Karl-Erivan Haub offiziell tot

Was der Tod des Tengelmann-Chefs mit Prinz Harry und seiner Meghan zu tun hat

Hintergrund: Prinz Harry (rechts) mit seiner Frau Meghan; vorn Karl-Erivan Haub
Hintergrund: Prinz Harry (rechts) mit seiner Frau Meghan; vorn Karl-Erivan Haub

16. Juni 2021 - 16:49 Uhr

Hartnäckige Spekulationen und Gerüchte um Verschwinden des Milliardärs

Der Ex-Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub ist tot. Das ist seit Mitternacht offiziell, weil niemand Einspruch gegen den Beschluss des Kölner Landgerichts erhoben hat. Damit ist ein Ende des Familienstreits um die Macht im Handelskonzern Tengelmann in Sicht. Nicht absehbar ist allerdings, ob und wann die Spekulationen und Gerüchte um Verschwinden und Tod des Milliardärs ein Ende nehmen.

Er brach zum Skilaufen auf und kehrte nie zurück

Hubschrauber über den Schweizer Alpen bei Zermatt
Ein Hubschrauber fliegt über den Schweizer Alpen bei Zermatt.
© JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der Mitbesitzer des Handelskonzerns Tengelmann war am 7. April 2018 in Zermatt allein zu einer Skitour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Die Familie stellte im vergangenen Jahr den Antrag, ihn für tot zu erklären. Immer wieder gab es Medienberichte über Zweifel am Tod des erfahrenen Skiläufers. Das Gericht hält sie aber nicht für belegbar.

Belegbar hingegen sind Verstrickungen und Spuren in ein Milieu, das der Öffentlichkeit gemeinhin verborgen bleibt. Es geht um die schillernde Welt der Hochfinanz, die dunkle Welt der Geheimdienste – und um die luxuriöse Welt der Reichen und Schönen. Selbst zum vielleicht glamourösesten Paar, das derzeit die Phantasie vieler Menschen umtreibt, gibt es eine Verbindung: Prinz Harry und seine Frau Meghan.

Geschäftsbeziehungen zur "kriminellste Bank Russlands"

Tengelmann Jahrespressekonferenz in Mühlheim an der Ruhr DEU, DEUTSCHLAND, MUELHEIM/RUHR, 2017.07.13: JPK 2017 Tengelmann Group; Podium: Karl Erivan Haub; Agnes Farago, GF Finanzen; Zum 150. Geschäftsjahr bestens aufgestellt Unternehmensgruppe Teng
Karl-Erivan Haub (Archifoto, 2017)
© imago/Ludwig Heimrath, heimifoto/L.Heimrath, imago stock&people

Nach RTL-Informationen unterhielt Karl-Erivan Haub nachweislich Geschäftsbeziehungen zu einem gewissen Sergej Grishin. "Haub hatte zwischen 2010 und 2015/16 mit den beiden Russen Sergej Grishin und Andrej Suzdaltsev eine Firma gehabt, um auf dem russischen Markt Fuß zu fassen." so RTL-Reporterin Liv von Boetticher. Grishin und Suzdaltsev sind wiederum Anteilseigner der Rosevrobank, die in einheimischen Medien als "kriminellste Bank Russlands" bezeichnet wird.

In die Zeit, zu der Haub Geschäfte mit dem Geldhaus machte, fiel der sogenannten "Russische Waschsalon". Bei dieser Affäre geht es Verbrechen im großen Stil, bis zu 80 Milliarden Euro aus dubiosen Quellen wurde zwischen 2010 und 2014 reingewaschen. Suzdaltsevs Name tauchte im Zusammenhang mit den "Offshore Leaks" auf, Enthüllungen um Steuerflucht und Kapitaltransfer in Steueroasen.

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Russische Geliebte war Gehemdienst-Lockvogel

Prinz Harry und seine Frau Meghan
Prinz Harry und seine Frau Meghan kauften im vergangenen Jahr die Villa „Chateau of Riven Rock“ in Kalifornien
© dpa, Dominic Lipinski, bsc exa kde

Grishin, der auch "Scareface" genannt wird, prahlt unverhohlen damit, er habe das russische Bankensystem "zweimal ausgeraubt". Mitte 2020 machte er Schlagzeilen, als er seine kalifornische Villa "Chateau of Riven Rock" für knapp 12,4 Millionen Euro an Prince Harry und Meghan verkaufte.

Eine weitere pikante Randnotiz in der Tengelmann-Saga ist das Liebesleben des verstorbenen Karl-Ervian Haub. Selbst in Finanzmedien wird über ein "Doppelleben" gesprochen. So hätten interne Tengelmann-Ermittlungen ergeben, dass er eine russische Geliebte hatte. Die wiederum soll als Lockvogel für den russischen Geheimdienst gearbeitet haben.

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Familien-Zoff um die Macht im Tengelmann-Konzern

Christian Haub
Christian Haub
© deutsche presse agentur

In der Unternehmensgruppe Tengelmann hatte nach dem Verschwinden von Karl-Erivan Haub dessen jüngerer Bruder Christian die alleinige Geschäftsführung übernommen. Seither schwelte ein Familienstreit um die Neuverteilung der Macht in dem milliardenschweren Handelskonzern, zu dem unter anderem der Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi gehören.

Bislang gehörte der Familienkonzern jeweils zu gut einem Drittel Karl-Erivan Haub und dem gegenwärtigen Chef Christian Haub. Die restlichen Anteile besitzt der dritte Bruder Georg Haub. Im April erklärten sich die Erben von Karl-Erivan Haub schließlich bereit, ihre Anteile an der Tengelmann Warenhandels-KG an Christian Haub zu verkaufen. Experten gehen von einem Firmenwert von etwa rund 4 Milliarden Euro aus. (uvo)

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