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Trotz schwerer Krankheit: Frau hat ALS und nimmt erfolgreich an 50 Marathons teil

2014 bekommt Andrea Peet ihre ALS-Diagnose

Trotz schwerer Krankheit: Frau nimmt erfolgreich an 50 Marathons teil

Frau absolviert 50 Marathons trotzt schwerer Krankheit Andrea Peet zeigt es allen
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Andrea Peet zeigt es allen
Frau absolviert 50 Marathons trotzt schwerer Krankheit

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Sie hat allen Widrigkeiten getrotzt und gezeigt, was für eine starke Kämpferin sie ist: Andrea Peet ist 41 Jahre alt – und schwer erkrankt. 2014 bekam sie die Diagnose: Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Bedeutet: Ihr Nervensystem ist erkrankt; ihre Nervenzellen werden fortschreitend und unwiderruflich generieren. Ihre Lebenserwartung betrug zu diesem Zeitpunkt zwei bis fünf Jahre. Doch die US-Amerikanerin hat sich geweigert, sich von der Krankheit aufhalten zu lassen – und prompt bei 50 Marathon-Läufen mit gemacht und Medaillen eingeheimst! Mehr oben im Video.

50 Marathons in 50 Staaten: Andrea begibt sich entschlossen auf Misson

Vor 6 Jahren hat sich Andrea Peet auf eine Mission begeben, von der selbst sie nicht wusste, ob sie sie überhaupt beenden kann. Entschlossen, einen neuen Rekord aufzustellen und das Bewusstsein und Geld für die ALS-Forschung zu sammeln, stellte sie sich der Herausforderung, als erste ALS-Patientin 50 Marathons in 50 Staaten zu absolvieren. „Im Grunde dachte ich mir, dass ich es leid bin, darauf zu warten, dass mich diese Krankheit umbringt“, erzählt die 41-Jährige gegenüber ABC. Nur 20 % der Menschen, bei denen ALS diagnostiziert wird, erreichen die Fünf-Jahres-Marke.

Alles begann beim Shamrock Marathon in Virginia Beach, bei dem sie ein Liegedreirad benutzte, um sich fortzubewegen. Vor kurzem hat Andrea sich ihre 50. Medaille beim Start ihres 50. Marathons in Alaska abgeholt. Aus eigener Kraft trat sie für 42 Kilometer in die Pedale und kam fünf Stunden und 3 Minuten später am Ziel an. An der Ziellinie wurde sie mit viel Jubel empfangen, denn ihre Liebsten unterstützen sie, wo sie nur können. Ihr Mann David ist es, der ihr die letzte Medaille – und einen Kuss – überreicht. Auch Andrea ist mächtig stolz auf sich: „Es hat lange auf sich warten lassen, und es ist so viel erstaunlicher, als ich es mir je vorgestellt habe.“

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Das hat es mit der Krankheit ALS auf sich

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine rätselhafte und seltene Erkrankung der Nervensystems. Pro Jahr erkranken bis zu drei von 100.000 Menschen neu an der Amyotrophen Lateralsklerose. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Die Erkrankung manifestiert sich meist erstmalig zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr.

Die genaue Ursache der Amyotrophen Lateralsklerose ist noch ungeklärt. Genetische Faktoren scheinen zwar eine Rolle zu spielen, eine familiäre Häufung gibt es jedoch nur in fünf bis zehn Prozent aller Erkrankungsfälle. Es wird zudem spekuliert, dass Kopfverletzungen die Entstehung der ALS begünstigen können.

Das Erscheinungsbild der Amyotrophen Lateralsklerose ist äußerst vielfältig und variabel, basiert aber immer auf der Degeneration der motorischen Nervenzellen. In der Folge kommt es zu Ausfallerscheinungen der Muskulatur. Die Lokalisation der Erscheinungen ist abhängig von der Lokalisation der Nervenschädigung. So kann die Muskulatur der Arme, der Beine, des Rumpfes oder sogar der Augen betroffen sein. Sprechen ist häufig nur noch mit großer Anstrengung möglich. Die Erkrankung verläuft fortschreitend. Der Tod tritt meist durch Infektionen der Atemwege ein, da vor allem in fortgeschrittenen Stadien die Atemmuskulatur geschwächt und somit die Lungenfunktion eingeschränkt ist. Die Amyotrophe Lateralsklerose kann nicht geheilt werden. Die Behandlung dient somit ausschließlich der Linderung der Symptome und der Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. (vdü)