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Was bringen After-Sun-Produkte wirklich?

Hautärztin klärt auf

Was bringen After-Sun-Produkte wirklich?

Sonnenbrand
Nach dem Sonnenbad braucht die Haut Feuchtigkeit.
IMAGO / agefotostock

Kommt es zu einem Sonnenbrand nach einem langen Tag in der Sonne, kann das richtig weh tun. After-Sun-Lotions sollen die sonnengeschädigte, trockene Haut beruhigen und sogar den Sonnenbrand verkürzen. Aber stimmt das überhaupt und wie sinnvoll sind diese Produkte wirklich?

Warum sollte man ein After-Sun-Produkt anwenden?

Jeder Sonnenbrand ist einer zu viel – Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch in der breiten Bevölkerung angekommen. Die Haut entzündet sich nämlich nicht nur durch zu viel Sonne, sondern auch das Hautkrebsrisiko steigt mit jedem Sonnenbrand. Doch trotz Vorsichtsmaßnahmen haben viele Menschen mindestens einmal im Sommer mit einem Sonnenbrand zu tun. In so einem Fall kann man zu After-Sun-Produkten greifen. Sie versorgen die ausgetrocknete Haut mit ausreichender Feuchtigkeit, kühlen und helfen dank beruhigender Inhaltsstoffe dabei, die entzündete Haut zu regenerieren: „Glycerin ist ein Feuchthaltemittel, Allantoin, Panthenol, Bissbolol, Aloe Vera beruhigen und fördern Wundheilung“, sagt die Hautärztin Dr. Yael Adler im Interview mit RTL.de. Mit After-Sun-Lotions wird der Sonnenbrand also weniger schmerzhaft und kann sogar schneller verschwinden. Manche Produkte versprechen sogar eine Verlängerung der Bräune. After Sun muss vor allem kühlen, feucht und nicht fett sein und darf Antioxidantien enthalten.

Allerdings braucht man für diese Effekte nicht unbedingt ein spezielles After-Sun-Produkt wie die Hautexpertin erklärt: „Man kann auch mit anderen Produkten erfolgreich sein. Dazu gehören unter anderem Schwarztee-Umschläge auf Raumtemperatur, Aloe-Vera-Gel frisch aus der Pflanze oder auch Joghurt und Quark. Da hat man ebenfalls viel Feuchtigkeit und eine Verbesserung des Säureschutzmantels durch die milchsauren Produkte“. Wer sich die Haut sehr stark verbrannt hat, sollte Adler zufolge lieber auf eine Kortisonmilch und antientzündlich wirkende Medikamente wie Aspirin oder Ibupropfen zurückgreifen.

Was tun, wenn es zu Brandblasen gekommen ist?

Grundsätzlich gilt: Stellen Sie Brandblasen fest und haben Sie womöglich sogar Fieber, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser wird Ihnen je nach Schwere der Entzündung dann höchstwahrscheinlich eine Kortisonsalbe oder Kortisontabletten verschreiben. Als Erste-Hilfe-Maßnahme empfiehlt Adler nasse Umschläge: „Die trocknen das Nasse aus“, sagt sie. Weiterhin gilt ein striktes Sonnenverbot, damit die Haut in Ruhe heilen kann. After-Sun-Produkte sind bei Brandblasen tabu!

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Helfen After-Sun-Produkte bei einer Mallorca-Akne?

Auch eine Sonnenallergie, wie die Mallorca-Akne, sollte idealerweise ärztlich behandelt werden. Sie entsteht durch zu starke Sonneneinstrahlung in Kombination mit fetthaltigen Pflegeprodukten, eigenen Hautfetten, Kosmetikinhaltsstoffen, die man aufgetragen oder Arzneimitteln, die man eingenommen hat. Die Betroffenen klagen meist über juckende, rote Hautflecken. Meist verschwindet die Mallorca-Akne nach ein paar Tagen von selbst wieder, wenn man die Sonne sowie fetthaltige Sonnencremes meidet. „Eine Mallorca Akne wird durch eine After-Sun-Creme nicht behoben“, sagt die Hautärztin.

Allerdings kann man etwas tun, damit es gar nicht erst zu einer Sonnenallergie kommt. Dazu gehört, das präventive sehr sanfte Vorbräunen der Haut bereits vor dem Urlaub, damit diese schon einmal an die Sonne gewöhnt wird. Auch Beta-Carotin hilft, wie Adler verrät: „Man kann Beta-Carotin in Form von Kapseln oder auch Möhrensaft mit einem Tropfen Öl für die Aufnahme in den Körper täglich mehrere Wochen vor dem Sommerurlaub zuzuführen, damit die Haut leicht orange gefärbt wird und sich diese antioxidative und antientzündliche Kraft in der Haut entfalten kann. Der Eigenschutz der Haut wird dadurch um das Zwei- bis Dreifache verlängert“.

Worauf sollte man beim Kauf eines geeigneten After-Sun-Produktes achten?

Bei einem leichten bis mittelschweren Sonnenbrand können After-Sun-Produkte durchaus helfen. Allerdings sollte man auch bei normaler Haut nur zu Produkten für empfindliche Haut greifen, die ohne Duftstoffe auskommen: „Viele auf dem Markt erhältliche Produkte sind überfrachtet mit Wirkstoffen und Substanzen, die eine Sonnen- oder Kontaktallergie auslösen können und einfach unnötig sind“, erklärt die Hautexpertin. Natürliche Produkte sind Adler zufolge gerade bei akuter Sonnenbelastung oft die bessere Wahl. Will man dennoch After-Sun-Lotions benutzen, sollte man zu leichten Produkten greifen: „Eine zu fette Creme sollte man nicht auf die sonnenbelastete Haut auftragen, denn dann kann es zu einem Hitzestau kommen. Bei einer akut entzündeten Haut ist immer wässriges, leichtes angesagt“, sagt sie.

Kann die richtige Ernährung bei einer sonnengeschädigten Haut helfen?

Besonders die mediterrane Kost kann Hautschäden effektiv bekämpfen und helfen, vor Hautkrebs zu schützen. Adler empfiehlt dazu vor allem die Zufuhr von Vitamin D sowie Omega-3-Fettsäuren. Fisch ist hier eine gute Quelle. Auch Antioxidantien wie Lycopin, das im Tomatenmark enthalten ist, hat hautschützende Eigenschaften, weil es freie Radikale zerstört. „Durch mediterrane Kost gilt es nicht nur als Schlankmacher, sondern ist auch als Hautschutz wirksam. Allerdings kann hier kein Soforteffekt erwartet werden“, sagt Adler.

Welche Maßnahmen helfen, um einem Sonnenbrand effektiv vorzubeugen?

Am besten ist es natürlich, wenn es gar nicht zu einem Sonnenbrand oder gar einer Sonnenallergie kommt. Die Hautärztin empfiehlt, vor allem die starke Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr zu meiden. Außerdem sollte man so viele Hautareale wie möglich bedecken. Ideal dazu geeignet ist lockere, dicht gewebte Kleidung in dunklen Farben, da dann weniger UV-Strahlen hindurchgehen. Weiterhin helfen zum Schutz der Kopfhaut ein (Sonnen-)Hut sowie spezielle Kopfhautlösungen mit UV-Schutz. Wenn man sich länger in der Sonne aufhält, als das der Eigenschutz der Haut erlaubt, sollte man die Haut mit Sonnencreme eincremen: „Bei hellen Hauttypen sind das zehn bis 30 Minuten, je nachdem, wie empfindlich man ist“, sagt Adler. Eincremen sollte man grundsätzlich alle Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind. Hier auch nicht den Nacken vergessen. Das Nachcremen ist in der Regel im Laufe des Tages sinnvoll, vor allem dann, wenn man stark geschwitzt hat oder im Wasser war.

Beim Kauf der Sonnencreme gibt es ebenso einiges zu beachten. So sollte man vor allem bei heller Haut zu einem Produkt für empfindliche Haut mit hohem Lichtschutzfaktor (SPF 50+) greifen, bei dem das UVA-Zeichen im Kreis auf der Verpackung ausgewiesen ist. Zudem sollte es sich nicht um ein zu fettiges Produkt handeln: „Es ist wichtig, eine leichte Sonnencreme zu nehmen, in der keine Fette enthalten sind, die eine Sonnenallergie provozieren können“, sagt Adler. Bei Kindern sollte bei Badekleidung zudem auf den UV-Standard 801 geachtet werden, damit die Haut auch im Wasser vor der UV-Strahlung geschützt ist.

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