Opfer (25) schwer verletzt im Krankenhaus

Messerattacke in Wuppertaler Ausländeramt: Mann (20) sticht offenbar nach Streit auf Mitarbeiterin ein

Mann greift Mitarbeiterin im Ausländeramt mit Messer an Vorfall in Wuppertal
00:53 min
Vorfall in Wuppertal
Mann greift Mitarbeiterin im Ausländeramt mit Messer an

30 weitere Videos

Im Wuppertaler Haus der Integration ist eine Mitarbeiterin der Behörde mit einem Messer schwer verletzt worden. Bei dem Einsatz am Donnerstag sei man zunächst von einer Bedrohungssituation ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. Vor Ort sei dann eine verletzte Person vorgefunden worden. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Beamten hätten einen Tatverdächtigen festgenommen.

Offenbar gab es einen Streit vor der Messerattacke im Ausländeramt

Mehrfach soll der Angreifer mit einem Messer auf die 25-jährige Mitarbeiterin eingestochen haben. Der Angriff habe sich um kurz vor 9 Uhr am Donnerstagmorgen im Stadtteil Elberfeld ereignet. „Mehrere Mitarbeiter haben mir erzählt, dass es zwischen dem mutmaßlichen Täter und dem Opfer vorab einen Streit gegeben haben soll. Die Mitarbeiterin, die später niedergestochen worden sein soll, soll für die Vergabe von Aufenthaltstiteln zuständig gewesen sein“, berichtet RTL-Reporterin Rebekka Kaiser. Ob das mit der Tat etwas zu tun hat, müssen die Ermittler noch überprüfen.

Kollegen im Ausländeramt hätten den mutmaßlichen Täter festgesetzt und bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Bei dem Tatverdächtigen soll es sich laut Ermittlerkreisen um einen 20-jährigen Syrer handeln. Die Hintergründe zu der Attacke sind noch unklar. Die Angestellte des Ausländeramtes ist laut Polizei schwer verletzt, Lebensgefahr bestehe nicht. Rettungskräfte brachten sie in ein Krankenhaus.

Das Haus der Integration wurde laut der Stadt am Donnerstag zunächst geschlossen. Dort werde auch am Freitag der normale Dienstbetrieb nicht wieder aufgenommen.

RTL-Reporterin Rebekka Kaiser berichtet Messerangriff in Wuppertal
00:25 min
Messerangriff in Wuppertal
RTL-Reporterin Rebekka Kaiser berichtet

30 weitere Videos

Innenministerin Faeser: Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nicht für alles verantwortlich

„Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im öffentlichen Dienst verdienen den notwendigen Schutz“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser während einer Pressekonferenz. „Menschen, die für andere arbeiten, und das tun die Bediensteten im öffentlichen Dienst, sei das im Sozialamt, sei das bei der Integration, sei das in der Ausländerbehörde, sei es in der normalen, kommunalen Verwaltung, die machen einen tollen Job, die geben ihr Bestes und die sind nicht immer für das verantwortlich, womit Menschen vielleicht mit großen Sorgen kommen“, so Faeser über den Messerangriff in Wuppertal.

Ihr Appell: Den Menschen, die dort arbeiten, müsse der notwendige Respekt entgegengebracht werden. Gewalt gehe gar nicht. Die Innenministerin verurteile den Vorfall aufs Schärfste. Es müsse dagegen konsequent mit allen Mitteln des Rechtsstaates vorgegangen werden.

Schutz von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst Innenministerin Nancy Faeser
01:12 min
Innenministerin Nancy Faeser
Schutz von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst

30 weitere Videos

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Bürgermeister Wuppertals „sehr betroffen von diesem schrecklichen Angriff“

Das Haus der Integration verbindet nach Angaben der Stadt Institutionen, die sich in Wuppertal um Zugewanderte und Geflüchtete kümmern. Der Oberbürgermeister spricht von einem schrecklichen Angriff. „Ich bin sehr betroffen von diesem schrecklichen Angriff“, erklärte Uwe Schneidewind (Grüne) und wünschte der Verletzten alles Gute für ihren Genesungsprozess. „Mein großer Dank und Respekt gelten den Kollegen, die mutig und ohne Rücksicht auf eine mögliche eigene Gefährdung eingegriffen und den Täter überwältigt haben. Wir werden jetzt alles tun, damit alle Kolleginnen und Kollegen im Haus der Integration auch langfristig die bestmögliche Unterstützung erhalten“, erklärte der Oberbürgermeister.

Mitarbeiter des Rettungsdienstes leisteten psychologische Unterstützung für die Mitarbeiter. „Das ist ein Schock für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unsere Gedanken sind bei der Kollegin, wir senden ihr die besten Wünsche zur Genesung“, erklärte der Wuppertaler Sozialdezernent Stefan Kühn. (dpa/cba/gsc)