Zweites Kind ohne zweite SchwangerschaftSarahs und Josephs langer Weg bis zum Adoptivkind

Sarah und Joseph wollten immer mindestens zwei Kinder – wenn möglich auch durch eine Adoption.
Sarah und Joseph wollten immer mindestens zwei Kinder – wenn möglich auch durch eine Adoption. 
RTL Nord
von Lena Moustafa und Johanna Kroke

Nach vier Jahren endlich Zweifach-Mama!
Bereits als Sarah Buttala und ihr Mann Joseph sich kennenlernen, ist für das Paar klar: Sie wollen mindestens zwei Kinder. Nach der ersten Schwangerschaft wird dieser Gedanke mehr und mehr zur Realität. Doch bis das Paar endlich zum zweiten Mal Eltern wird, liegt vor ihnen ein langer Weg voller Unsicherheit. Denn sie entschließen sich, das zweite Kind zu adoptieren.

Bewerbungsprozess verlangt von Sarah viel Geduld

Bis der Anruf kommt, dass die Adoptionsbehörde ein passendes Kind für Sarah und Josef gefunden hat, ist für die beiden unklar, ob sie überhaupt einmal Adoptiveltern werden. Bevor die beiden als Adoptivbewerber anerkannt werden, muss sich das Paar durch jede Menge Papierkram, viele Gespräche und ein fünfwöchiges Seminar kämpfen. Ein Prozess, der am Ende drei Jahre dauert.

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Die Chance, ein Kind bei sich aufzunehmen, kommt auch dann nicht direkt. „Drei Jahre hat es gedauert, bis wir anerkannt wurden als Bewerber. Und dann haben wir noch mal fast ein ganzes Jahr gewartet“, erinnert sich Sarah im Interview mit RTL. „Das war lange und schwer.” Denn um sie herum bekommen die beiden mit, wie andere Bewerber bereits vermittelt werden.

Sarah, Joseph, Ari und Amalia – seit 2023 sind sie endlich zu viert!
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Zweites Kind? Ohne Schwangerschaft!

Dass sich die Buttalas für eine Adoption für ihr zweites Kind entschieden haben, hat einen Grund. Während der Schwangerschaft mit ihrem ersten Sohn Ari litt Sarah unter starker Schwangerschaftsübelkeit. Immer wieder muss sich sich übergeben, muss deshalb sogar mehrfach ins Krankenhaus. „Ich habe zehn Kilo abgenommen und dann war die Geburt auch sehr lang und sehr schwer”, erzählt sie.

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Ein zweites Mal möchte sie das nicht – vor allem, weil die Übelkeit bedeuten würde, dass sie in der Zeit nicht für Sohn Ari da sein kann. „Wenn ich jetzt noch mal diese Schwangerschaftsübelkeit habe, dann bin ich weg für Monate, kann gar nichts mehr machen”, sagt die Mutter. „Das wollten wir dann auch nicht für ihn, dass Mama dann im Krankenhaus und nicht mehr ansprechbar ist.”

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Für Sarah und Josef ist klar: Das ist ihre Tochter!

Nachdem Joseph und Sarah endlich als Bewerber aufgenommen werden, dauert es noch ein Jahr, bis sie endlich zum zweiten Mal Eltern werden. An einem Novembermorgen 2023 kommt dann der lang ersehnte Anruf: Ein kleines Mädchen, gerade mal vier Tage alt, wartet im Krankenhaus auf Sarah und Josef. Gemeinsam mit Ari fahren die beiden sofort los.

„Ich habe sofort angefangen zu weinen. Noch bevor ich sie gesehen habe”, sagt Sarah. Sofort ist für Sarah und Josef klar: Dieses kleine Mädchen, das ist ihre Tochter. Für die beiden ist es das gleiche Gefühl wie damals, als sie Ari nach seiner Geburt das erste Mal in den Armen hielten. Einen Unterschied zwischen leiblichem und Adoptivkind gibt es für das Paar nicht. Auch für den damals sechsjährigen Ari ist es sehr aufregend – endlich ist er ein großer Bruder.

Amalia ist heute zwei Jahre alt.
Amalia ist heute zwei Jahre alt. 
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Adoption ist normal – damit soll Amalia aufwachsen

Sarah und ihr Mann gehen von Anfang an offen damit um, dass Amalia adoptiert ist. Ihren Ankunftstag und den Tag der Adoption machen sie zu Hause zu einem ganz persönlichen Tag für ihre neue kleine Familie.

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Zusätzlich haben die Buttalas den ersten Adoptivtreff in Bremen gegründet. „Ich wollte gerne, dass unsere Tochter, dass die Adoption was ganz Natürliches ist und etwas Alltägliches ist”, erklärt Sarah ihre Idee. „Deswegen wollte ich gerne ein Spielplatz-Treffen haben, [...] ich wollte nicht, dass sie sich wie ein kleines Einhorn fühlt und keine anderen Adoptivkinder kennt.”

Inzwischen sind rund 30 Familien aus Niedersachsen und Bremen dabei. Die Kinder sind im Alter von bis zu fünf Jahren. Den Kontakt vermittelt die Bremer Adoptionsbehörde, das Amt für soziale Dienste.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche