„Weil es MEIN Körper ist”: Ich will keine Kinder! Comedienne lässt sich mit 28 sterilisieren
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Julia Brandner ist 30, Stand-up-Comedienne und kommt aus Österreich. Schon als Kind weiß sie, dass eigene Kinder für sie nicht infragekommen. Mit 28 beschließt sie, sich sterilisieren zu lassen. Ein Eingriff, der nicht rückgängig zu machen ist.
Sie macht kein Geheimnis daraus: Stand-up-Comedienne Julia Brandner möchte niemals Mutter werden. „Ich kann nicht so gut mit Kindern umgehen, das ist mein Problem, das ist nicht das Problem der Kinder." Schon als Kind, mit neun Jahren, weiß die Österreicherin, dass sie keine Kinder möchte. Eine Entscheidung, die sie dann 2023 mit 28 durchzieht. „Ich habe mich sterilisieren lassen, weil ich keine Kinder wollte und mir sicher bin. Und dann habe ich mir gedacht: Warum soll ich mein Leben lang Hormone ballern, wenn es auch anders geht?“
„Ich habe das nicht großartig mit Freunden oder Familie besprochen, weil es mein Körper ist. Mit dem muss ich leben.“ In Österreich ist eine Sterilisation zur reinen Verhütung bei gesunden Frauen und Männern erst ab 25 Jahren erlaubt. In Deutschland ist die Rechtslage anders. „Die Sterilisation ist erlaubt, wenn die Frau einwilligungsfähig ist und über 18 Jahre alt Dieses Märchen, man müsse 30 sein oder ein Gutachten brauchen, stimmt so nicht.“
Trotzdem bleibt der Eingriff selten. Studien zufolge sind in Deutschland ca. 1,5 Millionen Frauen sterilisiert. Unter Vollnarkose werden die Eileiter durchtrennt, in seltenen Fällen sogar vollständig entfernt. Die Eierstöcke und Gebärmutter bleiben dabei erhalten. Der Zyklus und Hormonhaushalt verändern sich durch die OP in der Regel nicht.
ABER: Ist der Eingriff einmal durchgeführt, lässt er sich bei Frauen eigentlich NICHT rückgängig machen. Die Sterilisation gehört zu den sichersten Verhütungsmethoden. In Deutschland werden pro Jahr nur etwa zwei bis drei von 1000 Frauen trotz Sterilisation schwanger. Zum Vergleich: Bei der Pille sind es 90 von 1000 Frauen. „Wenn jüngere Frauen sich eine Sterilisation wünschen, dann geht es mir darum, dass sie sicher aufgeklärt sind – über alle Alternativen und darüber, dass die Sterilisation nicht rückgängig zu machen ist.“ Auch deshalb scheuen Ärzte bei gesunden, kinderlosen Frauen oft eher vor dem Eingriff zurück als bei Männern. „Wir wissen auch, dass das durchschnittliche Alter bei männlicher Sterilisation jünger ist als bei Frauen. Ist auch sozial nicht so abgelehnt wie der Wunsch von Frauen, keine Kinder zu haben."
Julia Brandner bekommt auf ihren Social-Media-Kanälen viel Zuspruch.
„Mir schreiben sehr viele Frauen, dass sie das bestärkt, hat und dass sie sich dadurch ermutigt fühlen, sich nicht mehr abwimmeln lassen zu wollen. Aber natürlich gibt es auch Hate-Kommentare.“ Am Ende bleibt es ein sehr persönlicher, individueller Schritt, der – wie alle endgültigen Entscheidungen – gut überlegt sein sollte.

