Auch zwei Kinder an Bord

Zypern schickt Migranten in ihrem Boot zurück übers Mittelmeer

Seenotrettung im Mittelmeer - Motivbild
Seenotrettung im Mittelmeer - Motivbild
© picture alliance / JOKER, Alexander Stein, K

30. Juli 2021 - 9:44 Uhr

Zypern verweigert Migranten die Einreise

Die Republik Zypern hat erneut Migranten aus dem Libanon die Einreise verweigert. Die zyprische Küstenwache hatte am Mittwochabend vor der Küste im Südosten der Insel 14 Menschen in einem Boot aufgegriffen, darunter zwei Kinder. Die Migranten verbrachten die Nacht auf dem Schiff der Küstenwache. Sie sollen noch am Donnerstag mit Proviant ausgestattet und in ihrem Boot zurück in den Libanon begleitet werden, berichtete der zyprische Rundfunk (RIK).

Zypern beruft sich auf Abkommen mit dem Libanon

Zypern hat mit dem Libanon ein entsprechendes Abkommen und in den vergangenen Monaten Hunderten Migranten das Anlegen in einem zyprischen Hafen verweigert. Das kleine Land steht unter Druck: Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße gingen auf Zypern laut EU-Statistik im vergangenen Jahr die meisten Asyl-Anträge aller EU-Staaten ein.

Immer wieder versuchen Migranten über das Mittelmeer in Booten in die EU zu gelangen. Ihr Ziel ist neben Zypern vor allem oft Malta oder auch Italien. Einige geraten dabei in Seenot. Private Organisationen operieren mit Schiffen im zentralen Mittelmeer, um sie vor dem Ertrinken zu bewahren. Nach Angaben der UN verloren in diesem Jahr bislang 930 Migranten ihr Leben im zentralen Mittelmeer. (dpa, swi)

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