Test mit versteckter Kamera: So reagieren Frauen auf die WHO-Empfehlung

Bitte was?! WHO fordert: Frauen im gebärfähigen Alter sollten keinen Alkohol trinken!

04. Juli 2021 - 17:42 Uhr

Alkoholkonsum verursacht jedes Jahr etwa 3 Millionen Todesfälle

Frauen im Alter zwischen etwa 15 und 49 sollten – nach neuesten Forderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – keinen Alkohol trinken. Im Grunde also etwa ein Drittel ihres Lebens. Denn die WHO möchte weltweit den gesundheitsschädlichen Konsum von Alkohol senken und hat dazu einen Aktionsplan aufgesetzt. Und der schließt Frauen im gebärfähigen Alter mit ein. RTL-Reporter Marius Olion war undercover als Kellner unterwegs. Sein Auftrag: Die WHO Empfehlung durchsetzen. Die Reaktionen der Frauen in einer Cocktailbar, sehen Sie im Video.

Entwurf für die Jahre 2022 bis 2030

Vorerst ist es nur ein Entwurf, der für die Jahre von 2022 bis 2030 gelten soll. Wörtlich heißt es im WHO-Dokument: "Angemessene Aufmerksamkeit sollte der Verhinderung des Beginns des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen sowie der Verhinderung des Alkoholkonsums bei schwangeren Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter gewidmet werden." Das schließt, grob gesagt, alle Frauen auf der Welt im Alter von ungefähr 15 bis 49 Jahren ein.

Alkohol ist ein Zellgift, das dem Organismus in vielerlei Hinsicht schadet. Dazu ist es ein Rauschmittel, an dem nach WHO-Schätzungen pro Jahr weltweit etwa drei Millionen Menschen sterben. Die häufigsten Folgen langjährigen Alkoholkonsums sind Leberschädigungen (Leberzirrhose, Fettleber), Herz-Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen) und Schädigungen des Nervensystems

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Forderung stößt auf heftige Kritik

Schwangere sollten zum Wohle des Kindes komplett auf Alkohol verzichten. Das ist klar. Doch das nun alle Frauen im gebärfähigen Alter auch keinen Alkohol mehr trinken sollten, löst eine heftige Debatte aus. "Es ist äußerst beunruhigend zu sehen, wie die Weltgesundheitsorganisation die hart erkämpften Rechte der Frauen aufs Spiel setzt, indem sie versucht, ihre Körper und Entscheidungen auf diese Weise zu kontrollieren," schreibt die Geschäftsführerin des British Pregnancy Advisory Service (BPAS), Clare Murphy, in einer Pressemitteilung zum dem Entwurf der WHO.

"Indem die WHO alle Frauen – für 40 Jahre ihres Lebens – als wenig mehr als Behälter behandelt, reduziert sie Frauen auf wenig mehr als ihre reproduktiven Fähigkeiten." Zudem seien Frauen, die keine Kinder bekommen könnten oder wollten, gar nicht erst in dem Entwurf berücksichtigt worden.

Die Weltgesundheitsorganisation rudert nach der Kritik zurück. Man habe lediglich vor Alkohol in der Schwangerschaft warnen wollen.