RTL hakte nachBurkini-Frau aus Schwimmbad geworfen – Bürgermeister rechtfertigt sich

Frau sitzt mit Burkini am Schwimmbadrand
In einem Naturbad in Südtirol wurde eine Frau mit Burkini aus dem Wasser geholt (Symbolbild)
Rolf Haid/dpa

Der Rauswurf einer Burkini-Trägerin aus einem Freibad in Österreich sorgt für heftige Diskussionen.
Jetzt hat der Bade- und Bürgermeister mit RTL gesprochen und weist Rassismus-Vorwürfe entschieden zurück. Seine Begründung überrascht.

„Das hat mit Rassismus oder Diskriminierung nichts zu tun“

„Wir sind eine Tourismusregion, hier sind Gäste jeder Konfession und aus allen Staaten sehr willkommen“, sagt der Bürgermeister Gottfried Ginter, der gleichzeitig der Bademeister und Hygienebeauftragte des Naturbades in Vorderhornbach ist.

Nach seinen Angaben sei allein die Wasserqualität ausschlaggebend für die Regelung. Das Naturbad werde ausschließlich mit Quellwasser betrieben und komme ohne chemische Zusätze aus. Genau deshalb müsse besonders auf die Wasserqualität geachtet werden.

Streaming Tipp
Explosiv - Das Magazin
Jetzt auf RTL+ streamen

Verbot gilt nicht nur für Burkinis

Der Bürgermeister erklärt, dass größere Kleidungsstücke nach dem Waschen mehr Phosphatrückstände enthalten könnten als herkömmliche Badebekleidung wie Bikini oder Badehose. Phosphat sei ein wichtiger Nährstoff für Algen. Die biologische Reinigungsanlage könne diese zusätzliche Belastung nicht vollständig ausgleichen. Im schlimmsten Fall könne das Wasser dadurch kippen.

Lese-Tipp: Der ganze Skandal um den Burkini-Rausschmiss

Nach seiner Darstellung gelte das Verbot deshalb nicht nur für Burkinis. „Jeder Gast ist willkommen, nur nicht mit Ganzkörperbekleidung“, sagt er. Das betreffe ebenso Menschen, die aus anderen Gründen vollständig bedeckende Badekleidung tragen, etwa wegen Hautproblemen. Ziel sei ausschließlich der Schutz des Naturbades.

Anzeige:
Empfehlungen unserer Partner

Im Video: Hier sind nicht nur Burkinis, sondern auch Badeshorts verboten

Der Bade- und Bürgermeister würde wieder so handeln

An seiner Entscheidung würde der Bürgermeister nach eigenen Angaben auch heute nichts ändern. Gleichzeitig kündigt die Gemeinde an, die bestehenden Hinweise zu überarbeiten. Derzeit werde eine zusätzliche Information vorbereitet, die die Hintergründe der Regelung ausführlich erklärt. Künftig soll eine DIN-A4-Tafel im Freibad erläutern, warum Ganzkörper-Badebekleidung dort nicht erlaubt ist. So wolle man Missverständnisse vermeiden und die Entscheidung für alle Besucher nachvollziehbar machen. (ppe)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen