort bemerken Freunde die verblüffende Ähnlichkeit der beiden Mädchen. „Sie sagten: ‚Schaut euch mal im Spiegel an.‘ Und ich dachte nur: Oh mein Gott, sie hat meine Nase! Wir haben dasselbe Lachen. Beim Abendessen konnte ich sie die ganze Zeit nur anstarren.“
„Schwestern“ – lange bevor sie die Wahrheit kannten
Noch am nächsten Tag tauschen die Mädchen ihre Adressen aus. Obwohl es keinerlei Beweise für eine biologische Verwandtschaft gibt, ist die Verbindung sofort magisch. Jahrelang schreiben sie sich Briefe, teilen Geheimnisse über die Schule, Jungs, das Ausgehen und ihre gemeinsame Liebe zu den Backstreet Boys. Fast prophetisch unterschreiben sie ihre Briefe oft mit „Sis“ (Schwester) – einfach, weil es sich von Anfang an so angefühlt hat.
Die Waisenhäuser in Mumbai geben damals keine Informationen über die leiblichen Eltern heraus. Als Meena 2003 mit ihren Adoptiveltern und ihrem ebenfalls adoptierten Bruder nach Indien reist, bleibt die Suche erfolglos. „Für mich war es wichtig zu wissen, wo ich herkomme“, sagt sie. Doch das Waisenhaus verweigert jede Auskunft.
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Doch das Leben geht eigene Wege. Vor 15 Jahren bricht der Kontakt ab. Minal zieht nach Frankreich, Meena wird Mutter und ist im Alltag eingespannt. Die Jahre vergehen, die Verbindung scheint im Sande verlaufen zu sein – bis das Jahr 2026 alles verändert.
Ein Screenshot und zehn falsche Passwörter
Bereits 2017 macht Meena aus Neugierde einen DNA-Test bei einer Online-Plattform, findet jedoch keine Treffer und löscht die App schließlich wieder, um Speicherplatz auf ihrem Smartphone freizugeben. Im April 2026 macht auch Minal während eines Besuchs bei ihren Eltern in den Niederlanden einen solchen Test. Als das Ergebnis eintrifft, kann sie ihren Augen kaum trauen. In der Datenbank wird ihr ein Match angezeigt: „Meena: Schwester“.
„Zuerst habe ich gar nicht begriffen, dass es die Meena war, die ich von früher kannte“, erzählt Minal. Erst beim Blick auf die Social-Media-Fotos wird ihr die Sensation bewusst. Sofort schreibt sie Meena am 20. Mai über Facebook an: „Erinnerst du dich an mich?“ und hängt den Screenshot der Testergebnisse an.
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Bei Meena bricht augenblicklich das Chaos aus: „Ich habe die App hastig neu installiert. Ich war so nervös, dass ich zehnmal das falsche Passwort eingegeben habe, bevor ich mich endlich einloggen konnte.“ Das Ergebnis ist unmissverständlich: Ein 100-Prozent-Match. Meena und Minal teilen dieselbe leibliche Mutter und denselben Vater. „Es war wie ein Adrenalinstoß. Ich habe geweint. Minal war mein fehlendes Puzzleteil, auf das ich so lange gewartet hatte. Dieser DNA-Abgleich war die Bestätigung, dass unsere Intuition die ganze Zeit über richtig war.“
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„Es fühlte sich an wie Heimkehren“
Am 11. August 2026 kommt es schließlich zum hochemotionalen Wiedersehen der beiden Schwestern – inklusive Tränen, langen Umarmungen und dem allerersten gemeinsamen Selfie. „Es war fantastisch. Es fühlte sich an wie Heimkehren“, beschreibt Meena, die heute dreifache Mutter ist, den Moment. „Jahrelang fühlte ich eine Leere in meinem Herzen. Jetzt fühlen wir uns vollständig. Alles fühlt sich genau so an, wie es sein soll.“
Auch für Minal, die mittlerweile zwei Söhne hat, ist eine tiefe Sehnsucht gestillt: „Ich habe immer gehofft, biologische Verwandte zu finden. Vor allem Brüder oder Schwestern. Und jetzt ist es so weit. Tief in mir spürte ich, dass ich nicht mehr allein sein würde.“
Heute telefonieren die beiden Frauen fast jeden zweiten Tag. Ihre Familien, Partner und Kinder haben sich längst kennengelernt. Und die Ähnlichkeiten verblüffen noch immer jeden im Umfeld: „Alle bemerken, wie wir die Sätze der anderen beenden, wie wir unsere Köpfe bewegen oder wie ähnlich wir laufen“, erzählt Meena. Manchmal verlieren sich die Schwestern so sehr im Gespräch, dass sie nach zwei Stunden plötzlich erschrecken, weil sie noch einkaufen oder die Kinder von der Schule abholen müssen.

Der gemeinsame Traum vom Ursprung
Obwohl das späte Glück die beiden Frauen mit tiefer Dankbarkeit erfüllt, bleibt auch ein leiser Schmerz über die verlorene Zeit. „Es gab Zeiten, in denen wir uns beide sehr einsam gefühlt haben – zum Beispiel, als ich meinen Vater verlor oder eine Trennung durchmachte“, gesteht Meena. „Ich bedauere, dass wir in diesen schweren Zeiten nicht füreinander da sein und unser Glück nicht früher teilen konnten.“
Umso entschlossener blicken die Schwestern nun in die Zukunft. Ihr größter gemeinsamer Traum ist es, dorthin zurückzukehren, wo ihre Reise einst begann: Sie wollen zusammen nach Indien reisen, um Hand in Hand durch die Straßen von Mumbai zu gehen und den Kreis ihrer außergewöhnlichen Geschichte endgültig zu schließen.
Verwendete Quellen: Reuters, BBC
































