Experte schätzt ein

Tschüss Maskenpflicht - Briten wieder oben ohne! Geht das auch bei uns?

In Großbritannien hat sich Boris Johnson von der Maskenpflicht verabschiedet. Ginge sowas aktuell auch bei uns in Deutschland?
In Großbritannien hat sich Boris Johnson von der Maskenpflicht verabschiedet. Ginge sowas aktuell auch bei uns in Deutschland?
© dpa, Felix Kästle, lix exa

20. Januar 2022 - 16:28 Uhr

von Vera Dünnwald

Die Maskenpflicht wird es vermutlich ab nächster Woche in Großbritannien nicht mehr geben. Premierminister Boris Johnson und seine Regierung haben beschlossen, dass Masken nur noch eine private Entscheidung jedes Einzelnen sein sollen. Der Grund: Experten sehen den Höhepunkt der Omikron-Welle überstanden. Was würden solche Maßnahmen für die Lage in Deutschland bedeuten? Das weiß der Allgemeinmediziner und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht.

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Vergleich zu Großbritannien: Wir sind in Deutschland noch nicht so weit

Dass einige der Corona-Regeln endlich wegfallen, danach sehnen sich – nach zwei Jahren Pandemie – vermutlich die meisten. Doch aktuell, bei Rekord-Inzidenzen, einer nach wie vor schleppenden Impfkampagne und 100.000 Neuinfektionen pro Tag, ist daran nicht zu denken.

In Großbritannien hingegen sieht das Ganze etwas anders aus: Die Infektionszahlen sind dort deutlich zurückgegangen, auch die Krankenhäuser sind nicht mehr so überlastet wie noch vor wenigen Wochen. Für Premier Boris Johnson heißt das: lockern! Also soll das Tragen von Masken ab kommender Woche nicht mehr Pflicht sein, nur noch in geschlossenen Räumen wird dazu geraten. Ein fataler Fehler?

"In England sehen wir gerade eine ganz andere Situation als wir sie in Deutschland haben. Weil die Briten nicht so auf der Bremse standen wie wir, gab es dort viele Infektionen am Anfang der Pandemie und auch währenddessen", erklärt Dr. Christoph Specht auf RTL-Anfrage. Das habe zur Folge, dass die britische Bevölkerung dadurch eine bessere Immunität gegen das Virus aufgebaut hat, sie sei gegen Omikron und Co. viel besser geschützt und "immuner." Aber: Man dürfe nicht vergessen, dass es dort auch viele Corona-Tote gegeben hat. "Man kann sich die Pandemie als eine Art Wettrennen vorstellen. Viele Länder sind ziemlich schnell los gelaufen und sind dadurch jetzt weiter als wir. Wir sind langsamer gestartet, müssen aber auch dahin, wo die anderen sind. Aber wir sind halt langsamer, weswegen es bei uns aber auch den positiven Nebeneffekt gibt, dass wir weniger Tote zu begleichen haben."

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Keine Masken mehr? Das können wir uns laut Dr. Specht (noch nicht) erlauben

"So gesehen können sich die Briten gerade einfach etwas erlauben, was wir nicht können, was bei uns zu noch mehr Infektionen führen würde aktuell", erklärt der Allgemeinmediziner. Aber: Man solle im Hinterkopf haben, dass man noch nicht weiß, wie dieses "Experiment" mit den Lockerungen am Ende ausgehen wird – vor allem in Bezug auf weitere Coronavirus-Varianten. Denn die werden kommen, da ist sich Dr. Specht sicher.

Würde man bei uns jetzt sofort die Maskenpflicht abschaffen, wäre das nach wie vor fatal. Bei den Briten hingegen "macht das wahrscheinlich keinen extremen Unterschied zu vorher." Denn: "Das Immunsystem ist irgendwann teilimmun gegen das Virus, das ist bei den Engländern schon passiert. Dort wird es vermutlich nicht zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommen."

In Deutschland werden wir nach wie vor mit der Omikron-Welle konfrontiert, weswegen uns Masken in Innenräumen gut vor Infektionen schützen: "Wenn sie richtig getragen werden, dann können die Masken Infektionen nach wie vor gut verhindern. Und wenn man sich infiziert, ist der Verlauf milder, weil man nicht so viele Viren abbekommen hat", sagt Dr. Specht.

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