Familie wendet sich verzweifelt an RTL

Weltweit kein passender Spender! Junger Vater mit Leukämie braucht dringend Hilfe

Riccardo del Bono und seine Frau Tamara. Bei dem 37-Jährigen wurde kurz vor Weihnachten Leukämie diagnostiziert. Er sucht dringend einen Spender.
Riccardo del Bono und seine Frau Tamara. Bei dem 37-Jährigen wurde kurz vor Weihnachten Leukämie diagnostiziert. Er sucht dringend einen Spender.
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13. Januar 2022 - 16:52 Uhr

von Jessica Bürger

Es ist ein verzweifelter Hilferuf, der uns über die RTL-Zuschauerpost erreicht. Bei Riccardo del Bono, Vater von vier Kindern, wurde Leukämie diagnostiziert. Doch weltweit findet sich kein einziger Spender. Das will die Familie nicht einfach so hinnehmen und startet nun eine weltweite Marketing-Kampagne. Ihr Ziel: Den Menschen die Angst vor der Stammzellenspende nehmen und doch noch einen Spender für Riccardo finden.

Die Familie dachte, es sei ein Burn-out

So hatte sich die Familie del Bono den Start ins neue Jahr nicht vorgestellt. Der 37-jährige Vater Riccardo war schon seit Längerem müde, ausgelaugt und lustlos - die Familie dachte, er hätte ein Burn-out. "Als er sich nach einer kurzen Dusche erst einmal hinsetzen und verschnaufen musste, wusste ich, dass irgendetwas nicht stimmt", erzählt Riccardos Ehefrau Tamara del Bono im RTL-Interview.

Die Mutter von vier kleinen Kindern zögert nicht lange und fährt ihren Ehemann in die Notaufnahme. Nur wenige Tage später, am 13. Dezember 2021, haben sie Gewissheit. Es ist Blutkrebs, genauer: akute lymphatische Leukämie (ALL).

ALL tritt meist bei Kindern auf

Laut "Kompetenznetz Leukämie" ist ALL eine der selteneren Leukämie-Erkrankungen. Jährlich wird sie bei etwa 1,1 von 100.000 Menschen diagnostiziert, meist bei Kindern. Während bei gesunden Menschen die Vermehrung der weißen Blutkörperchen genau reguliert ist, gerät sie bei Menschen mit ALL außer Kontrolle und verhindert die Bildung gesunder Blutkörperchen. Die Folgen sind Blutarmut, Gelenkschmerzen und im schlimmsten Fall Organschäden und Tumore. Mittlerweile ist ALL eigentlich gut heilbar – dank Chemotherapie, Bestrahlung und Stammzellentransplantation.

Bloß nicht bei Riccardo del Bono. Denn für ihn gibt es weltweit keinen einzigen Stammzellenspender.

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Riccardo del Bono ist Vater von vier Kindern. Momentan kann er sie nicht sehen, weil er im Krankenhaus seine Chemotherapie enthält.
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„Wenn die Datenbanken jetzt leer sind, heißt das nicht, dass es so bleiben muss!“

Das will Riccardos Schwägerin Mila Kozul ändern. Sie ist die Schwester von Tamara del Bono und unterstützt sie momentan, wo sie nur kann, während Riccardo im Krankenhaus liegt und seine Chemotherapie bekommt. Als Mila Kozul hört, dass ihr Schwager keinen Spender findet, stellt sie über Nacht eine kleine Marketing-Kampagne auf.

"Wenn die Datenbanken jetzt leer sind, heißt das nicht, dass es so bleiben muss!", sagt sie gegenüber RTL. Sie wisse, dass die Chancen sehr gering seien, noch einen Spender zu finden, doch sie glaube noch immer an ein Wunder. Sie startete ihre Kampagne im Dezember mit einem Aufruf auf Facebook, der mittlerweile fast hundertmal geteilt wurde. "Die Menschen sind sehr empfänglich und positiv gegenüber dem Thema", so Mila Kozul weiter. "Das hat mich sehr überrascht." Ihr Gedanke: Wenn das so gut auf Facebook ankommt, dann geht das auch weltweit.

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Der genetische Zwilling muss her

Mila Kozul hat seitdem mehrere Spenderdatenbanken in Europa angefragt und sie um Mithilfe gebeten. Besonders am Herzen liegt der Familie Italien, denn Riccardo hat italienische Wurzeln. "Rein statistisch gesehen würde Herr del Bono am ehesten einen Spender in seiner eigenen, ethnischen Gruppe finden", erklärt Jennifer Andersen von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS. Denn bei Blutkrebs gehe es nicht, wie oft vermutet, um die Blutgruppe, sondern um die sogenannten HLA-Merkmale. "Die HLA-Merkmale sind Gewebemerkmale", so Andersen. "Anhand derer unser Körper erkennt, welche Zelle zu ihm gehört und welche nicht." Stimmen die Merkmale von Spender- und Patientenzelle nicht überein, kann es zu Abstoßungsreaktionen kommen. "Wir versuchen also, den berühmten genetischen Zwilling zu finden", sagt Andersen.

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Die Leute haben Angst vor einer Spende

Laut DKMS liegt die Chance, seinen genetischen Zwilling zu finden, weltweit nur bei 60 Prozent. In Deutschland ist die Quote zwar deutlich höher – hier finden neun von zehn Patienten einen passenden Spender – doch auch hier rutschen Patienten immer wieder durchs Raster. Wie bei Riccardo del Bono. Denn die Zahl an Neuregistrierungen von Stammzellenspendern steigt zwar, aber eben nicht genug. Tamara del Bono ahnt warum. "Jeder verbindet Stammzellen mit Knochenmark", sagt sie. Die Leute hätten schlicht Angst vor einer Stammzellenspende.

Dabei werden die Stammzellen derzeit in 90 Prozent der Fälle durch ein spezielles Verfahren direkt aus dem Blut entnommen, wie Andersen von der DKMS erklärt. "Nur bei zehn Prozent kommt es zu einer Knochenmarkentnahme und das geschieht unter Vollnarkose und am Becken", sagt sie. "Das Risiko beschränkt sich auf die Narkose, wie bei allen anderen Operationen auch." Das Knochenmark wiederum bilde sich nach wenigen Tagen neu. Im Fall von Riccardo del Bono sei laut der Familie jedoch nur eine einfache Blutspende nötig.

Riccardo del Bono und seine jüngste Tochter
Die Familie del Bono appelliert an alle: Bitte lasst euch als Spender registrieren!
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Familie del Bono gibt sich kämpferisch

Mila Kozul konnte in der Zwischenzeit einen Kontakt nach Österreich herstellen, der mehrere zehntausend Flyer drucken wird, und eine Organisation in Kroatien kontaktieren, die sie unterstützen will. "Ich würde, wenn nötig, gegen jede Corona-Richtlinie verstoßen, um das Leben meines Schwagers zu retten", sagt sie. "Wenn meine Aktion auch nur einen Menschen findet, der die richtigen Stammzellen hat."

Die Familie del Bono steht zudem in engem Kontakt mit der DKMS. Zusammen arbeiten sie an einer Aktionsseite im Netz für Riccardo, über die sie neue Spender gewinnen wollen. Ihr Appell ist deutlich: Stammzellen zu spenden, ist nicht gefährlich und rettet Leben!

Tamara del Bono schickt am Ende sogar noch Grüße von ihrem Ehemann. Momentan gehe es ihm nur mittelmäßig und jeder Tag sei ein Auf und Ab, aber er sei sehr positiv eingestellt: "Wir wollen ja nicht nur uns selbst helfen!", habe Riccardo ihr gesagt. Er denke auch immer daran, wie viel Gutes er für andere bewirken könne.

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