Darauf solltet ihr jetzt achten!Plötzlich kein Dispo mehr! Warum dieser Fall viele Bankkunden aufschreckt

von Jacqueline Vetten und Anna Acker

Von 1.000 Euro auf null – und das innerhalb weniger Wochen.
Ein Zuschauer von „Punkt 12” verliert plötzlich seinen kompletten Dispokredit. Die Sorge: Hat ihn die neue Schufa-Bewertung erwischt? Verbraucherschützer warnen, dass genau das auch anderen passieren könnte. Was ihr tun könnt, gibt’s im Video zu sehen.

„Für mich war das eine Einschränkung meiner finanziellen Freiheit.”

Als Michael Maier eine Nachricht in seiner Banking-App liest, ahnt er noch nicht, was folgt. Sein Dispokredit wird gekürzt. Erst ein Stück, dann noch weiter. Wenige Wochen später steht der verfügbare Betrag bei null Euro. Für den „Punkt 12”-Zuschauer ein echter Schock: „Für mich war das eine Einschränkung meiner finanziellen Freiheit.”

Ursprünglich konnte Michael sein Konto um bis zu 1.000 Euro überziehen. Doch ab Mitte März trudeln immer neue Mitteilungen seiner Bank ein. Schritt für Schritt schrumpft der Dispo, bis er Anfang April komplett gestrichen wird.

Eine konkrete Erklärung bekommt der Callcenter-Mitarbeiter trotz mehrfacher Nachfragen nicht. Stattdessen erhält er immer wieder ähnliche Antworten. Die Bank verweist lediglich darauf, dass sich seine Bonität verändert habe.

Michael bleibt ratlos. Denn an seiner finanziellen Situation habe sich nach eigener Aussage nichts geändert.

Hat der neue Schufa-Score damit zu tun?

Der Zeitpunkt der Nachrichten macht stutzig. Denn genau Mitte März führt die Schufa ihr neues Bewertungssystem ein. Statt der bisherigen Prozentwerte gibt es nun ein Punktesystem mit zwölf verschiedenen Kategorien.

Michael schaut daraufhin seine Daten bei Bonify nach. Das Ergebnis erschreckt ihn. Früher lag sein Schufa-Wert nach eigener Aussage bei rund 95 Prozent. Im neuen System erreicht er nun nur noch 685 von 999 Punkten. Besonders irritiert ihn, warum ihm Punkte fehlen. So erhält er unter anderem Abzüge, weil er keine Kreditkarte besitzt und keinen Immobilienkredit zurückzahlt.

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Verbraucherschützer sehen die Entwicklung kritisch

Im Internet finden wir schnell weitere Verbraucher, die ähnliche Erfahrungen schildern. Viele berichten von deutlich schlechteren Bewertungen, obwohl sich an ihren persönlichen Daten nichts verändert habe.

Tatsächlich fließen im neuen Schufa-System zahlreiche Faktoren ein. Punktabzüge kann es unter anderem geben, wenn Menschen häufiger umziehen, ein neues Girokonto eröffnen oder keinen Immobilienkredit besitzen.

Auch bei der Verbraucherzentrale häufen sich nach eigenen Angaben entsprechende Beschwerden. Rechtsanwältin Christine Steffen erklärt: „Durch diese Umstellung des Scores hat sich in meinem Datenbestand eigentlich überhaupt nichts geändert, aber ich bin jetzt eine ganze Stufe niedriger bewertet.” Das könne im Alltag spürbare Folgen haben. Im schlimmsten Fall werde ein Vertrag abgelehnt oder ein Dispokredit gekündigt.

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Darauf sollten Verbraucher jetzt achten

Die Verbraucherschützerin empfiehlt deshalb, den eigenen Schufa-Score regelmäßig zu kontrollieren. Jeder Verbraucher kann kostenlos Auskunft über seine gespeicherten Daten erhalten. Das ist sogar mehrfach pro Jahr möglich.

Wer plötzlich Probleme mit Kredit, Dispo oder Verträgen bekommt, sollte außerdem direkt beim jeweiligen Anbieter nachfragen, welche Gründe dahinterstecken.

Happy End für „Punkt 12”-Zuschauer Michael Maier

Unsere Reporterin fragt sowohl bei der Schufa als auch bei Michael Maiers Bank nach. Die Antworten sorgen zunächst für Verwirrung. Denn laut Schufa hat die Bank in den vergangenen Monaten gar keine aktuelle Schufa-Abfrage durchgeführt.

Kurz darauf folgt dann die überraschende Nachricht: Der Dispokredit wird wieder auf die ursprünglichen 1.000 Euro angehoben.Von einem Schufa-Problem ist in der Erklärung der Bank keine Rede. Stattdessen spricht das Geldinstitut von einem technischen Fehler.

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Für Michael fällt damit eine große Last ab. „Ich bin extrem erleichtert, weil diese Sicherheit wieder da ist”, sagt er. Ganz nachvollziehen könne er die Begründung zwar nicht. Aber eines sei sicher: „Ich schlafe jetzt wieder entspannter.”

Der Fall endet also glimpflich. Die Diskussion um den neuen Schufa-Score dürfte viele Verbraucher aber weiterhin beschäftigen. Und genau deshalb raten Experten, die eigenen Daten künftig regelmäßig im Blick zu behalten.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche