Brot ist nicht gleich Brot

Worauf Sie beim Brotkauf achten sollten

12. April 2022 - 16:35 Uhr

Frisches Brot schmeckt einfach toll. Aber Brot ist nicht gleich Brot: Die meisten wissen, dass Vollkornbrot gesünder ist als Weißmehlbrot. Doch wie erkennt man ein echtes Vollkornbrot? Und hilft es tatsächlich beim Abnehmen? Das sehen Sie im Video.

Bevorzugen Sie Vollkornprodukte!

Rund 37 Kilogramm Brot wurden 2020 pro Haushalt in Deutschland gekauft. Dennoch hat der Ruf von Brot in den letzten Jahren sehr gelitten: Oft wird es als Dickmacher verteufelt und von Low-Carb-Fans verschmäht. Dabei ist Brot besser als sein Ruf.

Grundsätzlich sind Getreideprodukte eine wichtige Quelle für Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Allerdings sollten wir statt Weißmehlprodukten in erster Linie Vollkornprodukte wählen. Durch die reichlich enthaltenen Ballaststoffe sättigen sie gut und die komplexen Kohlenhydrate sorgen dafür, dass unser Körper über mehrere Stunden gleichbleibend mit Energie versorgt wird. Darauf ist vor allem unser Gehirn angewiesen, da es keine Energie speichern kann.

Und was die Menge betrifft: Vier bis sechs Scheiben – also 200-300 Gramm – Vollkornbrot pro Tag sind vollkommen in Ordnung.

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Wann ist die beste Zeit für Brot?

Durch die Nahrungspause in der Nacht sind morgens unsere Energie- und Nährstoffspeicher leer. Da Brot durch seinen hohen Gehalt an Kohlenhydraten schnell verfügbare Energie liefert, eignet es sich besonders gut zum Frühstück. Im Idealfall sollte dieses aus Vollkornbrot oder -brötchen oder einem selbstgemachten, kristallzuckerfreien Müsli, Wasser oder Tee sowie einer Portion Obst oder Gemüse sowie Joghurt, Milch oder einem Pflanzendrink bestehen.

Grundsätzlich spricht aber auch nichts gegen das klassische Abendbrot. Wer jedoch abnehmen möchte, sollte abends tatsächlich auf Brot und generell auf Kohlenhydrate verzichten. In der Nacht laufen in unserem Körper viele Reparatur- und Regenerationsprozesse ab, für die der Körper Energie benötigt. Steht diese nicht in Form schnell verfügbarer Kohlenhydrate zur Verfügung, ist unser Körper dazu gezwungen, auf die Fettreserven zurückzugreifen. Die Fettdepots werden also angezapft und wir nehmen leichter ab.

Neben der Brotsorte spielt aber auch der Belag eine entscheidende Rolle: Aufstriche wie Marmelade oder Nuss-Nougat-Creme, aber auch fette Wurst wie Salami enthalten viel Fett, Zucker und somit Kalorien. Bessere und gesündere Alternativen sind Hummus, Feta, Hüttenkäse oder Quark. Sie liefern wenig Fett, dafür punkten sie mit viel Eiweiß und tragen somit optimal zur Sättigung bei.

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Welches Brot ist am gesündesten?

Viele Menschen gehen davon aus, dass dunkles Brot generell gesünder ist als helles. Das wissen auch die Hersteller. Viele färben daher das Brot mit Malzextrakt oder Zuckerrübensirup, sodass es sozusagen einen gesünderen Anstrich bekommt.

Und auch Körner auf der Brot- oder Brötchenkruste sollen uns zu der Schlussfolgerung bewegen, dass es sich um Vollkornprodukte handelt. Doch Mehrkornbrot ist nicht gleich Vollkornbrot. Vollkornbrot muss tatsächlich zu 90 Prozent aus Vollkornmehl oder -schrot bestehen.

Hier hilft ein Blick auf die Zutatenliste: Bevorzugen Sie Vollkornbrot wie Roggen- oder Dinkelvollkornbrot und Sauerteigbrot. Und ganz grundsätzlich kann man sagen: Je kürzer die Zutatenliste, umso besser und gesünder das Lebensmittel, also auch das Brot.

Aber auch der Daumentest hilft beim Erkennen von echtem Vollkornbrot: Der Brotteig muss nach dem Eindrücken direkt zurück federn. Im Gegensatz dazu bleiben Brote aus Weißmehl eingedrückt.

Roggenbrot enthält von allen Getreidesorten die meisten Ballaststoffe und sättigt gut. Vor allem Pumpernickel ist empfehlenswert, da es aus Roggenschrot hergestellt und mit Sauerteig gebacken wird. Beim Schrot sind auch die Schalenteile mitverarbeitet – beim Vollkornschrot zusätzlich der Keimling –, wodurch es gröber ist. Schrot enthält weniger Kohlenhydrate als Mehl.

Sauerteigbrot punktet durch die bei der Fermentation entstehenden Probiotika. Diese sorgen dafür, dass das Brot gut verdaulich ist. Der niedrige glykämische Index wiederum beugt einem Anstieg des Blutzuckerspiegels vor und sorgt dafür, dass das Brot langanhaltend sättigt und wir letztlich auch weniger essen.

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Worin unterscheiden sich Brot vom Bäcker, von Frischbacktheken im Discounter und abgepacktes Brot?

Der größte Unterschied liegt im Gehalt an Zusatzstoffen. Grob kann man sagen, dass abgepacktes Brot aus dem Supermarkt die meisten Zusatzstoffe enthält, gefolgt von Produkten von SB-Backtheken und Bäckereiketten.

Bei Discountern und Backshops kommen meist tiefgekühlte Teiglinge zum Einsatz, die je nach Bedarf aufgebacken werden. Diese werden meist mit künstlichen Enzymen und Zusatzstoffen angereichert, um die Gehzeit zu beschleunigen – das ist auch bei den meisten Fertigbackmischungen der Fall.

Brot, das lediglich aus Mehl, Sauerteig, Hefe, Salz, Malz und anderen unbedenklichen Zutaten gebacken wird, erhalten Sie auch heute noch bei traditionell backenden, kleineren Bäckereien. Dort wird noch von Hand gebacken und der Brotteig bekommt ausreichend Ruhe- und Gehzeit. Das macht das Brot bekömmlicher. Das kostet jedoch Zeit, die sich auch in einem höheren Preis widerspiegelt. Dafür bleiben diese Brote aber auch länger frisch und kommen mit weniger Zutaten und Zusatzstoffen aus.

Alternativ können Sie Ihr Brot auch selbst backen. So wissen Sie genau, was drin steckt und können bestehende Rezepte nach Belieben abändern oder um Sonnenblumen-, Kürbiskerne, Leinsamen und Co. erweitern.

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Was eignet sich als Brot-Alternative?

Brot lässt sich generell auch gut ohne Mehl backen. Gemahlene oder mit einem Stab- oder Standmixer zerkleinerte Lein- oder Chiasamen, Flohsamenschalen sowie Sonnenblumenkerne, Nüsse und Mandeln ergeben dabei ein leckeres Saatenbrot. Es enthält kein Gluten und nur wenige Kohlenhydrate, außerdem sättigt es gut durch den höheren Eiweiß- und Ballaststoffanteil.

Ansonsten sind auch Süßkartoffel-Toasts eine super Brotalternative. Dafür können Sie einfach eine Süßkartoffel in dünne Scheiben schneiden und in den Toaster stecken. Dazu schmecken Hummus oder Frischkäse.

Aber auch Maiswaffeln, Porridge aus Vollkornhaferflocken oder selbst gemachte Müslikugeln (aus Mandelmus, Müslimischung, Bananen, Datteln und Cranberries) sind günstige, leckere und noch dazu gesunde Alternativen zu Brot. (nri/lsi)

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