Todesursache wird noch untersucht

"Amityville Horror"-Massenmörder Ronald DeFeo Jr. mit 69 Jahren gestorben

Ronald DeFeo Jr. nach einer Anhörung am Gericht von Suffolk County.
Ronald DeFeo Jr. nach einer Anhörung am Gericht von Suffolk County.
© AP, Richard Drew, XSC RED

19. März 2021 - 8:49 Uhr

Motiv der Tat in Amityville liegt bis heute im Dunkeln

Der "Amityville Horror"-Killer ist tot. Sein Verbrechen machte Schlagzeilen, über die Tat wurden Bücher geschrieben und sie wurde mehrfach verfilmt. Am 13. November 1974 erschoss Ronald DeFeo Jr. seine Eltern, zwei Schwestern und zwei Brüder in Amityville an der Südküste von Long Island (New York) mit einem Gewehr. Stimmen hätten ihm die Tat befohlen, behauptete der damals 23-Jährige vor Gericht. Am Freitagabend verstarb der Killer im Albany Medical Center. Die Todesursache ist noch unklar.

Mörder behauptete, Stimmen in seinem Kopf hätten ihm die Taten befohlen

Haus der Familie in Amityville
In diesem Haus in der 112 Ocean Avenue in Amityville erschoss Ronald DeFeo Jr. seine gesamte Familie.
© AP, Richard Drew, XSC SBH**NY** RED

DeFeo Jr., von seiner Familie und seinen Freunden "Butch" gerufen, verbüßte eine lebenslange Freiheitsstrafe in der Sullivan Correctional Facility im Bundesstaat New York. Weshalb er ins Krankenhaus eingeliefert worden war und dort später verstarb, wird von der Gerichtsmedizin im County Albany untersucht.

In dem Mordprozess 1975 plädierte Ronald auf Unzurechnungsfähigkeit und behauptete, Stimmen in seinem Kopf hätten ihm befohlen, seine Familie auszulöschen. Das Gericht glaubte ihm nicht, da es eindeutige Hinweise dafür gab, dass der Killer nach der Tat wohlüberlegt und rational gehandelt hatte.

So soll er ein Bad genommen, seine Kleider gewaschen und zur Arbeit gefahren sein, als sei nichts geschehen. Ronald DeFeo Jr. wurde 1975 wegen sechsfachen Mordes für schuldig befunden und für jeden einzelnen Mord zu je 25 Jahren Haft verurteilt.

Vor Gericht zeigte Ronald DeFeo Jr. so gut wie keine Emotionen

Ronald DeFeo Jr. (rechts) bei einem Gefangenentransport
Ronald DeFeo Jr. (rechts) bei einem Gefangenentransport
© picture alliance / New York Daily News | Frank Mooney/New York Daily News

An der Tat des jungen Mannes bestanden keine Zweifel. Er gestand die Morde, war als gewalttätig bekannt, wegen Diebstahls vorbestraft und er nahm Drogen. Unklar blieb stets sein Motiv. Während die Anklage seinerzeit vermutete, es sei ihm um Geld gegangen, behauptete sein Anwalt, Ronald DeFeo Jr. sei von wahnsinnigem Hass auf seine Familie getrieben worden.

Im Prozess wurde ein sprichwörtlicher "Berg an Beweisen" präsentiert, berichtete die "New York Times" am 23. November 1975. Dem Gericht wurden 150 Gegenstände präsentiert, darunter die Tatwaffe, ein Marlin-Gewehr mit Kaliber 35. Mehr als 50 Zeigen sagten aus.

Über den Mörder heißt es, er habe während des Prozesses die meiste Zeit geradeaus geblickt und keine Reaktionen gezeigt. Lediglich ab und zu hätte er sich "am Ende seines nass geschnittenen braunen Schnurrbartes" gezupft. Für seine Taten hätte er keine Reue gezeigt. Aufregung bei Geschworenen und Zuschauern erregte er, als er bei seiner Aussage damit drohte, den Staatsanwalt sowie eine Tante umbringen zu wollen.

In den 45 Jahren nach der Verurteilung präsentierte der Killer immer wieder neue, unglaubwürdige Versionen der Tat. So bezichtigte er unter anderem seine von ihm umgebrachte Schwester Dawn, die Schützin gewesen zu sein. Auch ehemalige Freunde beschuldigte er.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

"Amityville Horror" wurde zum Buch und verfilmt

Verfilmung des Verbrechens in Amityville
Ryan Reynolds und Melissa George in dem 2005 veröffentlichten Film-Remake
© picture alliance / Everett Collection | ©MGM/Courtesy Everett Collection

"Butch" war der älteste Sohn von Ronald Joseph DeFeo Sr. (†43) und Louise Marie Brigante-DeFeo (†42). Seine Geschwister waren Dawn Theresa (†18), Allison Louise (†13), Marc Gregory (†12) und John Mathew (†9). Sie alle wurden am 13. November 1974 tot in ihren Betten entdeckt – von hinten im Schlaf erschossen mit einem Gewehr – von ihrem ältesten Sohn und Bruder.

Das Verbrechen inspirierte die Autorin Jay Anson zu einem Buch ("The Amityville Horror – A True Story", 1977), das 1979 unter anderem mit James Brolin, Margot Kidder und Rod Steiger verfilmt wurde. Es folgten mehreren Fortsetzungen und 2005 ein Remake mit Ryan Reynolds und Melissa George.