RTL News>Gesundheit>

Symptome werden schlimmer: So wirkt sich der Klimawandel auf Allergiker aus

„Mensch wird die Folgen gesundheitlich spüren“

Symptome werden schlimmer: So wirkt sich der Klimawandel auf Allergiker aus

Frau mit Allergie im Park
Der Klimawandel verstärkt Allergie-Symptome.
iStockphoto

Hatschi! Schnupfen, Niesen, Heiserkeit und gefühlt schnürt sich der Rachen gerade bei jedem Parkbesuch ab – absolut keine schönen Gefühle, mit denen Allergiker aktuell verstärkt zu kämpfen haben! Und der fortschreitende Klimawandel könnte diese Symptome noch weiter verstärken. Inwiefern sich der Klimawandel auf solche Allergie-Symptome auswirkt, haben Forscher aktuell herausgefunden und erklärt.

Lese-Tipp: Darum ist es dieses Jahr besonders schlimm – Super-Allergiejahr: Was Allergiker jetzt tun können

Klimawandel verstärkt Allergie-Symptome: Gesamtmenge an Pollen wird zunehmen

Zu einer Erhöhung dieser unangenehmen Allergie-Symptome wird es zukünftig kommen, weil sich der Klimawandel auf das Pollenspektrum auswirkt und die Gesamtmenge an Pollen wird zunehmen.

Zu diesen Entwicklungen wird der Klimawandel zunehmend beitragen, berichtet aktuell „ärzteblatt.de“ und bezieht sich auf die aktuellen Aussagen des Toxikologen Jeroen Buters, Leiter der AG Umwelt an der Technische Universität München.

Lese-Tipp: Neue Allergie entdeckt: Der Biss der Einzelsternzecke macht rotes Fleisch unverträglich

WHO: Klimawandel ist die größte Bedrohung für die globale Gesundheit

Der Klimawandel wird zunehmend als Klimakrise betrachtet. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sie die größte Bedrohung für die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert. Laut den Experten werden die direkten Effekte des Klimawandels zu einer Zunahme von Extremwetterereignissen führen, wie zum Beispiel Stürme, Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen.

Diese Extremwettereignisse begünstigen indirekte Effekte auf die Wasserqualität und Luftverschmutzung. „Global wird der Mensch die Folgen auch gesundheitlich spüren, insbesondere in Bezug auf Allergien, Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten und Herzkreislauferkrankungen“, sagte Buters beim „Umweltmedizinischen Symposium“ am 26. Mai 2022.

Lese-Tipp: Trockenheit erlaubt Pollenallergikern kaum Pausen

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Ihre Erfahrung ist gefragt: Haben Sie eine Kreuzallergie?

Klimawandel: Lokale Vegetation verändert sich immer mehr – das verstärkt allergisches Asthma

Gerade bei Atemwegserkrankungen können Hitzewellen und Brände unter anderem zu einer höheren Morbidität und Mortalität, also dem Verhältnis der Zahl der Gestorbenen zur Bevölkerung, beitragen, erläutert er weiter. Mit dem Klimawandel sei zudem eine Veränderung der lokalen Vegetation und damit auch eine besondere Schwere von allergischem Asthma immer stärker zu spüren.

Der Klimawandel wird sich auch auf die Dauer des Reizes für Allergiker, also die sogenannte „Expositionszeit“ des Pollenflugs auswirken, erläutert der Toxikologe weiter. Die beschriebenen Veränderungen würden sich allerdings je nach Pollentyp und Vegetation unterschiedlich ausprägen.

Lese-Tipp: Medizinjournalist Dr. Specht erklärt – Heuschnupfen oder Omikron? Wie Sie die Symptome unterscheiden

Im Video: Dieses Jahr ist's besonders schlimm! Superpollen-Jahr 2022

Dieses Jahr ist's besonders schlimm! Superpollen-Jahr 2022
02:01 min
Superpollen-Jahr 2022
Dieses Jahr ist's besonders schlimm!

30 weitere Videos

Hiobsbotschaft für Allergiker: Pflanzenarten kommen früher in die Blüte und produzieren mehr Pollen

Die neuesten Berechnungen gehen davon aus, dass die meisten Pflanzenarten früher in die Blüte kommen werden und dementsprechend mehr Pollen produzieren werden. Eine intensivere und längere Pollen-Saison sei mit einer Erhöhung der Symptomschwere und Änderung der Saisonalität von allergischem Asthma in einen Zusammenhang zu bringen, befürchten die Experten.

Lese-Tipp: Überreaktion des Immunsystems – Gesundheitslexikon: Allergie

Wegen des Klimawandels werden außerdem die Winter kürzer, was ebenfalls eine früher beginnende Pollen-Saison zur Folge hat, betont der Experte am Beispiel der Gräserpollen. Birken seien ebenfalls wichtige Quellen für „Aeroallergene“, also Pollen, die über die Luft mit Menschen in Kontakt kommen, in Europa. Da die Birke empfindlich auf erhöhte Temperaturen und Sommerdürren reagiert, gilt sie als besonders anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels.(mjä)