Vermisstenfal Maddie McCann

Ex-Bar-Betreiber über Hauptverdächtigen Christian B.: "Er hat nach Benzin und Öl gerochen"

10. Juni 2020 - 9:16 Uhr

Ab 2011 war Christian B. häufig in der Bar

2007 verschwand die damals dreijährige Madeleine "Maddie" McCann im Portugal-Urlaub spurlos. Die Polizei ermittelt in dem Fall jetzt gegen Christian B. Um das Jahr 2011 herum sei B. häufiger zu Gast im deutschen "Havana Club Linden" gewesen. Wie der damalige Betreiber, Stephan Gerhardt, den Mann erlebt hat, erzählt er im Video.

"Der hatte zwei Hunde"

Christian B. wird verdächtigt, mit dem Verschwinden von Maddie McCann zu tun zu haben.
Christian B. wird verdächtigt, mit dem Verschwinden von Maddie McCann zu tun zu haben.
© Polizei

Der "Havana Club Linden" ist eine Art Studentenkneipe. In der Mitte findet man eine Theke, es gebe einen Billiardtisch, auch einen Kicker, in der Ecke könne man Darts spielen, erzählt der ehemalige Betreiber Stephan Gerhardt. Bis 2013 habe er die Lokalität geleitet. Die Bar sei gut gelaufen, es seien immer viele Gäste dort gewesen. Doch an seinen Gast, Christian B., erinnere sich Gerhardt bis heute. Circa anderthalb Jahre lang sei er ein bis zweimal die Woche in dem Lokal gewesen.

"Der hatte zwei Hunde, einen Großen – das war so ein Dobermann oder Rottweiler-Mix – und einen ganz kleinen, mit denen er immer hier war", erzählte er. Er sei öfter mal auf ein Bier in dem Lokal gewesen, wenn man ihm etwas ausgegeben habe, hätte er auch ein Mischgetränk genommen. "Er war immer nett und freundlich zu allen Gästen", sagt Gerhardt.

B. soll eine Zeit lang eine Freundin mitgebracht haben

Auffällig: Christian B. sei immer in einem schwarzen Anzug mit weißen Nadelstreifen herumgelaufen. "Er hat dabei immer auffällig nach Öl gerochen und altem Benzin", erinnert sich der Ex-Betreiber. Oft habe er Darts gespielt oder Zeit in der Raucherecke mit selbst gedrehten Zigaretten verbracht. "Er war aber auch meistens nicht ganz so lange hier, mal eine Stunde, mal zwei, er ist dann weitergegangen in andere Kneipen – er war viel unterwegs", resümiert Gerhardt.

Einmal habe er eine Freundin mitgebracht. "Mit der war er einen Zeit lang zusammen, die hat dann auch einen Laden hier aufgemacht. Aber sonst war er meistens alleine und mit seinen Hunden unterwegs", so der Unternehmer.

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"Irgendwann ist er dann weggeblieben"

Die Hunde von Christian B. seien immer dabei gewesen. "Der große Hund, Charlie, der hat sich immer hier hingesetzt, gewartet, bis ich in die Küche gegangen bin und ihm eine Scheide Kochschinken geholt habe", sagt Stephan Gerhardt und deutet auf eine Tür hinter dem Tresen. Der Hund sei ein ganz lieber und ruhiger gewesen. Der Kleine hingegen habe häufig gebellt. "Irgendwann haben wir ihm (Christian B., Anm. d. Red.) gesagt, dass das so nicht geht. Irgendwann ist er dann weggeblieben."

Eine mutmaßliche Zeugin belastet Christian B.

Der Verdächtige sitzt jetzt in einem Gefängnis in Kiel. Er ist mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft. Die britische Polizei hat etwa 400 neue Hinweise im Mordfall Maddie erhalten. Sie seien telefonisch oder per E-Mail eingegangen, teilte ein Polizeisprecher am Sonntag in London mit. Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Kind tot ist.

Eine britische Zeugin will den Verdächtigen nach einem Bericht der "Sun" vom Samstag wiedererkannt haben. Er soll sich damals in der Nähe des Appartements der Familie McCann merkwürdig verhalten haben. Die Zeitung nennt die Frau eine "glaubwürdige Zeugin", die den Mann schon wenige Stunden nach dem Verschwinden des kleinen Mädchens in der Ferienanlage in Portugal beschrieben haben soll.

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Maddies Eltern, die zwischendurch sogar selbst ins Visier der Ermittler gerieten haben 13 Jahre lang gebangt und gehofft, dass ihr Kind noch am Leben sein könnte. Hat die Polizei diesmal endlich den richtigen Tatverdächtigen? Lässt sich der Fall jetzt endlich aufklären? Mehr dazu sehen Sie in der TVNOW-Doku "Der Fall Maddie – haben sie endlich den Richtigen?".