„Fühlte mich wie ein Clown!”Sie ist als „Präsidentin der Republik” eingetragen! Arbeitslose leidet unter Behörden-Irrtum

Präsidentin wider Willen!
Als die arbeitslose Krankenpflegehelferin Aldenize Ferreira da Silva aus Jaboatão dos Guararapes (Brasilien) zur Arbeitsagentur geht, ahnt sie noch nicht, welches Chaos auf sie wartet. Denn in ihrer digitalen Arbeitskarte steht etwas, das weder sie noch der Mitarbeiter fassen können: Aldenize Ferreira da Silva ist als Präsidentin der Republik eingetragen!
„Präsident der Republik” sucht Job bei der Arbeitsagentur
Eigentlich wollte Aldenize Ferreira da Silva bei der Arbeitsagentur lediglich einen neuen Job suchen, doch es sollte anders kommen. Im Interview mit dem brasilianischen Nachrichten-Portal g1 schildert die Krankenpflegehelferin den Vorfall, der zunächst völlig normal begann: „Der junge Mann nimmt meine CPF-Nummer (brasilianische Steueridentifikationsnummer) und gibt sie ins System ein”, erklärt Aldenize. Doch plötzlich habe der Mitarbeiter aufgesehen und gesagt: „Das ist doch nicht ihr Ernst, oder?“
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Aldenize Ferreira da Silva, die nichts von ihrer versehentlichen Beförderung ahnte, konnte nur irritiert nachfragen. Seine Antwort ließ Panik in ihr aufsteigen: „Er sagt: „Wie kommt es, dass sie seit 24 Jahren und zwei Monaten arbeiten und seit dem 14. März 2002 das Amt des Präsidenten der Republik innehaben? Und dann haben sie die Frechheit, hier nach einem Job zu suchen?“ Für Aldenize war es ein Moment purer Demütigung: „Ich fühlte mich wie ein Clown!“
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Von der Krankenpflegehelferin zur Präsidentin: Wie konnte das passieren?
Das Rathaus von Jaboatão erklärte den Fehler gegenüber g1 mit einer Systemumstellung – vom alten SEFIP auf e-Social. Bei dieser Umstellung sei es zu Aldenizes fehlerhafter Registrierung als „Präsident der Republik” gekommen. Dieser Titel würde nun auch auf ihrer digitalen Arbeits- und Sozialversicherungskarte (CPTS) erscheinen.
Damit ist sie jedoch nicht allein, wie g1 berichtet. Auch zwei weitere Frauen sind vom Präsidenten-Irrtum betroffen. Die Gemeindeverwaltung bittet daher jeden, der ähnliche Problem bemerkt, um eine Kontaktaufnahme mit der Personalabteilung.
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Angst vor dem Gefängnis! Aldenize zitterte um ihre Zukunft
Für Aldenize ist dieser bürokratische Patzer alles andere als lustig. Sie befürchtet, dass der offene Beschäftigungsnachweis ihre Jobsuche blockiert. „Ich glaube, ich finde gerade wegen dieses Problems keine Arbeit, weil dadurch angezeigt wird, dass mein Beschäftigungsnachweis noch offen ist“, erklärt sie gegenüber g1.
Doch das scheint nicht Aldenizes einziges Problem zu sein: Der Mitarbeiter der Arbeitsagentur warnte sie sogar vor großen Problemen, wenn sie in Ruhestand gehen wolle. Es bestünde das Risiko, dass sie durch ihre offene Akte keine Rente erhalten würde.
Die Krankenpflegehelferin, die sich ebenfalls liebevoll um ältere Menschen und Kinder kümmert, ist fix und fertig: „In dem Moment geriet ich in Panik, ich fühlte mich furchtbar. Mir gingen tausend Dinge durch den Kopf, nur die möglichen Folgen, zum Beispiel, dass ich ins Gefängnis kommen könnte, weil es sich um Urkundenfälschung handelt. Ich habe das nicht verursacht.”
Das Rathaus von Jaboatão hat Aldenize sowie andere Betroffene inzwischen aufgefordert, sich bei der Personalabteilung zu melden, um den „Präsidenten-Eintrag“ korrigieren zu lassen. Dennoch sitzt der Schock bei der nun hoffentlich ehemaligen Präsidentin noch immer tief!
Verwendete Quellen: g1



