„Twin Peaks“ von BulgarienKurz nach diesen Aufnahmen sind alle tot! Rätsel um sechs Leichen in den Bergen

Sechs Menschen sind plötzlich tot!
Anfang Februar werden drei Männer erschossen in einer ausgebrannten Hütte in den bulgarischen Bergen gefunden. Knapp eine Woche später finden die Ermittler drei weitere Leichen in einem Wohnmobil – darunter auch die eines 15 Jahre alten Jugendlichen. Das ganze Land rätselt jetzt, wie die sechs Menschen gestorben sind. Was ist am Petrohan Pass passiert?

Gruppe verabschiedet sich am 1. Februar vor der Hütte

Der Fall, der von der Presse schon „Twin Peaks“ von Bulgarien genannt wird, schlägt hohe Wellen. Die Ermittler haben jetzt Überwachungskameraaufnahmen veröffentlicht, die die Gruppe kurz vor ihrem Tod zeigen. Am Nachmittag des 1. Februars verlassen drei Männer gut gelaunt die Hütte mitten im Wald. Die Videoaufnahmen zeigen die Gruppe, die offenbar entspannt vor dem Gebäude im Schnee steht. „Es war eine Ehre“, soll einer der Männer auf den Aufnahmen sagen.

Ein Teil der Gruppe verabschiedet sich und steigt in das Wohnmobil, das vor der Hütte parkt. Weitere Aufnahmen zeigen, wie die verbliebenen Männer im Dunkeln gegen 20:40 Uhr ins Innere der Hütte gehen. Danach wird es rätselhaft.

Männer in der abgebrannten Waldhütte starben durch Kopfschüsse

Gegen 11.20 Uhr am nächsten Vormittag geht ein Notruf bei den bulgarischen Behörden ein. Die Hütte, die der Umweltschutz-Organisation National Protectes Aresa Control Agency gehört, ist abgebrannt. Wer das Feuer meldet, ist bisher unklar. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintreffen, finden sie die Leichen von drei Männern. Die 45, 49 und 51 Jahre alten Mitglieder der Organisation sollen vor ihrem Tod als Ranger in den umliegenden Waldgebieten gearbeitet und in der Hütte gelebt haben.

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Die Obduktion der Leichen ergibt, dass allen dreien aus kürzester Distanz in den Kopf geschossen wurde. Laut Gerichtsmediziner Dr. Alexander Alexandrov kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Toten selbst erschossen haben. Es gebe keine Spuren für einen Kampf, offenbar hat sich keiner der Toten gewehrt. Kurz vor ihrem Tod sollen sie dann noch die Hütte angezündet haben. Die Polizei findet Spuren von Brandbeschleuniger, Pellets und stapelweise Bücher und Papiere, die im Gebäude verteilt sind.

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Drei weitere Leichen in Wohnmobil gefunden

Am 8. Februar folgt dann der nächste Schock: Ein Bauer am etwa 80 Kilometer entfernten Mont Okolchitsa will nach seinen Tieren sehen und entdeckt ein abgestelltes Wohnmobil. Im Inneren sind drei Leichen. Auch der 51 Jahre alte Ivaylo K., Nikolay Z. (22) und Alexander M. (15) sind tot. Auch die beiden Männer waren als Ranger für die Umweltorganisation angestellt und arbeiteten zusammen mit den anderen drei Toten im Grenzgebiet zu Serbien. Der 15-Jährige soll der Sohn eines Freundes gewesen sein, wie mehrere Medien berichten.

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Bei diesen drei Toten gehen die Ermittler davon aus, dass einer aus der Gruppe erst die anderen beiden und dann sich selbst getötet haben soll. Von wem die Tat ausgegangen sein soll, ist noch unklar. Fest steht nur: auch der 22-Jährige und der 15-Jährige wurden aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. Die Obduktion der dritten Leiche ist noch nicht abgeschlossen.

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Waren die Toten Mitglieder einer Sekte?

Die große Frage ist jetzt: Warum sterben kurz nacheinander sechs Menschen, die gerade noch quicklebendig und gut gelaunt an einer Hütte in den Bergen zusammen waren. Die Spekulationen in bulgarischen Medien nehmen kein Ende. Waren die Männer in einer Art Sekte? In der Hütte soll buddhistische Literatur gefunden worden sein. Auch erotische Literatur sei gefunden worden und Notizen über „spirituelle Reinigung und Erleuchtung durch sexuelle Praktiken“, hieß es.

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Laut dem Sender bTV Bulgaria soll ein Angehöriger von einem der toten Männer erzählt haben, dass es in der Gruppe „außerordentliche psychologische Instabilität“ gegeben habe. Aber reicht das, um einen Massensuizid auszulösen? Die Eltern des toten 15-Jährigen sind nicht überzeugt und glauben, dass die Ermittler nicht alles sagen. Denn es kursieren weitere Theorien, wie die Gruppe gestorben sein könnte.

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Gerieten die Toten einer kriminellen Bande in die Quere?

„Sie haben bestimmt etwas gesehen, was sie nicht sehen sollten“, ist die Mutter eines Toten überzeugt, wie sie dem Sender Nova sagt. Sie zweifelt an der Suizid-Theorie und glaubt eher an eine gezielte Hinrichtung. „Für mich ist das ein professionell durchgeführter Mord.“ In dem Grenzgebiet zu Serbien soll es immer wieder Probleme mit Menschenhändlern, Drogenschmugglern und illegalen Holzfällern kommen, wie der Guardian berichtet.

Auch örtliche Politiker haben sich inzwischen in den Fall eingeschaltet und fordern eine gründliche Aufklärung und Einsicht in die Ermittlungsakten. Was auch immer in dem abgelegenen Waldgebiet passiert ist, bleibt weiter rätselhaft.

Verwendete Quellen: Enex/ bTV Bulgaria, Nova, ABC, The Guardian