RTL Aktuell Spezial zur Corona-Krise in Deutschland

Gesundheitsminister Jens Spahn: Einen Lockdown wie im Frühjahr wird es nicht geben

10. Oktober 2020 - 9:52 Uhr

VIDEO: Gesundheitsminister Jens Spahn bei RTL Aktuell Spezial

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt in Deutschland rasant an. In 24 Stunden haben sich mehr als 4.000 Menschen mit dem Virus infiziert, diese hohen Zahlen gab es zuletzt im April. Und immer mehr Großstädte werden zum Risikogebiet. Am Donnerstag haben Berlin und Frankfurt die kritische Infektionsmarke geknackt. Gesundheitsminister Jens Spahn ist alarmiert. Moderatorin Charlotte Maihoff hat in der Sondersendung "RTL Aktuell Spezial: Corona-Krise: Kommt der 2. Lockdown?" mit dem CDU-Politiker gesprochen. Das Interview zeigen wir im Video.

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Werden wir einen zweiten Lockdown verhindern können?

Am Donnerstag lagen die Corona-Neuinfektionen in der deutschen Hauptstadt über dem kritischen Wert von 50 pro 100.000 Einwohner. Auch in anderen Städten steigen die Zahlen wieder an. RKI-Präsident Lothar Wieler warnte am Morgen, das Virus könne sich unkontrolliert verbreiten. Er sprach von 10.000 Fällen pro Tag. Dann könnten erneut massive Einschränkungen im öffentlichen Leben drohen. In einer Forsa-Umfrage für RTL halten 38 Prozent einen erneuten Lockdown für nötig, wenn die Zahlen weiter steigen, 60 Prozent finden das nicht. 

Bundesgesundheitsminister Spahn hält einen kompletten Lockdown wie im März angesichts der aktuellen Lage für nicht notwendig: "​Wir werden jedenfalls nicht solche Maßnahmen brauchen wie im Frühjahr, weil wir heute auch mehr wissen", so der Minister, "wir wissen, dass wir im Einzelhandel, bei Friseuren, im öffentlichen Nahverkehr, auch im Flugzeug mit AHA-Regeln (Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske) und gegenseitiger Rücksicht, keine Ausbrüche haben."

Spahn: Zu Feiern könnte man auch mal "Nein" sagen

Es seien bestimmte Bereiche, wie geschlossene Räume, private und religiöse Veranstaltungen, "wo wir viele Infektionen sehen", sagt Spahn in der RTL Aktuell Sondersendung. "Deswegen braucht es darauf gezielt Maßnahmen und Beschränkungen, etwa Alkoholverbote wie in Berlin und in München zu bestimmten Tageszeiten". Maßnahmen wie im März seien aus heutiger Sicht nicht mehr nötig. Jeder Bürger solle sich selbst fragen, ob man bei einer Einladung in einem geschlossenen Raum auch mal "Nein" sagen könne, so der Minister. "Wenn ich eine Einladung mitten in der Pandemie, in einer Stadt, wo möglicherweise gerade Infektionsgeschehen ist, bekomme, kann ich mir auch die Frage stellen, muss ich unbedingt dahin", sagt er.

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