Raubkatzen sollten abgeschossen oder geschlachtet werden

Rettung von Horror-Farm: Tierschützer bewahren Löwen vor sicherem Tod

Die Löwen sollen auf der Tierfarm unter schlimmen Bedingungen gelebt haben.
Die Löwen sollen auf der Tierfarm unter schlimmen Bedingungen gelebt haben.
© Jampress Foto

02. Juni 2021 - 10:07 Uhr

Farmer hatten es aufs Fell und die Knochen der Löwen abgesehen

In einer dramatischen Rettungsaktion haben Tierschützer vier Löwen vor dem sicheren Tod bewahrt. Mitglieder der Tierschutzorganisation "Wild at Life" befreiten die Raubkatzen am Donnerstag auf einer Tierfarm in Südafrika, wo sie unter schlimmen Bedingungen gelebt haben sollen. Die Betreiber der legalen Farm hatten es vermutlich auf das Fell und die Knochen der Löwen abgesehen.

Video: Das grausame Geschäft mit den Löwenknochen

Südafrika: Löwe vier Jahre in enges Gehege gepfercht

George, Elma, Eva und Julie sind nicht nur dem Tod von der Schippe gesprungen, sondern blicken auch einem artgerechten Löwenleben entgegen. Endlich, denn die letzten Jahre müssen für die Tiere eine Qual gewesen sein. Vier Jahre lang soll George in einem engen Gehege eingepfercht gewesen sein, wie "Jampress" berichtet. Seine Peiniger warteten angeblich zunächst darauf, dass seine Mähne wuchs, bis sie attraktiv genug aussah.

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Trophäenjäger zahlen tausende Euro für Löwen-Abschuss

Attraktiv genug für Trophäenjäger, die bis zu 10.000 britische Pfund (rund 11.600 Euro) dafür zahlen, Löwen zu erlegen. Vermutlich wäre George dann in einem umzäunten Bereich erschossen worden, wo es für ihn kein Entkommen gegeben hätte. Weil er einen krummen Schwanz hatte, sollte er letztlich doch nicht zum Abschuss freigegeben, dafür aber wegen seiner Knochen geschlachtet werden. Der Handel mit Löwenknochen ist laut "Wild at Life" eine lukrative und legale Einnahmequelle für Farmer in Südafrika.

Neues Leben in der "Wild at Life"-Rettungsstation

Bei der Rettung sedierte ein sechsköpfiges Team die vier Löwen zunächst leicht und hob sie vorsichtig auf einen Transporter. Fünf Stunden dauerte die Reise zum neuen Zuhause der Raubkatzen: einer Rettungsstation, die die Tierschützer betreiben. Dort finden die Tiere vieles, was ihrem natürlichen Lebensraum entspricht, etwa hohes Gras und schattenspendende Bäume.

Nach Schätzungen halten Farmer rund 7.000 Löwen in zum Teil winzigen Gehegen auf südafrikanischen Löwenfarmen. Löwen werden dort laut "Wild at Life" gezüchtet und leben von Geburt an ein Leben voller Elend.

Südafrika will Löwenzucht ausbremsen

Anfang Mai wurde bekannt, dass die südafrikanische Regierung mit der umstrittenen Zucht von Löwen in Gefangenschaft Schluss machen will. Das allerdings kann ein langer Kampf werden, denn es wird mit heftigem Gegenwind und Klagen der Löwenzuchtindustrie gerechnet.

Für George, Eva, Elma und Julie ist die Qual endlich vorbei. Sie können jetzt auch mal in der Sonne faulenzen und als Teil eines Rudels leben – ohne die Gefahr, jeden Moment geschlachtet oder erschossen zu werden. (bst)

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