Schüler sitzt in U-Haft

Terroralarm in Essen: Haftbefehl gegen 16-jährigen Jeremie R. erlassen

13. Mai 2022 - 14:31 Uhr

Ein Spezialeinsatzkommando stürmte am frühen Donnerstagmorgen sein Kinderzimmer, nahm den 16-jährigen Jeremie R. unter Terrorverdacht fest. Zwei Schulen in Essen wurden als mögliche Anschlagsziele durchsucht. Am Freitag entschied der Haftrichter nach RTL-Informationen: Haftbefehl erlassen – unter anderem wegen Vorbereitung einer staatsgefährdenden Straftat. Der 16-Jährige sitzt bereits in Untersuchungshaft.

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Haftbefehl erlassen: 16-jähriger Jeremie R. sitzt in Untersuchungshaft

"Ihm wird vorgeworfen, einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf Personen in
dem von ihm besuchten Gymnasium in Essen am 13. Mai 2022 vorbereitet zu haben", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Freitagmittag mit.

"Der Vorwurf der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sieht für Erwachsene einen Strafrahmen von Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vor. Für Jugendliche – wie den Beschuldigten – sieht das hier einschlägige Jugendgerichtsgesetz als Höchstmaß eine Jugendstrafe von fünf Jahren vor", heißt es in der Mitteilung weiter. Bis zu einer Verurteilung gelte weiter die Unschuldvermutung.

Essen: Wohnung des Schülers und zwei Schulen durchsucht

Bei der Durchsuchung der Wohnung in Essen hatten die Ermittler nicht nur rechtsextremes Material und Waffen gefunden, sondern auch Utensilien für den Bau von Bomben, darunter Sprengstoffe und 16 Rohrkörper, einige präpariert mit Uhren und Nägeln. Auch eine Todesliste mit Menschen, die er "hasst", soll der 16-Jährige nach RTL-Informationen geführt haben.

Ein Hinweisgeber hatte der Polizei einen Tipp gegeben: Der 16-Jährige habe angekündigt, eine Bombe in seiner Schule zu platzieren. Die aktuelle und die ehemalige Schule des Schülers waren daraufhin mit Sprengstoff-Spürhunden durchsucht worden. Verdächtige Gegenstände wurden dabei nicht gefunden. Die Maßnahmen sind inzwischen abgeschlossen. An einer weiteren Schule in Essen-Borbeck untersuchen Ermittler eine "Blutbad"-Kritzelei, die im Zusammenhang mit dem geplanten Amoklauf stehen könnte.

Bei dem Terrorverdächtigen gebe es auch Hinweise auf massive psychische Probleme und Suizidgedanken, hatte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) berichtet. Für die Polizei war der Jugendliche ein unbeschriebenes Blatt. Die Ermittlungen führt inzwischen die für Terrorismus zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf. (swi, mit dpa/ aus Essen berichtet RTL-Reporter Uli Klose)