John war in das Schwimmbecken gefallen und ertrunken

Nach Tod von Dreijährigem in Freibad: Quälende Suche nach dem Schuldigen

John (3) in Freibad ertrunken - wer hat Schuld? Anwalt erhebt schwere Vorwürfe
02:18 min
Anwalt erhebt schwere Vorwürfe
John (3) in Freibad ertrunken - wer hat Schuld?

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Am 4. August fällt der dreijährige John in einem Freibad im sächsischen Bad Düben unbemerkt in das Schwimmbecken. Vier Tage später wird er im Krankenhaus für tot erklärt. Jetzt hat die Suche nach dem Schuldigen begonnen: Hat die Mutter die Aufsichtspflicht verletzt? Wo waren die Bademeister? Und warum dauerte es rund eine halbe Stunde, bis Hilfe da war? Johns tragischer Tod lässt viele Fragen offen.

John (3) ertrank im Natursportbad Bad Düben: Wer trägt die Schuld?

Minutenlang hatte der Dreijährige unter Wasser gelegen, ehe er geborgen wurde. So teilte es die Polizei offiziell mit. John wurde wiederbelebt und in ein Krankenhaus gebracht. Doch es gab keine Rettung für das Kind.

Die alleinerziehende Mutter Susann D. war an diesem Tag mit ihren sechs Kindern in dem gut besuchten Freibad in Bad Düben bei Leipzig. Außerdem waren ihre erwachsene Tochter und deren Freund dabei. „Sie waren bewusst nicht an den See gefahren, weil es im Freibad Rettungsschwimmer gibt“, sagte ihr Rechtsanwalt Jan Siebenhüner der „Bild“-Zeitung. Als die Gruppe das Bad gegen Abend verlassen wollte, war John demnach plötzlich verschwunden. Plötzlich sah die Mutter, wie Kinder auf der Wiese mit seinen Schwimmflügeln spielten.

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Badeunfall in Freibad: Mutter zieht Kind selbst aus dem Becken

„Die Mutter hat ihr lebloses Kind selbst aus dem Wasser gezogen und wurde dann von zwei Ärzten unterstützt, die als Gäste im Freibad waren“, sagt RTL-Reporter Christoph Schlüter, der vor Ort zum Fall recherchiert. „Bademeister und Rettungsschwimmer waren überhaupt nicht an dem Einsatz beteiligt“.

Ein Rettungshubschrauber soll nach Informationen unseres Reporters vor Ort gewesen sein und wieder abgedreht haben, weil er keinen Platz fand, um zu landen. Erst nach einer haben Stunde sollen Rettungskräfte in dem Bad eingetroffen sein. Medienberichten zufolge, weil die Zufahrt versperrt gewesen sein soll.

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Ertrunkener John: Wer ist für Badeunfall verantwortlich?

Die Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen das Freibad und dessen Mitarbeiter. „Wo waren die Bademeister? Das ist die Frage, die die Ermittlungsbehörden zu klären haben, die wir uns aber auch selbst stellen“, sagt ihr Rechtsanwalt Jan Siebenhüner. Demnach seien sowohl strafrechtliche Konsequenzen als auch zivilrechtliche Schadenersatzansprüche zu prüfen. Das Freibad war gegenüber RTL nicht für eine offizielle Stellungsnahme erreichbar.

Im Netz geben indes viele Menschen der Mutter die Schuld. Sie mutmaßen, sie habe ihre Aufsichtspflicht verletzt, ergaben die Recherchen von RTL-Reporter Schlüter. (dpa/sbl)

Vor und beim Baden: Darauf sollten Eltern achten

  • „Was wirklich wichtig ist – und das muss man zehnmal unterschreiben: Schwimmen lernen! So früh wie möglich!“, appelliert Mediziner Dr. Specht.
  • Natürlich sei es aber auch wichtig, immer besonders wachsam auf die Kinder aufzupassen und, je nach Alter, mit ihnen vor dem Baden über die Gefahren zu sprechen.
  • Gerade bei Kindern bis zu drei Jahren sollte darüber hinaus darauf geachtet werden, dass sie sich schnell wieder aufrichten, wenn sie mit dem Kopf unter Wasser geraten. Hier sollte daher immer genug Nähe geboten sein, um sofort eingreifen zu können.
  • Auch Hilfsmittel wie Schwimmflügel und -reifen bieten keinen ausreichenden Schutz vor
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