40 Minuten lang keine Hilfe

USA: Frau in Zug vergewaltigt - kein Passagier greift ein

20. Oktober 2021 - 11:43 Uhr

Polizei: "Keiner hat eingegriffen oder irgendetwas getan"

Ein sexueller Übergriff auf eine Frau in einem Zug in der Ostküstenmetropole Philadelphia hat in den USA Entsetzen ausgelöst. Ersten Erkenntnissen zufolge wurde die Frau vor den Augen mehreren Passagiere von einem unbekannten Mann angegriffen und vergewaltigt, doch niemand habe ihr helfen wollen. Nun hat die Polizei bekanntgegeben, was auf den Aufnahmen der Überwachungskameras zu sehen ist. Laut dem Sender "ABC" könnten auch andere Fahrgäste im Zug die Vergewaltigung gefilmt haben.

Sextäter setzte sich neben sein Opfer und zerrte es zu Boden

Der Vorfall ereignete sich gegen 22 Uhr in einem Zug der Bahngesellschaft "Septa". Wie "ABC" berichtet, haben die Überwachungskameras in der Bahn zuerst gefilmt, wie der Verdächtige sich neben die Frau setzte. Laut den Ermittlern habe er dann versucht, sie zu berühren. Sie habe sich dann offenbar gegen den Übergriff gewehrt und den Mann mehrfach weggeschoben – vergeblich.

Der Angreifer habe sein Opfer dann zu Boden gerissen, ihr die Kleider heruntergezogen und angefangen, sich an ihr zu vergehen. Laut Polizei habe der Übergriff etwa acht Minuten lang gedauert. Das Opfer sei in eine Art Schockzustand verfallen. Erst ein Mitarbeiter der Bahngesellschaft bemerkte, dass etwas nicht stimmte und wählte er den Notruf. Daraufhin sei die Polizei angerückt und habe den mutmaßlichen Vergewaltiger aus dem Zug herausgeholt.

Der Vorfall zeige, „wo wir in der Gesellschaft stehen“

Es sei "verstörend", denn es seien definitiv Menschen im Zug gewesen, sagte Timothy Bernhardt vom zuständigen Polizeirevier. "Keiner hat eingegriffen oder irgendetwas getan, um der Frau zu helfen."

Man sei aber aktuell noch dabei, die Aufnahmen der Überwachungskamera auszuwerten. Er könne daher noch nicht genau sagen, was die Menschen genau gesehen hätten. Der Vorfall zeige, "wo wir in der Gesellschaft stehen".

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Täter wurde festgenommen, Frau kam in ein Krankenhaus

Das Verbrechen hatte sich am Mittwochabend in einem Zug der Nahverkehrsgesellschaft Septa ereignet. Der 35 Jahre alte polizeibekannte Täter wurde festgenommen, die Frau kam in ein Krankenhaus. Bernhardt bezeichnete sie als "unglaublich starke Frau". Opfer und der Täter hätten sich nicht gekannt. "Meiner Meinung nach gab es eine Menge Leute, die hätten eingreifen sollen, jemand hätte etwas tun sollen", sagte er weiter.

"Die Tat hätte möglicherweise früher beendet werden können"

Die Vergewaltigung sei eine "grausame Straftat" gewesen, zitierten US-Medien ein Statement der Verkehrsgesellschaft. "Es waren noch andere Personen im Zug, die Zeugen dieser schrecklichen Tat wurden, und die Tat hätte möglicherweise früher beendet werden können, wenn ein Fahrgast den Notruf gewählt hätte", hieß es demnach weiter. (dpa/mor/jgr)