Mit App Gehirn steuern

Tesla-Boss Elon Musk plant Computer-Menschen

© dpa, Kiichiro Sato, wok nic dul wst hjb gfh

18. Juli 2019 - 7:35 Uhr

Menschliches Gehirn soll mit Maschinen vernetzt werden

Elon Musk will nicht nur den Mars besiedeln und Treibhausgase reduzieren, er will auch das menschliche Gehirn mit Maschinen vernetzen. Dies kündigte der Tesla-Chef am Dienstagabend via Lifestream in Kalifornien an.

Elon Musk möchte Menschen Fäden ins Gehirn einpflanzen

Der 48-Jährige ist nicht nur unter anderem der Chef des Raumfahrtprogramms SpaceX, des Elektroauto-Konzerns Tesla und von The Boring Company, mit der er innerstädtischen Verkehr mit einem Tunnelsystem unter die Erde verlegen will. Nein, der amerikanische Unternehmer ist auch der Chef von Neuralink. Diese Firma hat er 2016 gegründet mit dem Ziel, eine Schnittstelle zwischen Mensch und Computer zu entwickeln.

Nun konkretisierte der Multimilliardär seine Ziele. Er möchte damit beginnen, querschnittsgelähmten Menschen Elektroden an beweglichen Fäden einzusetzen, die wesentlich dünner als ein menschliches Haar sind. So sollen die Patienten in der Lage sein, ihr Handy oder andere elektronische Geräte über ihr Gehirn zu steuern. Und er möchte bald damit beginnen. "Wir hoffen, dass wir das bis zum Ende nächsten Jahres einem Patienten einsetzen können", erklärte Musk.

Elektroden-Fäden sollen per Laser eingesetzt werden

Auch die Technik, die dafür verwendet werden soll, entwickeln Wissenschaftler von Neuralink. Es sollen nämlich keine Löcher in den Schädel gebohrt werden, die Elektroden-Fäden sollen mit einem Laser eingesetzt werden. Um die Daten zu übertragen, wird es ein zweites Gerät mit einer Batterie geben. Es soll einem Hörgerät ähneln und werde hinter dem Ohr getragen. Gesteuert wird es dann mit einer App.

Die Ziele von Musk sind – wieder einmal – sehr ehrgeizig, auch wenn es durchaus schon Patienten gab, denen ein Gehirnimplantat eingesetzt wurde. Einem US-Amerikaner mit einer Rückenmarksverletzung wurde zum Beispiel 2006 ein Implantat eingesetzt, mit dem er eine Computermaus steuern konnten, berichtet "The Verge". Die Pläne von Musk gehen allerdings weit darüber hinaus – und dürften nur der Anfang sein.

Elon Musk sucht Mitarbeiter für Neuralink

Daher ist es sehr fraglich, ob sie so schnell umzusetzen sind. Denn das US-amerikanische Gesundheitsministerium müsste seine Erlaubnis für solche Projekte geben. Und diesen ganzen Prozess müssen Musk und seine Wissenschaftler noch durchlaufen, wie sie am Dienstagabend einräumten. Und selbst wenn sie irgendwann die Erlaubnis erhalten sollten, gibt es ein weiteres Problem. Die Umsetzung.

Denn zurzeit experimentieren die Wissenschaftler mit Ratten herum und haben vor allem anspruchsvolle Ziele. Seine Vorstellung am Dienstag hatte deshalb vor allem ein Ziel: neue Wissenschaftler anzuheuern. "Der Hauptgrund, warum ich diese Präsentation halte, ist Personal anzuwerben", sagte Musk. Falls Sie also Neurowissenschaftler oder Elektrodenspezialist sind: Elon Musk freut sich über Ihre Bewerbung.

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Das ist nicht das einzige großspurige Projekt, dass Tesla-Boss Musk plant. Mit seiner Technologie testet er bereits Raketen, um die bemannte Raumfahrt weiter voranzutreiben. Die gesamte Geschichte der Mondfahrt zeigen wir in unserer exklusiven TVNOW Dokumentation "Wettlauf zum Mond".